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Ein eingeschworenes Team sind die Helfer der Freisinger Tafel – hier Alfred Scheifl, Resi König, Gundi Kürten, Ursula Wohn und Klaus König. Aber man bräuchte dringend jungen Nachwuchs. 

Freisinger Tafel

Nachwuchs dringend gesucht

Die Freisinger Tafel versorgt jede Woche hunderte Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, mit frischen Lebensmitteln. Das ist viel Arbeit für einen kleinen Kreis Menschen. Die Altersstruktur im Verein tut ihr Übriges: Die Tafel braucht dringend Nachwuchs.

Freising– Mehr als die Hälfte der aktiven Mitglieder ist über 70 Jahre alt. Diese Tatsache bereitet Peter Bach, Vorsitzender der Tafel, schon seit einiger Zeit Kopfzerbrechen. Zwar sind alle Helfer rüstig und gesund, trotzdem müsse man jetzt für die Zukunft vorsorgen. „Wir brauchen in den kommenden fünf Jahren etwa zehn bis 20 neue Helfer, um die Tafel am Leben zu erhalten“, zeigt Bach die Dringlichkeit auf. Von 59 Helfern seien 19 über 75 Jahre alt. „Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die in den kommenden Jahren ausscheiden“.

Man braucht also Nachwuchs, das ist im Verein allen klar. Aber das geht nicht einfach so, von heute auf morgen. Viele Helfer seien von Beginn an dabei. „Das ist ein eingeschworener Haufen“, sagt Bach. Er sieht zum Beispiel eine Problematik in der unterschiedlichen Sichtweise und Auffassung. Die nachwachsende Generation begreife heute Vereinsarbeit anders, viel prozessorientierter und professioneller, mit betriebswirtschaftlichem Blick. Das sei für manche Altgedienten nicht immer leicht zu verstehen. So wie es eben selten leicht ist, sich auf neue Einflüsse und Ideen einzulassen, wenn man über Jahre so viel Herzblut in eine Sache gesteckt hat.

Bach weiss das und sagt deshalb: „Wir müssen den Generationenwechsel gestalten, nicht einfach passieren lassen.“ Ein Prozess also, der bewusst geschehen soll und bei dem alle mitgenommen werden müssen. Das erfordert Fingerspitzengefühl und Verständnis auf allen Seiten.

Aber das braucht man ja ohnehin, wenn man sich sozial engagiert. Dafür bekommt man aber auch viel zurück bei der Tafel. „Unsere Kunden sind froh und dankbar um die Unterstützung und das sagen sie auch“, sagt Klaus König. Der Rentner ist seit der Gründung vor elf Jahren dabei. Er ist zuständig für die Logistik, teilt Fahrer ein, organisiert, dass die Lebensmittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Zudem steht er mit den Händlern in Kontakt, die der Tafel Lebensmittel spenden.

Aber es ist nicht allein die Dankbarkeit der Kunden, die die Arbeit bei der Tafel zu einem Gewinn macht. „Der Zusammenhalt und der Spaß, im Team etwas zu schaffen“, ist für die zweite Vorsitzende Gundi Kürten auch ein wichtiger Aspekt des ehrenamtlichen Engagements. „Die Arbeit ist insgesamt einfach eine Bereicherung“, sagt sie überzeugt. Es gibt verschiedene Aufgaben für die Helfer. Als Fahrer zum Beispiel holt man die Ware von den Spendern ab, ein weiteres Team bereitet die Lebensmittel vor. Eine dritte Gruppe packt entsprechende Kisten für die Kunden, die dann ein weiteres Team an den Ausgabetagen verteilt. Die Arbeit fällt hauptsächlich an den Vormittagen unter der Woche an. Wer Lust hat zu helfen, ist stets willkommen – egal wie alt man ist oder welche Nationalität man hat. Auch der Zeitaufwand kann individuell gestaltet werden.

Bei Interesse findet man auf der Webseite des Vereins unter www.freisinger-tafel.orgdie Ansprechpartner. Helfer Alfred Scheifl jedenfalls ist froh, dass er nach einer kleinen Zwangspause wieder im Einsatz ist: „Ich mache das sehr gern, man nützt seine Zeit einfach sinnvoll.“

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