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Der trockene Sommer hat Spuren hinterlassen: Wegen der zum Teil drastischen Ernteausfälle sind die Getreide- und damit auch die Mehlpreise deutlich gestiegen. Viele Bäckereien im Landkreis nehmen das zum Anlass, um über Preiserhöhungen nachzudenken.

Ernteausfälle und steigende Personalkosten

Trockener Sommer, teures Mehl: Viele Bäckereien im Kreis Freising erhöhen Preise

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Der trockene Sommer hat Spuren hinterlassen: Wegen der zum Teil drastischen Ernteausfälle sind die Getreide- und damit auch die Mehlpreise deutlich gestiegen. Viele Bäckereien im Landkreis nehmen das zum Anlass, um über Preiserhöhungen nachzudenken.

Landkreis – Der trockene Sommer hat Spuren hinterlassen: Wegen der zum Teil drastischen Ernteausfälle sind die Getreide- und damit auch die Mehlpreise deutlich gestiegen. Viele Bäckereien im Landkreis nehmen das zum Anlass, um über Preiserhöhungen nachzudenken. Doch die Bäckermeister betonen: Das Mehl allein ist nicht ausschlaggebend.

„Durch die schwächeren Ernten ist das Mehl um fünf bis acht Euro pro 100 Kilo teurer geworden“, sagt der Obermeister der Bäckerinnung im Landkreis, Thomas Grundner. Gleichzeitig seien die Personalkosten um 2,2 bis 2,7 Prozent gestiegen. Deshalb hat der Inhaber der Bäckerei und Konditorei Grundner in Moosburg Konsequenzen gezogen. „Im Sommer haben wir die Preise für alle Backwaren, die Mehl enthalten, ein bisschen erhöht.“ Negative Reaktionen habe Grundner bislang nicht erlebt. „Ich denke, die Kunden verstehen, dass gute Qualität eben ihren Preis hat.“

Ähnlich sieht das Karl Schrafstetter. Der Chef der gleichnamigen Bäckerei mit Filialen in Mauern und Nandlstadt denkt seit geraumer Zeit über höhere Preise nach. Dass seine Kundschaft mit Unverständnis reagieren könnte, sorgt ihn nicht. „Sie erwarten schließlich auch beste Qualität von Material und Ergebnis“, sagt Schrafstetter. Trotzdem legt er Wert darauf, die Preissteigerung, die er spätestens Anfang Februar durchführen will, zu erklären. „Mehl, Personal, laufende Kosten wie Strom: Das alles wird teurer. Deshalb muss ich auch teurer werden“, erklärt der Bäckermeister. Er plant und kalkuliert schon seit Längerem. „Ich möchte das gescheit machen. Überteuert soll es bei uns natürlich auf keinen Fall werden“, betont Schrafstetter.

Jugendwerk Birkeneck: „Wir werden nicht wirklich teurer, sondern ziehen eher nach“

Ulrich Schindele ist derzeit ebenfalls am Überlegen. „Der höhere Mehlpreis ist natürlich auch bei uns ein Thema“, sagt der Bäckermeister aus Attenkirchen auf FT-Nachfrage. In seinem Laden zahlen die Kunden bislang zwar noch nicht mehr, im nächsten Jahr könnte sich das allerdings ändern. Schindele sagt: „Ich denke gerade darüber nach, wie es künftig weitergehen soll.“

Bereits entschieden hat sich Jörg Hellemann, Leiter der Bäckerei des Jugendwerks Birkeneck. „Wir werden nicht wirklich teurer, sondern ziehen eher nach“, sagt der Bäckermeister aus Hallbergmoos. „Als Ausbildungsbetrieb sind wir ohnehin etwas billiger als die Bäckereien, die wirklich viel Gewinn erwirtschaften müssen. Unsere Kosten müssen wir allerdings trotzdem decken.“ Ab 1. Januar soll eine Semmel in seiner Bäckerei deshalb im Schnitt fünf Cent mehr kosten. Laut Hellemann sei neben den steigenden Energiekosten nicht nur das Mehl teurer geworden, sondern auch andere Rohstoffe wie Butter. Dass Kunden wegen der Preiserhöhung zu Discount-Bäckereien abwandern, glaub Hellemann nicht. „Wer zu uns kommt, ist bereit, für gute Qualität ein bisschen Geld auszugeben.“

Auch Stefan Geisenhofer, der ab Januar das Traditionsgeschäft Muschler in Freising übernimmt und bereits eine Bäckerei und Konditorei in Dachau führt, hat die Preise für Semmeln und Co. angezogen. Der höhere Mehlpreis sei dafür nicht ausschlaggebend gewesen, habe aber neben den steigenden Betriebs- und Personalkosten dazu beigetragen. „Die Erhöhung geschah in Absprache mit der ganzen Branche“, erklärt Geisenhofer. Die Muschlers hätten die Preise daraufhin ebenfalls ein bisschen erhöht. „Ich werde das dann so übernehmen.“

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