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Bei der Energiewende ist der Landkreis Freising ins Straucheln geraten. So wie es derzeit aussieht, werden die Ziele bis 2035 nicht erreicht.

Wasserstandsbericht vor dem Zehnjährigen

Freising strauchelt bei der Energiewende

Freising - Der Energiewendebeschluss des Landkreises ist fast zehn Jahre alt. Zum Jubiläum gab es nun Wasserstandsberichte, die nicht dazu animieren, die Sektkorken knallen zu lassen.

Vor fast zehn Jahren hat der Freisinger Kreistag den Energiewendebeschluss gefasst. Das Ziel: Bis zum Jahr 2035 sollte der gesamte Landkreis mit erneuerbaren Energien versorgt werden, so hat man es damals beschlossen. Jetzt, zehn Jahre später, steht fest: „So, wie es derzeit aussieht, schaffen wir die Energiewende 2035 nicht.“ Das sagte zumindest der im Landratsamt dafür zuständige Moritz Strey am Donnerstag im Planungsausschuss.

Streys Bericht über die 2016 durchgeführten Maßnahmen war zwar durchaus umfangreich und führte zahlreiche Aktivitäten und Aktionen auf, nach einer Dekade Energiewendebeschluss stehe aber fest, dass man die Bemühungen wesentlich verstärken müsse, um noch ans Ziel zu gelangen. Beim Strom, der zu zwei Dritteln im Landkreis bereits aus erneuerbaren Energien gewonnen werde, sehe es zwar ganz gut aus, doch auf dem Sektor Wärme und bei der Mobilität sei der Anteil an erneuerbaren Energien noch sehr gering.

An Aktivitäten listete Strey zunächst das Stadtradeln auf, bei dem der Landkreis 2016 den 29. Platz unter deutschlandweit 496 Kommunen belegt habe, in Bayern unter 206 Kommunen auf Platz 11 liege. Über 900 Teilnehmer und eine Strecke von 195 186 geradelten Kilometern bedeuteten eine Kohlendioxid-Einsparung von 27 716 Kilogramm. Außerdem habe man in Allershausen, Neufahrn und Eching Thermographie-Spaziergänge mit Wärmebildkameras angeboten, habe die Waschmaschinen-Tausch-Aktion durchgeführt und sei auch in Sachen Elektromobilität aktiv gewesen: Für die 187 im Landkreis gemeldeten E-Fahrzeuge habe man die Stromtankstelle am Parkplatz beim Landratsamt installiert, aus der zu 100 Prozent regenerativ erzeugter Strom fließe. Zudem habe man „Ich fahr‘ voran“-Aufkleber für Elektroautos anfertigen lassen und verteilt.

Wichtig auch die Treffen in 2016 – und zwar mit den Bürgermeistern, mit den Klimaschutzmanagern aus Freising und Moosburg, das Treffen der Solarregion Freisinger Land und hausintern mit den diversen Sachgebieten. Und noch bevor das Jubiläum „Zehn Jahre Energiewendebeschluss im Landkreis Freising“ auf den Tag genau am 29. März gefeiert werden wird, soll es neue Broschüren geben – zum Beispiel die fünfte Auflage von „Energiewende im Landkreis Freising“ und die fünfte Ausgabe der „Strombroschüre“ der Solarregion. Zudem ist die Überarbeitung des Internetauftritts geplant.

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