Peter Berger bietet im „Freischenk“-Laden in Neustift viele Dinge feil, die man noch gut gebrauchen kann, und das sogar kostenfrei.
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Peter Berger bietet im „Freischenk“-Laden in Neustift viele Dinge feil, die man noch gut gebrauchen kann, und das sogar kostenfrei.

Ständiger Austausch von Produkten

Im „Freischenk“ werden Waren gerettet: Umsonstladen hat schon vor Eröffnung tolle Resonanz

„Was nichts kostet, ist nichts wert“, sagt ein amerikanisches Sprichwort. Peter Berger, Initiator des ökologischen Umsonstladens „Freischenk“ in Neustift beweist das Gegenteil.

Es soll ein ständiger Austausch von Waren und Produkten stattfinden im „Ökologischen Umsonstladen“ an der Landshuter Straße 58. Man muss sich das vorstellen, wie in einem Second-Hand-Laden. Nur dass man, außer wie aktuell in Zeiten von Corona, einfach hineingehen und etwas mit nach Hause nehmen kann. Ganz ungezwungen und wohlgemerkt, ohne irgendetwas dafür zu bezahlen. „Das ist wie Foodsharing,“ sagt der Initiator und Betreiber des Umsonstladens Peter Berger. Und erklärend fügt er noch hinzu: „So wie die Lebensmittel retten, retten wir Produkte.“

Es sei eine Schande, wie viel weggeworfen wird“, sagt Berger. Produkte zu retten, sei hingegen nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch gut für das Klima. „Wir“, das ist eine Handvoll von Leuten, die Berger in seinem Bemühen unterstützen, den „Freischenk“-Gedanken zu leben und publik zu machen. Laut Berger ist auch angedacht, dafür einen eingetragenen Verein ins Leben zu rufen.

Die Resonanz auf „Freischenk“ ist enorm, dabei ist der Laden noch gar nicht eröffnet

Als Vorbild für den Freisinger Umsonstladen nennt Berger, der als „Troubleshooter“ bei einem Catering-Service am Flughafen arbeitet, ein vergleichbares Projekt in Regensburg namens „Wechselwelt“. „Freischenk“, kurz „FS“, basiere auf dem gleichen Prinzip. Nämlich dass es eine Menge Menschen gibt, die Vieles, was sie nicht mehr brauchen, nicht mehr wegwerfen, sondern es anderen kostenlos zur Verfügung stellen.

Das scheint zu funktionieren. Denn der kleine Neustifter Laden wurde schon gut in Anspruch genommen, und das, obwohl die offizielle Eröffnung erst am 1. Mai stattfindet. Aber die Mundpropaganda und ein paar Flugzettel haben prompt Wirkung gezeigt. „Wir sind schnell bestückt worden“, freut sich Berger über die Resonanz der Freisinger. Eine kleine Grundausstattung sei zwar vorhanden gewesen, aber binnen kurzer Zeit sei noch viel mehr dazu gekommen.

Das Angebot reicht von Computern über Einräder bis zur Motorrad-Kluft

In dem Laden finden sich neben Secondhand-Mode jede Menge Bücher, CDs, DVDs und Spiele. Auch einen Computer, ein Einrad oder eine Motorrad-Ledercombi hat Berger aktuell im Angebot. Das „Geschäft“ läuft offenbar gut.

Seit Ostern hat Berger etwa drei „Verabredungen“ am Tag. Aktuell kann man sich wegen Corona nur telefonisch mit ihm in Verbindung setzen unter Tel. 01 71/8 06 03 48. Von „Kunden“ will Berger nicht sprechen. Das würde gegen das Prinzip des Umsonstladens verstoßen.

Solidarische Unterstützung für „Freischenk“ jetzt schon groß

Aber wie kann das auf lange Sicht funktionieren? Schließlich kostet der Laden ja Miete. Dem Initiator von „Freischenk“ schweben „Ladenpaten“ vor, die sich mit fünf bis 20 Euro im Monat an den Kosten für Miete, Strom und Wasser beteiligen. „Die können einen Viertelquadratmeter oder auch einen halben Quadratmeter sponsern“, erklärt Berger.

Das nach und nach genügend Ware hereinkommt, daran hegt der „Freischenk“-Betreiber keinen Zweifel. Die solidarische Unterstützung, die der Laden jetzt schon erfahre, sei groß. Drei von vier Leuten die etwas aus dem Sortiment nehmen würden, kämen wenig später und brächten eine Kiste mit Sachen, die bei ihnen zu Hause keiner mehr brauchen würde. So entstehe ein ständiger Kreislauf des Gebens und Nehmens.

Initiator Berger hat noch viel mehr Pläne

Außerdem schwebt Berger vor, in einem Nebenraum Seminare zu ökologische Projekten zu geben und Workshops zum Thema Ökologie oder solidarische Landwirtschaft zu veranstalten. Und man will sich vernetzen, ähnliche Projekte unterstützen und sich gegenseitig nach vorne bringen. „Wir kooperieren bereits mit dem Übrig e.V. in Freising“, verrät Berger nicht ohne Stolz. Auch der Übrig-Verein würde spenden, was normalerweise weggeschmissen wird. Nähere Infos über den Laden und „Das Glück des Klimarettens“ auch unter www.freischenk.de. (Alexander Fischer)

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