Wahlkampf-Auftakt des ÖDP-Kandidaten

Reck geißelt den Raubbau an der Erde

Die ÖDP ist nicht im Bundestag vertreten. Und man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass der Bundestagskandidat der Ökodemokraten, Reinhold Reck, im September das Direktmandat für Berlin auch nicht ergattern wird. Dennoch: Nicht weniger als die „Eckpunkte einer fairen Weltordnung“ hatte sich Reck als Thema eines Vortrags mit dem Titel „Wem gehört die Erde?“ am Mittwoch im Alten Gefängnis gewählt.

Freising – „Wir holen uns alles“, beschrieb Reck den weiterhin ungehemmten und sogar noch beschleunigten Raubbau an der Erde. Die Angst in Deutschland, man könne, wenn man die ungebremste Globalisierung nicht mitmache, „abgehängt“ werden, sei völlig unbegründet. „Davon sind wir unendlich weit entfernt.“ Reck kritisierte Stellvertreterkrieg und den „Rüstungsexportwahnsinn“, plädierte eindringlich für Gleichheit und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt – etwa bei fairen Löhnen. Sich der imperialen Politik verweigern, internationales Recht stärken (Motto: „Stärken des Rechts statt Recht des Stärkeren“), eine Reform der UN mit Stärkung der Vollversammlung, der Abschied vom Glauben an die friedensstiftende Kraft der Gewalt, keine Rüstungsexporte in Drittstaaten, die Rückkehr zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft – das waren einige Forderungen Recks (und der ÖDP), um zu einer fairen Weltordnung zu gelangen.

Vor zehn Zuhörern nahm der ÖDP-Kandidat dann auch noch die beiden Kanzlerkandidaten und die anderen Parteien unter die Lupe: An Angela Merkel gefalle ihm ihr „unaufgeregter Politikstil“, allerdings fehle der Kanzlerin eine politische Vision. Und besonders auch in der Asylpolitik sei sie wie ein „Fähnchen im Wind“ – von sinnvollen politischen Entscheidungen am Anfang bis hin dazu, dass sie sich jetzt von der CSU vor sich her treiben lasse. Vor Martin Schulz habe er „Respekt“, weil der sich vom „Kleinstadtbürgermeister“ zum Präsidenten des Europäischen Parlaments hochgearbeitet habe. Doch auch bei Schulz fehle ihm eine Aussage zu dem entscheidenden Zukunftsthema, die Beendigung des Raubbaus an der Erde. Die Grünen seien „angepasst und profillos“, die Linke hingegen komme seiner Ansicht nach wohl langsam aus der Tabuisierungsphase heraus. Die FDP werde wieder attraktiver – und zwar für die Besserverdienenden, die AfD mit ihrem „nationalistisch-chauvinistischen Programm“ werde sich langfristig bei fünf bis zehn Prozent einpendeln, so seine Prognose. Zu allem freilich gebe es eine gute und vernünftige Alternative: die ÖDP.  zz

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