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Trotz Corona-Schutzmaßnahmen: BRK muss Sanitäter freistellen

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Von: Manuel Eser

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Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes tun alles, um sich vor einer Corona-Ansteckung zu schützen. Mit Spezialdesinfektionstüchern werden zum Beispiel die Fahrzeuge von etwaigen Viren befreit. © Lehmann

Trotz aller Schutzmaßnahmen muss das BRK drei seiner Sanitäter freistellen. Zum Verhängnis wurde dem Trio ein Einsatz, der vermeintlich nichts mit Corona zu tun hatte.

Freising – Sie sind die ersten Helfer, die mit Corona-Patienten in Kontakt kommen: Die Mitarbeiter der Rettungsdienste transportieren betroffene Personen ins Krankenhaus. Zwar gibt es für Notfall- und Rettungssanitäter Schutzmaßnahmen im Umgang mit Infizierten. Vor Ansteckung sind die Mitarbeiter von BRK und Johannitern aber dennoch nicht gefeit.

Wie Hubert Böck, Leiter des BRK-Rettungsdienstes, dem FT mitteilte, sind derzeit drei Mitarbeiter freigestellt – wegen des Verdachts einer Ansteckung mit dem Virus. „Alle drei sind mit einem Patienten in Kontakt gekommen, bei dem sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass er mit Corona infiziert war.“ Zwar teile die Leitstelle bei der Aufnahme eines Einsatzes mit, ob es sich um einen Corona-Fall handelt oder nicht. Aber es könne eben auch passieren, dass der Notruf nichts mit dem Virus zu tun habe, aber die betroffene Person eben trotzdem infiziert sei.

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Rettungsdienst fährt zu zwei bis drei Corona-Fällen pro Tag

Dieses Risiko müssen die Sanitäter wohl in Kauf nehmen. „Wir können nicht bei jedem einzelnen Einsatz prophylaktisch Schutzanzüge und Masken tragen“, betonte Böck. „Wir sind schon froh, dass wir inzwischen ausreichend Material für die Corona-Einsätze haben.“ Und das seien pro Tag meist zwei bis drei. „Einen Tag ganz ohne Corona gibt es für uns nicht mehr.“

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Nach jedem Corona-Einsatz werden auch die Fahrzeuge des Rettungsdienstes intensiv gereinigt. © Lehmann

Froh ist der Leiter des BRK-Rettungsdienstes, der selbst gerade eine 14-tägige Quarantäne überstanden hat, auch über die neue Wache. Das BRK-Zentrum, das erst vor wenigen Wochen in Betrieb ging, verfügt über Desinfektionsräume und eine Schleuse. „Mitarbeiter, die vom Corona-Einsatz kommen, desinfizieren sich, duschen sich und erhalten neue Kleidung, ehe sie wieder mit Kollegen in Kontakt kommen.“ Böck hofft, dass die Maßnahmen ausreichen, um Infektionen in seinem Team zu verhindern. Was ihn positiv stimmt: „Bisher hat sich keiner unserer Mitarbeiter bei einem Corona-Einsatz, der von der Leitstelle auch als solcher deklariert war, angesteckt.“

„Diese Gefahr ist immer noch nicht allen bewusst“

Böck befürwortet auch die Ausrufung des Katastrophenfalls durch die Bayerische Staatsregierung und die damit einhergehenden Maßnahmen. „Für die allermeisten Menschen hat Corona harmlose Auswirkungen. Aber wenn die Ansteckungszahlen so weiter steigen wie bisher, nimmt automatisch auch die Zahl der Patienten zu, die eine intensive Behandlung benötigen. Und für die stehen irgendwann nicht mehr genügend Akutplätze in den Kliniken zur Verfügung“, erklärte der Rettungsdienstleiter. „Und diese Gefahr ist, glaube ich, immer noch nicht allen bewusst.“

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Durch die Desinfektionsschleuse müssen alle Sanitäter nach einem Corona-Einsatz – so wie Simon Burzin. © Lehmann

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