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Rachenabstriche sollen bald auch an einer zentralen Teststelle im Landkreis Freising erfolgen.

Reaktion auf Söders Forderung

Teststellen in jedem Landkreis: Landratsamt Freising kann in kürzester Zeit reagieren

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Ministerpräsident Markus Söder fordert Corona-Teststellen in jedem Landkreis. Das Landratsamt Freising reagiert umgehend - mit knackiger Ansage. 

Landkreis – In jedem Landkreis soll es in Kürze flächendeckende Corona-Testzentren geben, in denen sich Bürger kostenlos einen Rachenabstrich nehmen lassen können. So hat es der Ministerrat am Montagvormittag beschlossen – eine Reaktion auf die wieder steigenden Infektionszahlen.

Von der neuen Marschroute erfuhr das Landratsamt Freising auch erst im Rahmen der Pressekonferenz, die Ministerpräsident Markus Söder am Mittag gab. Auf dem falschen Fuß wird die Behörde von der neuen Anweisung indes nicht erwischt. „Wir haben die vergangenen zwei bis drei Wochen selbst schon ausgelotet, wie wir angesichts der kommenden Rückreisewelle am Besten fahren können“, sagte Robert Stangl, Pressesprecher des Landratsamtes, auf FT-Nachfrage.

Pressesprecher reagiert mit knackiger Ansage

Mit dem Drive-In in Marzling verfügt das Landratsamt bereits über eine Teststelle. Die ist zwar derzeit stillgelegt, um die ehrenamtlichen Kräfte zu schonen, wie Stangl erklärte. Der Drive-in könnte aber jederzeit wieder aktiviert werden. Noch allerdings steht nicht fest, ob die geforderte Teststelle tatsächlich nach Marzling kommt. Stangls knackige Ansage: „Wenn Herr Söder will, dass das Ding bis Ende August steht, wird es im Landkreis Freising auch Ende August stehen.“

Landratsamtssprecher Robert Stangl: „Wenn Herr Söder will, dass das Ding bis Ende August steht...“

Dass das Landratsamt auf eine zweite Infektionswelle vorbereitet ist, hatte zuvor schon Tobias Diepold, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, auf eine FDP-Anfrage hin mitgeteilt. Zwar habe die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) aufgelöst werden müssen. Nach Aufhebung des Katastrophenfalles sei dies gesetzlich notwendig gewesen. „Wir haben aber eine Koordinierungsgruppe gebildet, welche die ursprünglichen Aufgaben der FüGK im Wesentlichen weiterverfolgt“, berichtete Diepold. „Zudem werden Einrichtungen wie der Drive-In oder das Notkrankenhaus im Klinikum im Stand-by-Modus gehalten, um hier auf dramatische Änderungen der Lage innerhalb kürzester Zeit reagieren zu können.“

Landkreis verfügt über genügend Schutzausrüstung

Die FDP-Kreisräte Tobias Weiskopf und Susanne Hartmann hatten zudem gefragt, ob der Landkreis noch über genügend Schutzausrüstung für eine mögliche zweite Corona-Welle verfüge. Auch das hatte Diepold bejaht. Das Landratsamt habe ein beträchtliches Lager an Schutzausrüstung aufgebaut. „Das werden wir über die nächsten Monate und Jahre aufrechterhalten, um hier über Wochen hinweg lieferbar zu sein.“

Tobias Diepold, Landratsamt: „Können in kürzester Zeit auf dramatische Änderungen der Lage reagieren

Diepold betonte aber auch, dass konkrete Maßnahmen im Krisenfall zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen seien. Man wisse ja nicht, ob eine flächendeckende Welle komme oder nur ein Hot-Spot-Geschehen. Und natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit: dass eine zweite Welle ausbleibt.

FDP lobt Krisenmanagement des Landratsamtes

„Die Antwort des Landratsamtes freut uns“, sagt Hartmann. Dank der Koordinierungsgruppe könne im Fall einer zweiten Welle schnell gehandelt werden. „Bei einem drastischen Anstieg der Fallzahlen zählt jeder Tag – so kann schnell reagiert und eine weitere Ausbreitung eingedämmt werden.“

Susanne Hartmann (FDP): „Bei einem drastischen Anstieg der Fallzahlen zählt jeder Tag.“

Besonders wichtig war der FDP, dass ausreichend Schutzausrüstung auf Lager ist. „Der Landkreis hat hier sehr vorausschauend gehandelt, damit es zu keinen Engpässen mehr kommt“, bilanziert Hartmann. „Nachdem die zentrale Beschaffung über das Landesamt für Gesundheit Ende Juni geendet hat, müssen die Landkreise eigenverantwortlich für genügend Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge sorgen. Hier ist Freising wirklich gut aufgestellt.“

Auch Kreisrat Tobias Weiskopf findet lobende Worte: „Bislang hat der Landkreis die Krise sehr gut gemanagt. Die vielen Tests und schnelles Handeln, etwa nach dem Corona-Ausbruch im Klinikum, haben es ermöglicht, die Situation gut unter Kontrolle zu bekommen.“ Jetzt ist das Landratsamt mit dem Testzentrum erneut gefordert.

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