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Werden oft bei der Polizei abgegeben : Schreckschusswaffe (hier ein 9mm-Kaliber mit Platzpatronen). 

Dabei gelten strenge Vorschriften

Waffenfund kann böse enden: Freisings Polizeichef erklärt, was zu tun ist 

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Wer eine (Fund-) Waffe abgeben möchte, muss sich an strenge Vorschriften halten. Freisings Polizeichef erklärt, was Betroffene beachten müssen.

Landkreis – Wer eine (Fund-) Waffe abgeben möchte, muss sich an strenge Vorschriften halten. Ansonsten riskiert eine Anzeige und ein Strafverfahren. Ernst Neuner, Leiter der Polizei Freising, erklärt, wie sich Betroffene am besten verhalten, und was sie tunlichst vermeiden müssen, damit es nicht böse endet.

Herr Neuner, wie oft werden jährlich Waffen abgegeben?

In unserem Bereich waren es im vergangenen Jahr 33 Waffen. Dieses Jahr sind es bisher 26 Waffen, die bei uns eingegangen sind.

Um welche Waffen geht es da zumeist?

Ganz selten handelt es sich um scharfe Schusswaffen in Form von Pistolen oder Gewehren. In den meisten Fällen geht es um Softair-Waffen, PTB-Waffen – also Schreckschuss-Pistolen – und Luftdruckwaffen.

Meist Dachbodenfunde oder Erbwaffen

Wo kommen die her?

In der Regel handelt es sich um Dachbodenfunde oder Erbwaffen. Klassischer Fall: Der Besitzer einer Waffe verstirbt und vermacht das gute Stück einem Nachkommen. Oder der Angehörige findet sie bei der Haus-Entrümpelung. In älteren Gebäuden schlummern immer mal wieder noch Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Nur in Ausnahmen geben Eigentümer ihre Waffe selbst ab, weil sie keine Verwendung mehr dafür haben.

Wo dürfen die Waffen abgegeben werden?

Sie können bei der örtlich zuständigen Waffenbehörde im Landratsamt oder bei der Polizei abgegeben werden.

Was muss dabei beachtet werden?

Wer keine Erlaubnis zum Führen einer Waffe besitzt, darf sie auch nicht so ohne Weiteres transportieren. Die Waffe muss sich in einem stabilen verschließbaren Behältnis befinden. Sie muss auseinandergebaut und das Magazin entleert sein. Und eines ist ganz wichtig: Wer unangemeldet zur Polizei kommt, muss dringend bereits an der Tür mitteilen, dass er eine Waffe dabei hat und sie abgeben möchte. Wenn jemand auf dem Revier plötzlich eine Pistole herauszieht, kann das missinterpretiert werden und böse enden.

Achtung bei Sterbefällen

Gibt es noch andere Fallstricke?

Ja. Bei Sterbefällen sollte jemand, der eine Waffe findet, darauf achten, was die noch für einen Wert hat, ehe er sie zur Entsorgung bringt. Denn andernfalls kann er Probleme mit möglichen Miterben bekommen.

Was passiert, wenn sich jemand nicht an die von Ihnen illustrierten Vorgaben hält – die Waffe also einfach so bei Ihnen vorbeibringt, wie er sie vorgefunden hat?

Gegen eine Person, die keinen Waffenschein besitzt, muss automatisch ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet werden – auch wenn es derjenige eigentlich gut meint. In so einem Fall stehen zwar die Chancen nicht schlecht, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt, aber das muss nicht sein. Ich vergleiche das immer mit dem Auto. Wenn ein Nachkomme ein Fahrzeug in der Garage sieht, fährt er damit ja auch nicht einfach weg, wenn er keinen Führerschein hat.

Bei der Polizei anrufen

Was raten Sie?

Die wichtigste Botschaft ist: Wer eine Waffe, Sprengstoff oder Munition findet, soll einfach bei der Polizei anrufen. Wir steuern dann die Örtlichkeit an und kümmern uns darum. Dann entsteht dem braven Finder kein Nachteil, und alle sind auf der sicheren Seite.

Lesen Sie auch: Attacke auf Hundebesitzer: Rabiater Radfahrer stößt Spaziergänger (74) zu Boden

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