Auf der Suche nach Wegen aus dem Dilemma: Einzelhändler, Wirte und Grünen-Politiker diskutierten via Videokonferenz über die Folgen von Corona sowie dem Innenstadtumbau. Und es gab so manchen Vorschlag für die Zukunft.
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Auf der Suche nach Wegen aus dem Dilemma: Einzelhändler, Wirte und Grünen-Politiker diskutierten via Videokonferenz über die Folgen von Corona sowie dem Innenstadtumbau. Und es gab so manchen Vorschlag für die Zukunft.

Digitaler Grünen-Treff

„Uns fehlt die Perspektive“: Freisings Einzelhandel und Gastronomie kämpfen mit dem Lockdown

Freisings Einzelhändler, Gastronomen und Bürger leiden unter dem Lockdown und dem Umbau der Innenstadt. Beim digitalen Treff der Grünen sprachen sie darüber, wo der Schuh drückt.

Freising – Einzelhandel, Gastronomie und Bürger leiden darunter: Mit dem Innenstadtumbau und dem Corona-Lockdown hat sich der Schwung aus der Freisinger Altstadt verabschiedet. Wie man die Aufenthaltsqualität trotzdem steigern könnte, darüber wurde am digitalen Stammtisch der Freisinger Grünen am Montagabend diskutiert. Von Umsatzrückgang bis hin zu akuter Existenznot wurde berichtet.

Vorgezogene Sperrstunde war der „Killer“

„Eiskalt erwischt“ habe es sie, berichteten die beiden Pächter des Freisinger Parkcafés, Steffen Irion und Can Tuna. Während man den Lockdown im vergangenen Jahr noch mithilfe eines Kredites der Hausbank habe meistern können, werde es jetzt „eng“. Das „Frühstück to go“, das man angeboten habe, sei ein „Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen. Man müsse aber im Gespräch bleiben, beteuerten die beiden Gastronomen. Und deshalb werde man demnächst an den Sonntagen Straßenverkauf anbieten.

„Uns fehlt die Perspektive.“ Franziska Kreuter, Wirtin im Freisinger Furtnerbräu, lobte das Entgegenkommen der Stadtverwaltung beim Erweitern der Freistandflächen im Jahr 2020. Allerdings sei die staatlich angeordnete, vorgezogene Sperrstunde auf 21 Uhr der „Killer“ gewesen. Ihre Gäste hätten sich verabschiedet mit den Worten: „Wohin gehen wir jetzt?“. So seien die Treffen in den privaten Bereich verlagert worden, wo es keine Registrierung gab. „Das kann nicht sein“, so Kreuter. Ihr Plädoyer: „Die Sperrzeit auf 24 Uhr verlegen.“

Sitzstufen für „irre Aufenthaltsqualität“

Ein Vorschlag, der unter den 20 Teilnehmern der Diskussionsrunde aufgegriffen wurde. Zur Innenstadt gehörten nämlich nicht nur „eine offene Moosach“, sondern vor allem Menschen. Straßen seien Räume, Plätze und Treffpunkte. Ein entsprechendes Kulturangebot mit Konzerten im Außenbereich locke Leute in die Innenstadt. „Wer in der Innenstadt wohnt, darf nicht absolute Ruhe erwarten“, meinte Kreuter.

Apropos offene Moosach: Die Uferbereiche sollten der Öffentlichkeit auch an anderen Stellen zugänglich gemacht werden. Etwa auf Höhe des Alten Gefängnisses, wünschte sich Johann Englmüller. Dort Sitzstufen einzubauen, auch am Fürstendamm zwischen Bahnhofstraße und Ottostraße, oder auf Höhe des Elektromarkts Saturn. Das gäbe eine „irre Aufenthaltsqualität“ merkte Charlotte Reitsam an.

Desaströse Lage für die Touristik

Julia Bönig vom Verein Aktive City Freising sagte, dass sie aufgrund des verlängerten Lockdowns mit den Einzelhändlern „mitleide“. Im vergangenen Jahr habe man noch Hoffnung gehabt, dass es „wieder werde“. Heuer fehle jede Perspektive für die Geschäfte. Trotzdem sei ein Standort in der Domstadt für viele Unternehmen attraktiv, meinte sie. Es gebe viele Anfrage von Interessierten – auch in schwierigen Zeiten. Die Idee, die derzeit mit Baufahrzeugen voll gestellten Flächen in der Innenstadt mit einem „Hochplateau“ für die Gastronomie zu überbauen, fand bei den Teilnehmern der Diskussion wenig Zuspruch.

Manuela Paparizos hatte diese Anregung in den Topf geworfen. Die Geschäftsführerin des Freisinger Reisemarkts beklagte die „desaströse“ Lage für die Touristik. Im Sommer 2020 habe man „Vollgas-Betrieb“ gehabt. Allerdings nur, um die Rückbuchungen der Kunden korrekt abzuwickeln. Ein touristisches „Highlight“ würde Englmüller an zwei Standorten gerne verwirklichen. Am Linden- und am Hofbrauhauskeller sollten je ein Aussichtsturm mit Hochsitz installiert werden. „Wie am Chinesischen Turm in München.“

Maria Martin

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