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Überfall auf Reiterhof: Gutachterin bewertet Suchterkrankung des Angeklagten

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Justiz
Seit Monaten beschäftigt die Justiz der folgenschwere Einbruch auf einem Reiterhof bei Freising. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Der Prozess um den Einbruch auf einen Reiterhof bei Freising geht in die nächste Runde: Jetzt hatte eine Gutachterin das Wort.

Landkreis – Der Prozess um den Einbruch auf einen Reiterhof bei Freising vor dem Landgericht zieht sich weiter hin: Wie berichtet, müssen sich zwei Brüder (18 und 22) seit März unter anderem wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Laut Anklage sollen sie am 10. Februar 2020 in ein Anwesen im Kreis Freising eingebrochen sein und dem aufwachenden Besitzer auf den Kopf geschlagen haben, als sie das Schlafzimmer nach Wertgegenständen durchsuchten. Der Hofbesitzer erlitt damals ein offenes Schädelhirntrauma sowie einen Schädelbruch.

Jetzt hat Landgerichtsärztin Dr. Judith Hoffmann ein forensisch-psychiatrisches Gutachten in punkto einer möglichen Suchterkrankung eines der Angeklagten (22) erstattet. Das Ergebnis: Nach derzeitigem Kenntnisstand kann bei dem Rumänen nicht von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit ausgegangen werden. Allein die unfallfreie Fahrt des 22-Jährigen von Freising in seine Heimat in der Tatnacht mit angeblich vier Promille spreche laut Hoffmann dagegen.

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Mittlerweile wird der 22-Jährige auch durch den Landshuter Verteidiger Maximilian Kaiser vertreten. Noch als Solokämpferin hatte Kaisers Kollegin Silvia Wunderle am 16. Verhandlungstag den Antrag auf Einholung eines Gutachtens gestellt. Das solle beweisen, dass ihr Mandant aufgrund einer Alkoholsucht „mindestens“ eingeschränkt schuldfähig ist. Der 22-Jährige hatte bei Hoffmann angegeben, ab 2019 den Tag mit Bier und Zigaretten begonnen zu haben. Zudem habe er Heroin gegen seine Panikattacken geschnupft.

Folge man laut Dr. Hoffmann den Schilderungen des Angeklagten, so lägen die Kriterien für eine Alkohol- und Heroinabhängigkeit vor. Aber es gebe keine objektiven Befunde, die dies untermauern würden, so Hoffmann. Die Strafkammer will nun aber die Ex-Freundin des 18-Jährigen zu dessen Trinkgewohnheiten befragen.

Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt. Ob die Jugendkammer das Urteil noch vor Weihnachten verkündet oder erst im nächsten Jahr, ist offen. (kö)

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