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Während ein THW-Helfer die Drohne steuert, kontrolliert ein anderer das Wärmebild. Die Aufnahme rechts entstand bei einer Übung.

Großeinsatz im Landkreis Freising

THW setzt auf Drohnen bei Vermisstensuche auf Isar - 14 Piloten in Ausbildung

Wie sucht man im Dunklen nach einem Vermissten in der Isar? Freisings THW hat dafür spezielle Drohnen parat - und hat diese am Freitag auch beim Großeinsatz aktiviert.

Freising – Das Großaufgebot an Einsatzkräften war enorm, das am Freitagabend im Raum Freising ausrückte, um nach einer Person zu suchen, die möglicherweise an der Korbinianbrücke in die Isar gesprungen war. Neben den Kräften von Feuerwehr und Wasserwacht war auch das THW mit von der Partie. Dessen technisches Equipment ist in solchen Situationen wertvoll.

Wie Ortsverbandssprecher Michael Wüst berichtet, wurde der Drohnentrupp am Freitag nachalarmiert. An der Isar in Marzling startete die Drohne, die bis zu 40 Minuten fliegen kann. „Sie übernahm mit ihrer hochauflösenden Wärmebildkamera die bodennahe, detaillierte Absuche der Isar sowie der dicht und überhängend bewachsenen Böschung“, erklärt Wüst.

Vermisstensuche an der Isar bei Freising per Wärmebild-Drohne unterstütz

Zur Verstärkung sei dann der Zugtruppkombi mit drei Drohnen und fünf Piloten angerückt. So wurde nicht nur die Isar flussauf- und abwärts abgesucht, sondern auch die Uferbereiche mit speziellem Gerät und einer Flutlichtanlage. „Mit der hochauflösenden Wärmebildkamera der Drohne wurden Gewässer und Uferbereich auf Temperaturunterschiede abgesucht“, erklärt Wüst. 

Auch mit Flutlicht unterstützte das THW die Suchtrupps von Wasserwacht, Feuerwehr und Polizei.

„Das Wärmebild wurde in Echtzeit auf einen Monitor übertragen und die Objekte von den THW-Fachkräften auf Temperaturunterschiede, Form, Umriss sowie Lage kontrolliert.“ Bei Auffälligkeiten hätten Wasserrettungskräfte auf der Isar den entsprechenden Bereich gezielt unter die Lupe genommen. Gegen 1.20 Uhr, nach rund vier Stunden, wurde die Suche zwischen der Isarbrücke bei Marzling und der Freisinger Kläranlage – wie in den anderen Einsatzabschnitten auch – beendet, ohne jemanden zu finden.

Zahlreiche Drohnenpiloten beim THW in Ausbildung

„Dieser Einsatz hat eindrucksvoll gezeigt, welche Möglichkeiten die hochmoderne THW-Drohne mit ihrer professionellen Wärmebildkamera und Bildüberlagerung – Infrarot-Wärmebild über reguläres Umgebungsbild – bietet“, sagt Wüst. In Verbindung mit dem geländegängigen Lichtmastanhänger sei sowohl die visuelle Suche als auch die Auswertung der Wärmesignaturen in Echtzeit problemlos möglich gewesen. „Gerade die Kombination aus fliegender Wärmebildkamera und des mit teilausgefahrenem Lichtmast verfahrbaren Anhängers bringt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Suche nur mit Taschenlampen“, resümiert der Ortschef.

Beim THW Freising werden aktuell 14 Kräfte zu Drohnenpiloten ausgebildet, berichtet Wüst. Das stelle sicher, dass sofort die benötigte Zahl an Einsatzkräften zur Verfügung stehen – und weitere auf Bereitschaft.

ft

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