Thema in fast allen Gemeinden und Städte: die Abstandsflächen bei Wohnungsbauten
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Was die Wiederbelebung der Landkreis-eigenen Wohnungsbaugesellschaft angeht, ist die CSU anderer Meinung als der Landrat. Symbolbild

Das Motto: „Ruhe bewahren“

U6-Verlängerung, Schlüterbrücke, Wohnungsbau: CSU im Freisinger Kreistag positioniert sich

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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In ihrem Jahresgespräch hat sich die Kreistagsfraktion der CSU für 2021 zu wichtigen Themen positioniert - und eine Personalie geklärt.

Landkreis - In ihrem Jahresgespräch hat sich die Kreistagsfraktion der CSU für 2021 zu wichtigen Themen positioniert. Dabei ging es nicht nur um die U6-Verlängerung, sondern auch um die Zukunft des Josef-Hofmiller-Gymnasiums (JoHo) sowie um den vierspurigen Ausbau der Schlüterbrücke. Personell hat sich ebenfalls etwas geändert.

Franz Braun rückt für Harald Reents nach

Nach dem tragischen Tod von Fraktionsmitglied Harald Reents rückt nun der Kranzberger Landwirt und Gemeinderat Franz Braun (55) für Reents nach. Einen der CSU-Sitze im Kreisausschuss werde laut Fraktionschef Manuel Mück Johann Stegmair übernehmen, dessen Platz im Planungsausschuss wiederum Braun einnehme. Den Posten des stellvertretenden Fraktionschefs soll künftig der Moosburger Kreisrat Georg Hadersdorfer anstelle von Reents ausfüllen.

Thematisch stand die U6-Verlängerung ganz vorne bei der Aufzählung. Wie berichtet, unterstützt die CSU die Bemühungen, das Projekt trotz negativ ausgefallener Kosten-Nutzen-Analyse voranzutreiben. Doch als mögliche Alternativen sollte man sich, wie berichtet, nicht auf einen Express-Bus beschränken, sondern auch ungewöhnliche Maßnahmen wie eine Seilbahn oder eine Bögl-Bahn nicht gleich verdammen.

Atommüll-Endlager: „Thema nicht künstlich hochpeitschen“

Wie es mit dem JoHo in Freising weitergehen soll, das (als letzte weiterführende Schule) noch von der Stadt an den Landkreis übergeben werden wird, stand ebenfalls im Fokus der CSU: Angesichts einer 50 Jahre alten Bausubstanz sollte nun tatsächlich ein Gutachten eingeholt werden, das den Sanierungsaufwand den Kosten für einen Neubau gegenüberstelle. Freilich, so Mück, entscheide die Stadt Freising, in welcher Form sie ein baulich einwandfreies Gymnasium an den Landkreis übergebe. Trotzdem sei gemeinsames Planen und Überlegen angebracht.

Zu dem Thema Atommüllendlager, das in den vergangenen Tagen „groß aufgeploppt“ sei, ist die Position der Kreistags-CSU klar: „Ruhe bewahren und fachlich begleiten“, betonte Mück. Bevor man in Aktionismus verfalle, gelte es, die Entwicklung abzuwarten, bis im Jahr 2025 die in Frage kommenden Flächen auf zehn Prozent des Bundesgebiets reduziert seien. Vor allem sei es wichtig, „das Thema jetzt im Bundestagswahlkampf nicht künstlich hochzupeitschen“.

Franz Braun rückt für Harald Reents nach.

Eine ähnliche Haltung wünscht sich die CSU auch in der Diskussion um den vierspurigen Ausbau der Schlüterbrücke: Die verkehrliche Belastung der Straße sei jetzt schon gegeben, der Individualverkehr werde bleiben. Jetzt gelte es, die Gutachten und Prüfungen abzuwarten und auf deren Grundlage dann eine Entscheidung zu treffen. „Ich halte gar nichts davon, das Projekt schon vorher zu beerdigen“, sagte Mück.

Ein Thema, bei dem die Meinungen von CSU und Landrat auseinandergehen: Was die von Helmut Petz anvisierte Wiederbelebung der Landkreis-eigenen Wohnungsbaugesellschaft anbetreffe, plädiert Mück dafür, „keine falschen Erwartungshaltungen zu wecken“. Es sei verfrüht, jetzt schon über Wohnungsbau anstelle eines neuen Verwaltungsgebäudes neben dem Stabsgebäude auf dem Areal der ehemaligen Steinkaserne zu reden. Für die CSU gelte weiterhin: „Das Heft des Handelns haben die Gemeinden in der Hand.“

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