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Höchst engagiert in der Hospizbewegung ist das Ehepaar Marianne und Werner Folger.

Die Familie Folger hat eine eigene Stiftung errichtet

Der Traum vom Hospiz wird wahr: Freisinger Familie finanziert Millionen-Projekt

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Der Freisinger Rechtsanwalt Werner Folger hat zusammen mit Ehefrau Marianne und Tochter Sofia eine Stiftung errichtet. Zweck: Der Bau einer – dringend benötigten – stationären Hospizeinrichtung für die Landkreise Freising und Erding. 

Freising/Erding– Die Baukosten in Millionenhöhe bestreitet der Anwalt aus seinem Privatvermögen. Hierzu stattet er die Stiftung zunächst mit 1,5 Millionen Euro aus. Gebaut werden soll das Hospiz in Erding. Seit 17 Jahren ist Marianne Folger Hospizbegleiterin – seit drei Jahren leitet sie die Hospizgruppe Freising. Die ist, wie der eng befreundete Erdinger Christophorus Hospizverein, nicht nur dringend auf Spenden angewiesen und daher chronisch unterfinanziert, sondern steckt auch in einem Dilemma: In der Region fehlt eine stationäre Hospizeinrichtung.

Für Schwerstkranke und Sterbende steht zwar im Freisinger Klinikum eine Palliativstation zur Verfügung. Doch der Aufenthalt dort ist entsprechend von Vorgaben der Krankenkassen zeitlich auf etwa drei Wochen begrenzt. „Dann müssen die Todkranken wieder nach Hause, in ein Pflegeheim oder ins Krankenhaus“, berichtet Marianne Folger – eigentlich ein unhaltbarer Zustand. Oft könne die Betreuung der Sterbenden zuhause nicht geleistet werden, auch Pflegeheime seien da überfordert. „Die tun, was sie können“, weiß Marianne Folger, „können das aber nicht schaffen.“ „Was dringend fehlt, ist daher ein stationäres Hospiz“, ergänzt Werner Folger, „ein Ort, wo es kein zeitliches Limit gibt, aber eine professionelle Versorgung. Ein Ort, wo Menschen in Ruhe aus dem Leben gehen können.“

Tatsächlich aber sind stationäre Hospize rar. Die Wartezeit beträgt vier bis sechs Wochen. „Da sind viele bereits gestorben“, sagt Marianne Folger. Vor diesem Hintergrund haben die Hospizhelfer schon einige Tragödien erlebt – und der Wunsch des Ehepaars Folger wurde immer stärker, hier zu helfen. Werner Folger, ein sehr erfolgreicher und international tätiger Geschäftsmann, entschloss sich schließlich dazu, die Form einer Stiftung zu nutzen. Die MWS-Hospiz-Stiftung“ – mit den Initialen der Vornamen der Stiftungsgründer – hat ihren Sitz in Freising und wurde soeben von der Regierung von Oberbayern als „rechtsfähig“ anerkannt. Das Ziel: „Die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, insbesondere des Hospiz- und Palliativwesens“, wie es offiziell heißt. Dahinter steht das konkrete Hospiz-Projekt.

Lesen Sie auch: Neue Ideen in neuen Räumen: Hospizgruppe Freising erweitert ihre Kapazitäten

Die auf zwölf Zimmer ausgelegte Einrichtung soll in Erding entstehen, wo die Stadt ein Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung stellt. „Oberbürgermeister Max Gotz hat sich hier massiv eingesetzt“, sagt Werner Folger. Derzeit wird ein Bebauungsplan aufgestellt, mit der Baugenehmigung rechnet Folger im Frühsommer. 2020 könnte das Hospiz dann in Betrieb gehen: „Wir stellen das Gebäude dann einer Betreibergesellschaft zur Verfügung.“ Finanziert werde der Betrieb durch Zuschüsse der Krankenkassen. „Außerdem wollen wir in Freising und Erding einen Förderverein gründen, damit sich hier auch Bürger mit einbringen können.“

Gut zu wissen

Voraussetzung für ein Hospiz ist eine Mindest-Einwohnerzahl, die die Landkreise Freising und Erding zusammen gerade aufbringen.

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