KAB-Sekretär reagiert auf Kritik an Daniele Ganser

Umstrittenen Redner ausgeladen

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Freising - Er nennt sich gern – und das klingt gut – Historiker und Friedensforscher: Dr. Daniele Ganser (43). Auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Freising und das Bildungszentrum des Kardinal-Döpfner-Hauses titulieren den Schweizer so, haben ihn für kommenden Sonntag, 29. Mai, zu einem Vortrag über Kriegspropaganda und Medienkompetenz eingeladen. Doch die Veranstaltung wurde gestrichen. Grund: Zahlreiche Facebook-Kommentare hätten die Integrität Gansers erheblich in Zweifel gezogen.

Erst der Film „Gut informiert durch Wikipedia“ von Markus Fiedler, der der Parteilichkeit und den intransparenten Strukturen von Wikipedia auf die Schliche gekommen sein will, danach der Vortrag von „Wikipedia-Opfer“ Ganser, wie ihn der KAB-Diözesansekretär Rainer Forster noch bis vor kurzem im Internet und auf Facebook angekündigt hat. 

Doch dann schalteten sich Aktivisten wie die „Erdlinge“ ein, immer mehr kritische Stimmen zu Ganser wurden laut, der mit seiner Dissertation „Die Geheimarmeen der NATO“ bekannt wurde, der die offizielle Version der Terroranschläge am 11. September und anderer offizieller Darstellungen terroristischer Anschläge in Zweifel zieht, der vor allem aber auch, darauf haben mehrere Facebook-Beiträge immer wieder hingewiesen, in zweifelhaften Gesprächsrunden aufgetreten ist. So empfiehlt Ganser den Sender Russia Today (RT Deutsch) als Alternative zu den Mainstream-Medien, ist im Jahr 2014 zusammen mit dem Rechtsextremisten Jürgen Elsässer auf der AZK (Anti-Zensur-Koalition) aufgetreten, tritt auf dem rechtslastigen Medienprotal KenFM auf und hat auch mit dem Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann ein Interview geführt, zu dem das nicht minder rechte Compact Magazin aufgerufen hatte. 

In einer Stellungnahme hat Forster nun betont, dass ihm und seiner Organisationskollegin Kathrin Steger-Bordon durchaus bekannt war, dass Ganser „bei Russia Today auftritt, Interviews auf umstrittenen Internet-Portalen gibt und Redner bei fragwürdigen Kongressen ist“. Dennoch habe man ihn, der auch im Deutschlandfunk und beim ZDF interviewt wurde, eingeladen – auch um ihm kritische Fragen zu stellen. „Es wäre nicht der typische Ganser-Vortrag geworden“, hat Forster auf der KAB-Facebook-Seite betont. Weil man allerdings die Reaktionen auf Facebook unterschätzt habe, habe man sich nun dazu entschlossen, die Veranstaltung mit Ganser auf dem Domberg abzusagen, teilte Forster mit. Er bedauere es, dass der Veranstaltungshinweis „innerhalb kürzester Zeit mit Beiträgen von den Erdlingen und der Antifa zugemüllt“ worden sei, viele Kommentare sich gar nicht inhaltlich mit dem Referenten auseinandergesetzt hätten. 

Die Konsequenz Forsters: Er werde künftig den Dienstweg einhalten „und derartige Veranstaltungen nicht mehr auf Facebook bewerben! Mir raubt das Zeit und Nerven – und am Ende kommt nichts dabei raus.“ Einen Tag nach dem nun abgesagten Auftritt Gansers auf dem Mons doctus spricht der umstrittene Redner am Montag, 30. Mai, auf Einladung der Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie und der ÖDP in München. Die beiden wollen nun auch die in Freising abgesagte Veranstaltung mit dem umstrittenen Referenten übernehmen.

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