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Zufrieden mit seinen Maispflanzen ist Georg Steinberger aus Attaching. Die Entwicklung sei aber regional sehr unterschiedlich – je nach Beschaffenheit der Böden. 

Gute Ernte-Prognose

Viel Regen stimmt Landwirte und Förster optimistisch – jetzt darf Sommerwetter kommen 

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Nach der Trockenheit im Frühjahr haben die zahlreichen Regentage im Mai und Juni sowohl Waldbauern als auch Förster optimistisch zu stimmt. Auch die Ernte-Prognose fällt bislang gut aus.

Landkreis – Den Urlaub hat es Gerhard Stock ordentlich verregnet. Doch das hat dem Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands im Kreis Freising keineswegs die Laune vermiest – im Gegenteil. „Gott sei Dank regnet’s, habe ich mir gedacht.“ Nicht nur die Landwirte haben sich über das wechselhafte Wetter in den vergangenen Wochen gefreut. Auch die Waldbauern atmen auf.

„Wasservorräte konnten sich erholen“

Alfred Fuchs ist wieder zuversichtlich: „Die Wasservorräte im Boden konnten sich ein Stück weit erholen.“ Der gleichmäßige, ergiebige „Schnürlregen“, wie der Leiter des Forstbetriebs Freising sagt, habe dem Wald sehr gut getan.

Die Frage, die sich Fuchs und sein Team jetzt stellen, lautet: Wie sieht es mit etwaigen Schädlingen aus? Die erste Schwärmphase des Borkenkäfers sei vorbei – und der Forstbetriebsleiter ist verhalten optimistisch gestimmt. Der Käfer werde den Freisinger Waldbauern zunächst nicht so viel Arbeit bescheren. „Bislang haben wir noch keine nennenswerten Neubefallsherde gefunden.“ Das liege mitunter daran, dass im Freisinger Forst nach dem Winter und vor allem nach dem Sturmtief „Sabine“ im Februar ordentlich aufgeräumt worden sei. „Unsere Fichtenholzaufarbeitung war sehr gründlich.“ Für den Käfer sei kaum ein Angebot an Brutraum vorhanden. „Gerade ist die Lage günstig: Die gute Wasserversorgung stärkt die Bäume. Das heißt, die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Abwehr der ersten Käferwelle sind gegeben.“

„Zwischendurch ein Regentag ist das Traumwetter jedes Försters“

Doch um sicherzugehen, macht sich das Team um Fuchs in diesen Tagen auf die flächendeckende Suche nach Anzeichen für einen Borkenkäferbefall: Das könne zum Beispiel Bohrmehl am Stamm sein oder abplatzende Rinde. Stärkerer Befall sei auch für Laien sichtbar: Wenn die Krone rot wird, sei das ein untrügliches Zeichen für Befall.

Damit die Bäume weiter so resistent wie möglich gegen Schädlinge bleiben, sei regelmäßiger Regen notwendig. „Das Wasser kann nicht beliebig im Boden gespeichert werden.“ Trotzdem wünscht sich freilich auch Fuchs einen schönen Sommer mit Badewetter. „Aber zwischendurch immer wieder ein ergiebiger Regentag, das ist das Traumwetter eines jeden Försters.“ Er sagt: „Wenn es weitergeht wie bisher, hätten wir wieder mal ein Jahr, in dem es dem Wald wirklich gut geht.“

Niederschlag ist nicht nur im Forst, sondern auch auf den Feldern gern gesehen: „Es war ein schöner Landregen, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten“, sagt Gerhard Stock. Auf drei Wochen verteilt habe es in etwa 80 Liter geregnet. In dieser Zeit hätten sich die Böden gut erholen können. „Und die kühleren Temperaturen waren gut für das Pflanzenwachstum. Nur dem Mais war’s ein bisserl zu kalt.“

„Bestände schauen nicht mehr aus wie das Leiden Christi“

Ende April, Anfang Mai seien die Aussichten aufgrund der anhaltenden Trockenheit weniger rosig gewesen. „Aber da sollte man nicht gleich Panik kriegen. Die Natur gleicht über das Jahr viel aus“, erklärt der BBV-Kreisgeschäftsführer. Im Gegensatz zum Frühjahr seien der relativ kühle, niederschlagsreiche Mai und auch der Juni ideal gewesen, gerade für das Grünland. „Die Bestände schauen jetzt nicht mehr aus wie das Leiden Christi, sondern haben sich gut gemausert.“ Daher erwartet Stock „mindestens eine durchschnittliche Ernte“.

Trotzdem dürfte es nun auch wieder wärmer bleiben: Der Grünlandschnitt stehe an. „Längere Zeit Temperaturen über 30 Grad wären für die Kornausbildung beim Weizen zwar Gift“, sagt Stock. Gute 25 Grad könnten es aber schon sein. Anfang Juli gehe die Getreideernte mit der Wintergerste los. „Da brauchen wir schönes Erntewetter.“

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