Das gelbe Meer von Freising: Dieser Müll stammt nur aus einem kleinen Bereich der STadt.

Belastung durch Plastik

Aktion: Umwelt-Aktivisten machen Marienplatz zum gelben Müll-Meer

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Umwelt-Aktivisten haben am Freitagmorgen in Freising rund 3000 Gelbe Säcke gesammelt und auf dem Marienplatz abgelegt. Der Oberbürgermeister war vom Anblick erstaunt.

Freising – Plastik plastisch gemacht hat die Agenda-21-Gruppe „Energie und Klimaschutz“ in Freising: Am Freitagmorgen um 5 Uhr haben zahlreiche Mitstreiter zur Abholung bereitgestellte Gelbe Säcke im Umkreis des Marienplatzes eingesammelt und Freisings gute Stube zu einem Meer aus Müll gemacht. Damit wollten sie demonstrieren, wie viel Plastikabfall allein in diesem kleinen Bereich anfällt.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher war erstaunt. „Man führt sich im Alltag gar nicht so vor Augen, welche Menge da anfällt, obwohl man immer wieder hört, dass das Aufkommen an Verpackungsmüll so hoch ist wie nie“, sagte er im Rahmen der Aktion. Es gehe nicht darum, mit erhobenem Finger auf andere zu zeigen, sondern sich des Problems bewusst zu werden. „Hier sehen wir die Dimensionen.“

Gelber Sack: Plastik schon in der Herstellung ein Umweltproblem

Eschenbacher bedankte sich daher bei den Aktiven, vor allem bei den Jugendlichen, die „schneller als die Müllabfuhr“ waren und zirka 3000 Säcke vor Unterrichtsbeginn eingesammelt hatten. Zugleich galt sein Gruß aber auch den Mitarbeitern der Müllentsorgungsfirma Heinz, die die Säcke im Anschluss an die Aktion abtransportierten.

Rund 3000 Gelbe Säcke sammelten fleißige Helfer am frühen Freitagmorgen und legten sie am Marienplatz ab. 

Sepp Beck, Sprecher der Agenda-21-Gruppe, betonte, dass Plastik nicht nur eine Umweltbelastung sei, weil es die Weltmeere vermüllt, sondern bereits in der Herstellung ein Problem darstelle. „Acht Prozent des Erdöls werden für die Herstellung von Kunststoff verwendet“, teilte er den Anwesenden mit. Je nach Qualität würden in einem vollen Gelben Sack vier bis zwölf Liter Erdöl stecken, was wiederum zu einem CO2-Ausstoß zwischen 9 und 28 Kilogramm führe.

„Weniger Müll ist kein Verzicht, sondern eine Befreiung“

Manuela Gassner kennt sich mit Müllvermeidung aus, hat dazu einen eigenen Ratgeber verfasst. Ihr Appell am Marienplatz lautete „weniger Müll für mehr Lebensqualität“. Die Freisingerin gab dafür auch Tipps – etwa Brot im Stoffbeutel zu kaufen, Käse und Wurst im eigenen Gefäß verpacken zu lassen und auf gebrauchte Kleidung zu setzen.

„Wichtig ist es, bei der Müllvermeidung langsam anzufangen und Schritt für Schritt vorzugehen“, betonte sie. „Dann fühlt es sich auch nicht nach Verzicht an, sondern wie eine Befreiung. Eine Befreiung von Mikroplastik, Weichmachern, gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen und jeder Menge Ballast.“

Freising entwickelt sich damit zu einer Hauptstadt der Umweltbewegung. Erst kürzlich kamen fast 2000 Menschen zum globalen AKtionstag von Fridays for Future.  Zudem haben Klimaschützer in Freising ein Umweltcamp aufgeschlagen, an dem es allerdings auch Kritik gab. Ein Rentner hat in Freising regelmäßige Mahnwachen für Klimagerechtigkeit etabliert. 

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