Essener Tafel
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Viele Menschen sind auf das Angebot der Freisinger Tafel angewiesen.

Kunden müssen FFP2-Masken tragen

„Wir hoffen, dass alles gut geht“: Freisinger Tafel setzt Warenausgabe für Bedürftige fort

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Trotz Corona-Gefahr arbeitet die Freisinger Tafel weiter. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen riskieren dabei einiges.

  • Bei der Freisinger Tafel arbeiten viele Senioren und Seniorinnen.
  • Sie gehören zur größten Risikogruppe und sind zum Teil noch nicht geimpft.
  • Trotzdem haben sie sich entschlossen, weiterhin Lebensmittel an Bedürftige auszugeben.

Freising - „Es ist eine heikle Sache“, räumt Gundi Kürten, stellvertretende Vorsitzende der Tafel, ganz offen ein. Schließlich hat der Verein selbst schon schlimme Erfahrungen mit dem Virus gemacht. Am Anfang der Pandemie starb ein Mitglied nach einer Corona-Infektion. Der Verein stoppte zeitweilig die Warenausgabe im ersten Lockdown. Aber dann entwickelte die Tafel ein Schutzkonzept, und jetzt, im zweiten Lockdown, lautet das Motto, so Gundi Kürten: „Wir halten durch.“ Die Ausgabe von Lebensmitteln wird zweimal die Woche fortgesetzt.

Dabei sind zahlreiche Mitarbeiter um die 80 Jahre alt, und viele davon hatten noch keine Schutzimpfung, berichtet die stellvertretende Vorsitzende. Auch sie selbst zählt mit 78 Jahren zur absoluten Risikogruppe. „Wir haben schon Angst, dass uns jemand eine Infektion reinbringt. Aber es gibt einfach so viele Menschen, die unsere Hilfe benötigen. Deswegen hoffen wir, dass alles gut geht.“

FFP2-Masken sollen die Mitarbeiter schützen

Um die rund 50 Mitarbeiter der Tafel bestmöglich zu schützen, sind alle Kunden verpflichtet, bei der Warenausgabe FFP2-Masken zu tragen. „Jeder, der kommt, erhält von uns auch kostenlos eine solche Maske“, berichtet Gundi Kürten. Möglich ist das, weil der Verein nicht nur einen Zuschuss von der Bayerischen Tafel bekommen hat, sondern auch viele Spenden von Privatleuten bei ihr eintreffen. „Es ist toll, wie uns die Bevölkerung unterstützt.“

Schützen sich, so gut es geht, jetzt auch mit FFP2-Masken: Gundi Kürten und ihre Tafel-Mitstreiter.

Damit nicht alle Bedürftigen gleichzeitig mittwochs und donnerstags zur Lebensmittelausgabe strömen, hat die Tafel halbstündige Zeitfenster eingerichtet. „Da sich Kunden bei uns registrieren müssen, konnten wir jeden anschreiben und gezielt zu uns bestellen“, berichtet Kürten. Insgesamt sei die soziale Not im aktuellen Lockdown gestiegen, berichtet Kürten. Unter anderem fallen ja kostenlose Mittagessen an Schulen für Kinder aus sozial schwächeren Haushalten weg. „Hier zeichnet sich etwas ab“, befürchtet Kürten. „Allein in der vergangenen Woche sind sechs neue Kunden dazugekommen.“

Unterstützung der Stundenten ist „Gold wert“

Sehr froh ist die stellvertretende Tafel-Vorsitzende auch über die Hilfe junger Menschen. Die Studenten der Initiative Food Sharing, die im Frühjahr 2020 für die Freisinger Tafel in die Bresche sprangen, bieten immer noch tatkräftige Unterstützung. Kürten: „Die Helfer sind wirklich Gold wert.“

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