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„Das Abseits wird gebraucht“: Verein kämpft weiter zur Rettung der Kultkneipe

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Von: Andreas Beschorner

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Kämpfen weiter: Zahlreiche Gäste und Freunde der Kultkneipe kamen zur Feier des Abseits-Vereins. © Lehmann

Früher wurde im Abseits gefeiert, jetzt vor dem Abseits. Der Verein zur Rettung der Freisinger Kultkneipe gibt nicht auf - und feierte jetzt das 40-jährigen Bestehen.

Freising – Früher hat man im Abseits gefeiert. Aber diese Zeiten sind bekanntlich seit 2015 vorbei. Das 40-jährige Bestehen der Kneipe am Herrenweg musste man am Donnerstag vorm Abseits feiern. Doch lustig und gut gelaunt, optimistisch und musikalisch ging es bei der Feier des Vereins zur Rettung des Abseits dennoch zu.

Stätte für Kleinkunst und Subkultur

„O’zapft is!“, rief Vereinschef Norbert Bürger, als endlich das Bier aus dem Fassl rann. Nachdem die meisten Gäste und Freunde der Neustifter Kneipe mit Bier versorgt worden waren, ergriff Bürger das Wort. Seine deutliche Botschaft, die er seit nunmehr fast vier Jahren unermüdlich verbreitet: „Das Abseits wird gebraucht in Freising!“ Denn wenn es solche Stätten für Kleinkunst und Subkultur nicht mehr gebe, wer soll dann später als Lokalgröße auf dem Uferlos-Festival spielen, wer soll dann die Rockklassiker auf dem Marienplatz bestreiten, und wer soll dann in 20 Jahren im Lindenkeller oder im Asamsaal auftreten? In jenem „Asam“ also, das derzeit für fast 50 Millionen Euro saniert werde und worüber nicht diskutiert werde. Zu Recht, wie Bürger findet. Und dass Szenekneipen und kleine Kulturzentren wie das Abseits grundsätzlich ohne offene Förderung auskommen sollten, sei schon richtig. Allein: „Das funktioniert leider nicht“, so Bürger. „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“, zitierte er einen Spruch, der zur Geschichte um die Rettung des Abseits passe.

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„O’zapft is!“: (v. l.) Vereinschef Norbert Bürger, Charlotte Reitsam und Tanja Dobmeier in Feierlaune. © Lehmann

Stadträtin Charlotte Reitsam war dann an der Reihe, um die Historie des 1773 als Gerberstadel errichteten Denkmals kurz aufzuzeigen. Seit 2015 stehe das Haus, eines der ältesten Gebäude in Neustift unter Denkmalschutz. Es wurde auch schon als Krämerladen genutzt, 1920 von der Gräfin von Moy erworben und beheimatete auch schon eine Tanzschule. 1979 wurde das Haus zum Abseits und im Dezember 2015 geschlossen. „Seitdem steht es leer und verfällt zusehends“, so Reitsam mit Blick auf das Gemäuer. Weil die Kommunalaufsicht im Landratsamt der Stadt untersagt hatte, das – genauer: die – Gebäude zu erwerben, warte man jetzt: auf einen Retter oder auf ein Wunder.

Alles, um das Abseits zu retten

Doch das Feiern und die gute Laune ließ sich das Abseits-Volk dadurch nicht vermiesen. Julia Schröter sang, begleitet von Bürger, Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, der Abseits-Chor sang unter anderem seinen ersten großen Hit („Don’t stop me now“ von Queen), manch´ eine Überraschungsband trat noch auf und an den Tischen gab es T-Shirts, Krüge, Sticker und Co. Alles, um das Abseits doch noch zu retten.

Das Le Clou in der Münchner Altstadt stand vor dem Aus, der frühere Inhaber Klaus Kusterer ging nach 30 Jahren in Rente. Dann hatte ein 25-jähriger Spanier eine Idee.

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