Wasserhahn und Glas
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Das Freisinger Wasser wird teurer.

Werkausschuss stimmt dafür

Wasserpreis klettert in Freising um 14 Cent - Stadtwerke-Chef nennt simplen Grund

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Die Wasserpreise in Freising steigen. Der Grund dafür ist ziemlich simpel.

Freising – Die Stadtwerke Freising müssen die Wasserpreise erhöhen. Das hat die gesetzlich vorgeschriebene Neukalkulation ergeben, die die Nachkalkulation der Jahre 2017 bis 2020 und die Vorauskalkulation bis zum Jahr 2024 umfasst. Der Werkausschuss der Stadtwerke hat am Montag die neuen Preise einstimmig gebilligt, mit denen die vorgeschriebene Kostendeckung der Wasserversorgung gewährleistet wird. Der Kubikmeter Wasser kostet demnach ab 1. Juli nicht mehr 1,51 Euro netto wie bisher, sondern muss nun mit 1,65 Euro netto bezahlt werden.

Stadtwerke-Geschäftsführer Dominik Schwegler stellte die Ergebnisse der Berechnungen vor, die für die vergangenen vier Jahre eine Unterdeckung ergeben hatten. Um die großen Investitionen in der Wippenhauser Straße, im Zusammenhang mit dem Innenstadtumbau oder auch der Westtangente, sowie die Ertüchtigung bei der Trinkwasserversorgung abzudecken, wäre in den vergangenen vier Jahren eigentlich ein Wasserpreis von 1,57 Euro netto notwendig gewesen.

Die Investitionen

Hinzu kommen die anstehenden Investitionen der Stadtwerke in den kommenden Jahren, die als Vorauskalkulation ebenfalls in die Neuberechnung eingeflossen sind: Vor allem die Neuerschließung eines Trinkwassergebiets im Nordwesten von Freising schlage dabei zu Buche, sagte Schwegler. Zudem erhöhen gestiegene Betriebsausgaben und eine Tarifanpassung bei den Löhnen die Ausgaben der Werke. All das zusammengenommen führe dazu, dass der Wasserpreis auf 1,65 Euro netto angehoben werden müsse, damit die Stadtwerke der Vorschrift entsprechend kostendeckend arbeiten können.

Ebenfalls erhöht werden müssen demnach auch die Grundpreise für die Hauswasserzähler – und zwar beispielsweise für den am häufigsten verwendeten Wasserzähler von bisher 4,59 Euro netto auf dann 5,90 Euro netto pro Monat. Schwegler betonte, man gehe bei der Erhöhung eh schon zurückhaltend vor, aber Freising sei eben eine wachsende Stadt mit einem hohen Investitionsbedarf.

Vier-Personen-Haushalt zahlt künftig etwa 35 Euro mehr pro Jahr

Eine Beispielrechnung hatte Schwegler auch mitgebracht: Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 140 Kubikmeter Wasser pro Jahr müsse nicht mehr 266,48 Euro pro Jahr berappen, sondern künftig 301,80 Euro netto. Werkreferent Ulrich Vogl (ÖDP) sagte, eine Erhöhung um zehn Prozent sei durchaus „substanziell“, da könne man nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Doch auch Vogl sah, dass es durchaus „sinnvolle Gründe“ gebe, die zu einer Anpassung des Wasserpreises nach oben führen. Vor allem die Erschließung des neuen Trinkwassergebiets sei da zu nennen. Im Endeffekt segnete der Werkausschuss die neuen Preise einstimmig ab.

Und noch eine Überprüfung hatte vor Kurzem stattgefunden: Ein externer Umweltgutachter habe das vor sechs Jahren bei den Stadtwerken eingeführte Umweltmanagement EMAS untersucht und geprüft, ob die Umweltauswirkungen von den Stadtwerken tatsächlich dokumentiert, kontrolliert und kontinuierlich verbessert würden. Ergebnis der Begutachtung: Der Prüfer habe sich „sehr zufrieden gezeigt“.

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