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Die Postler in der Niederlassung Freising drohen mit Streiks. Betroffen davon wären auch alle, deren Postleitzahl mit 84 und 85 beginnen.

Arbeitnehmer in Kampfbereitschaft

Freising: Tarifstreit bei der Post - Warnstreiks werden ausgeweitet

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat es in der Niederlassung Freising den ersten Warnstreik gegeben. ver.di kündigt weitere Maßnahmen an, die Kunden zu spüren bekämen.

Freising – Der Tarifstreit bei der Deutschen Post spitzt sich zu: In der Region kommt es seit Donnerstag zu immer mehr Warnstreiks. Auch in der Niederlassung in Freising, in der rund 4000 Postler beschäftigt sind, wurde die Arbeit am Samstag zeitweise niedergelegt. Das aber ist erst der Anfang, wie Reinhard Wagner, Vorsitzender der ver.di Flughafen, gegenüber dem FT betont. „Der Arbeitgeber stellt sich komplett stur. Deshalb werden die Warnstreiks in dieser Woche ausgeweitet.“

Wie berichtet, fordert die Gewerkschaft ver.di im Rahmen der derzeit laufenden Tarifverhandlungen 5,5 Prozent mehr Lohn und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 90 Euro. Zudem soll die Postzulage für Beamte fortgeschrieben werden. Sie dient als Ersatz für fehlendes Weihnachts- und Urlaubsgeld. Das Unternehmen bietet bis dato aber nur eine Gehaltserhöhung um 1,5 Prozent. Gerade in Zeiten von Corona, so Wagner, hätten die Postler Enormes geleistet.

Maßnahmen, die Kunden zu spüren bekämen

Zwei Verhandlungsrunden sind bereits verstrichen, ohne das sich die Parteien einander angenähert hätten. Für den 21. und 22. September ist das dritte Treffen angesetzt. „Wenn dabei auch nichts herauskommt, wird es eine Urabstimmung geben und vermutlich zu einem Durchsetzungsstreik kommen“, sagte Wagner. „Und das werden dann auch die Kunden merken. Briefe und Pakete kommen dann später an.“ Betroffen wären alle, deren Postleitzahl mit 84 oder 85 beginnt.

Dass sich der Tarifstreit derart zuspitzt, hat der Vorsitzende von ver.di-Flughafen nicht erwartet. Ihn erinnert die Situation an 2015, als am Briefzentrum sechs Wochen am Stück gestreikt wurde.

Deutsche Post will Angebot machen

Dazu aber muss es nicht kommen. Denn die Deutsche Post kündigt für die nächste Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot an. „Wir wollen im Interesse der Beschäftigten und des Unternehmens Lösungen finden, die nachhaltige Lohnsteigerungen mit einer langfristigen Perspektive verbinden und wirtschaftlich tragfähig sind“, sagte Thomas Ogilvie, Personalvorstand der Deutschen Post dem FT. „Dabei wäre für uns auch eine überproportionale Steigerung der unteren Lohngruppen sowie die Ausweitung der Entlastungszeit vorstellbar.“ Dafür sei aber auch von der Gewerkschaft Dialog- und Kompromissbereitschaft erforderlich.

Ankündigungen weiterer Streiks nimmt die Post äußerlich gelassen hin. „Aus Erfahrung wissen wir, dass die Erwartung der Gewerkschaft an die Streikbeteiligung häufig von der tatsächlichen abweicht“, betont Ogilvie. Streikbedingte Rückstände könnten in der Regel in den Folgetagen aufgearbeitet werden.

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