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„Es ist schön, wieder in Bayern zu sein“ – die gebürtige Donauwörtherin Annette Freibauer (45), die zuletzt in Braunschweig arbeitete, ist seit 100 Tagen Institutsleiterin für Agrarökologie an der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

LfL-Institutsleiterin Annette Freibauer

„Die Stelle wird mir sehr viel Spaß machen“

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100 Tage im Amt: Annette Freibauer kann dieses symbolische Ereignis begehen. Seit 1. April ist die 45-Jährige die Leiterin des Instituts für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Noch stehen einige Kartons mit Ordnern und Unterlagen unausgepackt in ihrem Büro an der Langen Point 12. Denn Annette Freibauer war es in den ersten Monaten in Freising wichtig, alle ihre 72 Mitarbeiter mit Namen und „ihren Befindlichkeiten“ kennenzulernen. Seit 1. April ist die gebürtige Donauwörtherin Institutsleiterin für Agrarökologie an der LfL. Und das ist für sie nicht nur eine Stufe auf der Karriereleiter, sondern auch eine emotionale Sache: „Es ist schön, wieder in Bayern zu sein.“ Denn in Niedersachsen, wo sie zuvor stellvertretende Leiterin des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz in Braunschweig war, sei sie mit den Menschen „nicht recht warm geworden“. Und Freibauer verrät: „Ich habe schon darauf geharrt, dass diese Stelle hier ausgeschrieben wird.“ 

Denn Freibauer liebt nicht nur Bayern und kannte Freising bereits vorher, sondern hat – wenn man die Stationen ihrer Karriere betrachtet – den Weg von der europäischen über die deutsche jetzt hin zur bayerischen Agrarpolitik genommen. „Ich weiß, die Stelle wird mir sehr viel Spaß machen“, sagt Freibauer. Denn: Hier in Bayern und an der LfL sei der Kontakt zum Landwirtschaftsministerium auf der einen und den Bauernverbänden auf der anderen Seite viel direkter als an anderen Stellen, die sie bisher innehatte. Und weil auch der Bezug zur Praxis hier größer sei, wisse man, welche Hürden und welche Einschränkungen es für die Landwirte gebe. Freilich: Kontakt und Beratung einzelner Bauern seien eher selten, dafür gebe es die Landwirtschaftsämter. Man verstehe sich an der LfL eher als „Berater für die Berater“. Denn irgendjemand müsse es ja schließlich koordinieren, dass Landwirte in ganz Bayern dieselben Antworten auf ihre Fragen bekämen. Doch eines hat Freibauer in all den Jahren erfahren: Die Reaktion der Landwirte auf ökologische Maßnahmenvorschläge habe sich gewandelt. Die Bauern hätten inzwischen sehr viel Verständnis und Interesse für den Ressourcenschutz, wüssten, was der Boden wert sei. Und in Bayern sei das besonders verbreitet – auch und gerade was den Klimaschutz betreffe. Denn: „Das grüne Heimatbewusstsein hier hilft sehr.“ Anders auf Bundesebene. Da habe die Beschäftigung mit Klimaschutz lange Zeit als „Karrierekiller“ gegolten. Freibauer weiß auch genau, dass es noch „Stellschrauben“ gibt, an denen man zu drehen habe – und zwar sowohl im Bereich des Boden- und Ackerbaus als auch bei der Bewirtschaftung des Grünlands.

 Mit all dem hängt auch das zusammen, was Freibauer als langfristiges Ziel ihrer Tätigkeit beschreibt: Agrarökologisches Handeln soll ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werden. Das müsse durch die richtige Ausstattung der Förderprogramme so gesteuert werden, dass dieses Handeln der Landwirte dann auch von der Gesellschaft honoriert werde. Denn auch wenn die europäische Agrarpolitik sich in die richtige Richtung entwickle, sei die Lenkungswirkung nicht so, wie man es bei der Höhe der eingesetzten Mittel erwarten könne. Eine wichtige Hürde, die auf dem Weg zu diesem Ziel zu nehmen sei, sei die Notwendigkeit, „die Umweltgesetze so durchzubürsten, dass sie für die Landwirte prakikabel sind“. Denn, so ihre Bebobachtung: „Da passt vieles nicht zusammen“, da müsse man zwischen den verschiedenen Bereichen der Ökologie Kompromisse finden. Nach 100 Tagen als Institutsleiterin ist sie davon noch ein Stück enfernt. Aber den Weg der kleinen Schritte hat sie schon begonnen

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