Dieser markierte Korridor im Bereich der bereits sanierten Unteren Hauptstraße in Freising muss unbedingt freigehalten werden.
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Dieser markierte Korridor im Bereich der bereits sanierten Unteren Hauptstraße in Freising muss unbedingt freigehalten werden.

Stolperfallen für Sehbehinderte

Taktiles Leitsystem in Freising oft zugeparkt - Jetzt sollen Markierungen helfen

Der barrierefreie Korridor in der Freisinger Innenstadt muss freigehalten werden, damit sich Sehbehinderte zurechtfinden. Um dafür zu sensibilisieren, wurden nun Markierungen angebracht.

Freising – Mitarbeiter des Freisinger Bauhofs haben jetzt in der Unteren Hauptstraße in der bereits neugestalteten Innenstadt Markierungen und Aufkleber angebracht. Damit will man darauf aufmerksam machen, den barrierefreien Korridor unbedingt freizuhalten. Immer öfter nämlich kommen dort Sehbehinderte oder Blinde ins Stolpern.

Der Korridor wird oft nicht freigehalten

Hintergrund der augenfälligen Aktion: Die Freisinger Innenstadt wird bekanntlich barrierearm und niveaugleich ausgebaut und als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Dahinter stehen nicht nur die Planer. Mitgewirkt haben auch viele Fachleute aus der Praxis, etwa der Behindertenbeauftragte der Stadt, die Projektgruppen „Seniorinnen und Senioren“ sowie „Menschen mit Behinderung“ des Agenda21- und Sozialbeirats. Mit von der Partie war auch die Aktive City Freising, die Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund. Christl Steinhart, Sprecherin der Stadt, zieht nun ein gemischtes Fazit: „Während die Zustimmung beim Stadtbummel vom ersten Moment an groß war und auch noch ist – und die neu geschaffene Fläche von den Passanten wie vorgesehen genutzt wird, haben sehbehinderte Mitbürger, für die in den neugestalteten Flächen eigens ein taktiles Leitsystem eingebaut wurde, Probleme.“ Die Ursache: „Gedanken- und Achtlosigkeit“, so Steinhart. „Der barrierefreie Korridor, der blinden und seheingeschränkten Personen als Führungslinie dient und unbedingt freigehalten werden muss, wird allzu häufig durch ruhenden Verkehr – Autos wie Räder – aber auch durch Mobiliar von Geschäften und Restaurants besetzt.“

Achtlosigkeit hat Konsequenzen

Obwohl Stühle, Tische oder Werbetafeln „meist unbewusst dort platziert oder im Laufe des Tages dorthin gewandert“ seien, sorgen sie ebenso wie falsch geparkte Autos oder nachlässig abgestellte Radl zu einer erheblichen Einschränkung der Orientierung von sehbehinderten oder blinden Mitbürgern. Die werden dadurch daran gehindert, den taktilen Streifen mit ihrem Blindenstock oder Langstock zu folgen.

Die Markierung ist wie ein Appell

Steinhart: „Die Stadt weiß, dass hier nicht Absicht oder gar Rücksichtslosigkeit im Spiel sind, sondern meist Unwissenheit über die Bedeutung der wichtigen Korridore entlang der taktilen Kante.“ Diese Blockaden könne man leicht vermeiden. Deshalb hatte die Stadt Freising bereits im Sommer einen Informationsflyer erstellt, der nochmals ausdrücklich über das Konzept Barrierefreiheit in der Freisinger Innenstadt und den barrierefreien Korridor informiert. Mit der neu aufgebrachten Markierung soll nun „augenfällig auf die wirklich große Bedeutung dieses Leitsystems aufmerksam gemacht werden“. Die unmissverständliche Botschaft: „Bereich bitte freihalten!“ ft

Hier gibt‘s den Info-Flyer

Ein Faltblatt mit Hintergrundinformationen ist zum Mitnehmen nach wie vor erhältlich im Bürgerbüro, in der Touristeninformation, in der Stadtbibliothek und im Büro der Aktiven City (Ziegelgasse 15).

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