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Was martialisch ausschaut ist genau geplant: Auf dicken Reifen ist der mächtige Harvester in den Isarauen unterwesg – und fährt dabei auf dem Schnittgut (Äste), das wie ein Schutzpolster auf der Erde liegt.

Waldarbeiten in der Isarau

Hier wird ganz schön geholzt

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Freising - Im wörtlichen Sinne „geholzt“ wird derzeit im Wald nahe des Sportparks Savoyer Au und des Pförreraugrabens. Doch was wild und martialisch aussieht, ist genau geplant: Eine Spezialfirma erntet Pappeln, die vor 60 Jahren für die Verwertung gepflanzt wurden. Und es werden kranke Eschen aus dem Bestand geschnitten.

Ein Lerchenfelder Spaziergänger hat die Arbeit gesehen, die unter der Regie des Freisinger Forstbetriebs in den Waldflächen westlich des Sportstadions Savoyer Au und entlang des Isarradwegs in Höhe der Schlüterbrücke (Pförrerhof) laufen. Und er war entsetzt: Er habe schon Verständnis für Waldarbeiten, aber dieser „brutale Eingriff“ erscheine ihm doch „unverhältnismäßig“.

Forstbetriebschef Alfred Fuchs beruhigt: „Es sieht für einen Nicht-Fachmann freilich wild aus, was da geschieht. “ Die derzeitigen Fällungen seien aber nicht überzogen, sondern – ganz im Gegenteil – notwendig und in vollem Einklang mit dem Ökosystem Isarau.

Da würden zunächst einmal Eschen ausgeholzt, die durch Pilzbefall morsch wurden. Fuchs: „Dieses Eschensterben plagt uns seit Jahren.“ Der Pilz namens „Weißes Stengelbecherchen“ ist dafür verantwortlich, dass Eschen, wenn sie einmal von ihm befallen sind, massiv geschwächt werden. „Die Bäume verkümmern langsam und werden morsch. Äste drohen herabzustürzen und gefährden die Waldbesucher.“

Genau dieses Gefahrenpotenzial sei laut Fuchs der Grund, warum in der Savoyer Au „aufgeräumt“ werde: „In unmittelbarer Nähe befallener Bäume verlaufen in der Savoyer Au Rad- und Fußwege.“ Und genau wegen der Gefährdung, die von den geschwächten Bäumen ausgeht, werde auch mit Großmaschinen, sogenannten Harvestern (Vollerntern), gearbeitet. „Denn würden wir manuell fällen, könnten durch die Erschütterung der Axthiebe Äste abbrechen und die Arbeiter treffen.“ Der Multifunktions-Arm des Harvesters hingegen schwenkt abgesägte Stämme von den Arbeitern weg, bevor der Maschinenführer per Knopfdruck das Holz entastet und auf Länge kürzt. Danach wird das Holz von einem Spezialfahrzeug aus dem Bereich „abgeholt“.

Damit der Einsatz der Maschinen im Unterholz überhaupt möglich ist, sind im Forst (unsichtbar für das ungeschulte Auge) alle 30 Meter sogenannte Fahrgassen „eingebaut“. Fuchs: „Die Kunst des Waldbaus ist es, diese Rückegassen über Jahre so anzulegen, dass sie in der Ökologie nicht auffallen“.

Um den Boden des Einsatzgebiets, das geschätzte 20 Hektar umfasst, zu schonen, werde das Schnittgut (Äste) das anfällt, gleichmäßig über die Waldkrume als Schutzpolster verteilt: „Außerdem rollen die eingesetzten Fahrzeuge auf großen Reifen, die den Druck auf den Waldboden besser verteilen“.

Neben der Eschen-Fällung werden derzeit in der Isarau Pappeln geerntet: „Die Au ist ja auch Nutzwald.“ Die Pappeln sind als Nutzholz (Furnier- oder Obstkistenholz) vor rund 60 Jahren gepflanzt worden. „Wenn sie abgeholzt sind, werden die Flächen aber wieder dem natürlichen Bewuchs überlassen. Wo das nicht funktioniert, werden nach genauen Richtlinien sinnvolle Ersatzpflanzungen vorgenommen“, erläutert Alfred Fuchs: „Der Waldbau wird heute nach modernsten Erkenntnissen und in Zusammenarbeit mit Experten aller Öko-Disziplinen durchgeführt. Wir zielen mit all unserer Arbeit auf den Erhalt des Ökosystems Wald für kommende Generationen ab.“

Wichtige Hinweise:

Die Waldflächen westlich des Sportstadions Savoyer Au dürfen während der Dauer der Arbeitseinsätze der Waldarbeiter und Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Fußgänger und Radfahrer werden gebeten, auf den Gehweg auf der Deichkrone auszuweichen.

Im Anschluss werden entlang des Isarradwegs (Ostufer) südlich der Schlüterbrücke/Pförrerhof Sanierungsarbeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durchgeführt. Dort werden vor allem absterbende Eschen entnommen, die den Radverkehr gefährden. Die betroffenen Abschnitte sind während der Arbeiten gesperrt.

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