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Nicht mehr zusammengefunden haben die Sparkasse und ein langjähriger Kunde. Der Grund: Strafzinsen.

Verärgerter Kontoinhaber spricht von „Abzocke“

Streit um Negativzinsen: Kunde der Sparkasse Freising zieht Konsequenzen

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Weil die Sparkasse Freising Negativzinsen verlangen wollte, hat sie sich den Unmut eines langjährigen Kunden zugezogen. Der hat jetzt seine Konsequenzen gezogen.

Freising Er hat seine Drohung wahr gemacht: Weil er keine Strafzinsen zahlen möchte, hat Karl Hauser (Name geändert) sein Geldmarktkonto bei der Sparkasse Freising aufgelöst und sein Erspartes zu anderen Banken transferiert. Sein Fazit: „Ich habe verhindert, dass die Sparkasse auch nur einen Cent Verwahrentgeld von mir bekommt.“

Die Vorgeschichte: Hauser hatte von der Sparkasse im Herbst 2019 ein Schreiben erhalten mit dem Hinweis, dass bei dem langjährigen Kunden künftig Verwahrentgelt anfalle, wenn er nicht bereit sei, sein Geld in eine „alternative Anlagelösung“ zu investieren. Sollte sich Hauser weigern, sein Geld anzulegen oder Negativzinsen zu zahlen, werde die Bank die entsprechenden Konten kündigen.

Kunder der Sparkasse spricht von „Abzocke“

Hauser fand das Schreiben „unverschämt“ und verzichtete daraufhin, mit den Beratern der Bank noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Wenn man so abgezockt werden soll, macht das keinen Sinn mehr.“

Stattdessen hat er sein gesamtes Tagesgeld, nach eigenen Angaben ein Betrag im sechsstelligen Bereich, zum Jahresende nun zu zwei anderen Banken transferiert, die Positivzinsen anbieten. „Aktuell läuft gerade der Wechsel des Girokontos auf ein kostenloses Girokonto eines anderen Anbieters, da die Kontoführungsgebühren der Sparkasse, 6,95 Euro pro Monat, für die gebotene Leistung in keinem Verhältnis steht“, berichtet Hauser. „An einem weiteren Geschäftsverhältnis mit der Sparkasse Freising habe ich kein Interesse mehr.“

„Sparkasse Freising muss akzeptieren, dass Einlagen abfließen“

Auf FT-Nachfrage erklärte Rudolf Gebhard, Sprecher der Sparkasse, dass er auf den Fall Hauser aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht eingehen könne. Verwahrentgelte für Privatkunden seien aber nach wie vor die absolute Ausnahme. Man suche dabei immer den Dialog mit dem Kunden, um einen Ausgleich zwischen den Interessen des Anlegers mit den betriebswirtschaftlichen Zwängen der Sparkasse Freising zu finden.

Gebhard räumt aber auch ein: „Als letztes Mittel, wenn alle Gespräche oder Gesprächsversuche gescheitert sind, ist auch die Kündigung eines Geldmarkt-Kontos möglich.“ Befürchtet er, dass andere betroffene Kunden nun dem Beispiel von Karl Hauser folgen könnten? „Die Sparkasse Freising muss akzeptieren, dass Einlagen abfließen, kann aber auch neue Einlagen gewinnen.“

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