Verena und Stephan Hierhager mit den Zwillingen Laura und Lena.
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Plötzlich zu viert: Kurz vor dem letzten Teil der Meisterprüfung kamen – vorzeitig – Laura und Lena, die hier gerade getauft wurden.

Stephan Hierhager glänzte als Jahresbestmeister

Bei ihm läuft’s rund: Freisinger ist Oberbayerns bester Kfz-Technik-Meister und Papa von Zwillingen

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Bei Stephan Hierhager läuft es gerade ziemlich gut: Der 26-jährige Freisinger ist der beste Kfz-Technik Meister von Oberbayern - und Papa von Zwillingen geworden.

Freising – Bei Stephan Hierhager läuft’s gerade ziemlich rund: In diesem Jahr ist er Vater von Zwillingen geworden – und im Job hat er eine Hürde mit Bravour im wahrsten Sinne des Wortes gemeistert: Bei der Meisterprüfung glänzte der Kraftfahrzeugtechniker als Jahresbestmeister. Das heißt: In ganz Oberbayern konnte dem 26-jährigen Freisinger niemand das Wasser reichen – und das bei 200 „Mitbewerbern“, die die Meisterprüfung in Kfz-Technik erfolgreich abgeschlossen haben. Dabei hat Meister Hierhager auf dem erfolgreichen Weg einen Umweg eingelegt – über Australien.

Nach der Lehre ging es nach „Down Under“

Seine Ausbildung absolvierte der gebürtige Giggenhausener im VW Autohaus Neufahrn, wo er eine spitzenmäßige Gesellenprüfung hinlegte und danach noch zwei Jahre blieb. Dann erfüllte sich Stephan, damals 22 Jahre jung, einen Lebenstraum: Er besorgte sich erstens ein Arbeitsvisum für Australien – und zweitens eine Reisebegleiterin, mit der er über Facebook zusammenkam: Verena. Die beiden haben sich offenbar sehr „geliked“ – heute sind sie ein Ehepaar.

Ein Jahr in „Down Under“: Ganz in Australien bleiben? Verena und Stephan haben das zwar überlegt, sich aber dann doch für Bayern entschieden.

Erst einmal aber ging es 2016 nach „Down Under“. Über einen Online-Anzeigen-Katalog fanden die beiden ihre Jobs: „Da gibst Du einfach Deine Daten ein. Ich konnte zum Beispiel als Mechaniker und mit meiner Nutzfahrzeug-Erfahrung punkten“, berichtet Stephan Hierhager. In Port Douglas, im tropischen Norden des Bundesstaats Queensland, fanden er und Begleiterin Verena ihre ersten Posten auf einer Farm. Er arbeitete auf Traktoren, Lkw und Mähdreschern, Verena – von Beruf Medizinische Fachangestellte – half als Mädchen für alles mit. Dann ging es noch zwischen Sydney und Melbourne tief ins Outback – wieder eine Farm. So verdienten sich Stephan und Verena das Geld für die Reisen im Lande.

Kann man da überhaupt wieder aufhören? Kam den beiden der Gedanke ans Auswandern? Allerdings. „Aber man muss auch die Realität sehen“, sagt Stephan. „Wir hätten hier in Freising viel Familie und viele Freunde zurücklassen müssen. Das hätte uns zu wehgetan. Australien liegt auf der anderen Seite der Erdkugel. Da kannst Du nur maximal einmal im Jahr heimfahren.“

Nach der Rückkehr nach Deutschland arbeitete Stephan zunächst bei seinem Vater in der Allershausener Nutzfahrzeug-Werkstätte mit und landete dann in München bei einem großen Baumaschinenvertrieb und -mietpark. Ende 2018 startete er von dort aus das Unternehmen Meisterprüfung, das er heuer im Januar mit der letzten Prüfung abschloss – als Bester in Oberbayern.

Vor der letzten Prüfung kamen die Zwillinge

„Das war ein bisserl stressig“, erinnert sich der 26-Jährige, weil vier Wochen vor dieser letzten Prüfung der Nachwuchs kam – neun Wochen zu früh und in Form einer weiblichen Baby-Doppelpackung: Laura und Lena.

Übrigens: Bei der Meisterfeier der Handwerkskammer für München und Oberbayern konnte Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl dem Super-Meister Hierhager nur virtuell auf die Schulter klopfen. Wegen der Pandemie hatte man die übliche Feier leider absagen müssen. Wie auch immer: Dem Freisinger wurde perfektes handwerkliches Können attestiert. Und neben dem Meisterbrief und einem Meisterschal gab es für Stephan Hierhager eine Konfetti-Kanone und zwei süffige Flaschen „Moasta Hoibe“. Prost Stephan!

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