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Diskussion im Buchcafé: Raphael Steinberger vom Jobcenter (4. v. l.) und Martin Schopp vom Ordinariat München (5.v.l.) berichteten von Hilfsangeboten für Betroffene. 

Betroffene kämpfen oft mit Isolation und Angst

Wege aus der Einsamkeit: Caritas-Verband zeigt Perspektiven für Langzeitarbeitslose auf

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Isolation, Krankheit, Angst: Damit kämpfen Langzeitarbeitslose oft. Welche Perspektiven und Hilfsangebote es gibt, hat nun der Caritas-Verband der Diözese München und Freising diskutiert.

Freising – Manuela Bichlmeier ist glücklich. Die ehemalige Verkäuferin war lange arbeitslos, doch mithilfe der Caritas hat sie eine Beschäftigung im Gebrauchtwarenkaufhaus Rentabel in Freising gefunden. Mittlerweile ist sie dort fest angestellt, bald kann sie einen Ausbilderschein machen. Manuela Bichlmeier hat den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit geschafft. Wie das anderen Betroffenen ebenfalls gelingen kann, war das Thema der Podiumsdiskussion, die der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising am Mittwoch im Buchcafé Etappe veranstaltet hat.

„In Bayern gibt es 50 000 Langzeitarbeitslose“, berichtete Fachreferentin Spela Humljan Urh. Frauen und Männer, die länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, hätten nicht nur mit Isolation, Krankheiten und Angst zu kämpfen. Laut der Fachreferentin fänden sie höchstens Minijobs, Zeitarbeit oder würden aus unterschiedlichen Gründen wieder abbrechen, sollte es doch zu einer Anstellung kommen.

An dieser Stelle knüpft die Arbeit von Raphael Steinberger an. Der Teamleiter im Bereich Markt und Integration vom Jobcenter Freising erläuterte das neue Gesetz, das ab 1. Januar in Kraft treten soll: den Paragraf 16 i im Sozialgesetzbuch Zwei. Neben dem Eingliederungszuschuss, den Arbeitgeber für bis zu fünf Jahre bekommen sollen, um die geringere Leistung der neuen Arbeitskraft auszugleichen, begrüßte Steinberger eine weitere Verbesserung: Ein Mitarbeiter des Jobcenters, vorzugsweise der bisherige Betreuer, coacht den Langzeitarbeitslosen nach dem Wiedereinstieg weiter. „Die Arbeitgeber werden bei der Betreuung nicht mehr alleingelassen.“

Das Freisinger Jobcenter sei laut Steinberger bislang ohnehin in der glücklichen Lage gewesen, das Coaching – wenn gewünscht – nach erfolgreicher Vermittlung weiter anbieten zu können. Durch die Erneuerung des gesetzlichen Regelwerks würden Arbeitgeber noch stärker unterstützt. Steinberger hofft, dass dadurch auch mehr Unternehmen bereit werden, Langzeitarbeitslose einzustellen. Das hätten im Landkreis bislang immer die gleichen Betriebe getan. Um Vorurteile abzubauen und Ängste zu nehmen, sollen diese nun als Vorbilder dienen. „Wir möchten Erfolgsgeschichten erzählen, um weiter zu motivieren“, betont Steinberger.

Lesen Sie auch: Projekt für Langzeitarbeitslose in Freising: „Ohne Etappe wären wir untergegangen“

Damit Langzeitarbeitlose wieder Anschluss ans Berufsleben bekommen, bietet die Caritas Aktionen wie das Gebrauchtwarenkaufhaus, das Buchcafé Etappe oder ein Pfandflaschenprojekt am Münchner Flughafen an. Finanzielle Unterstützung gibt es dafür vonseiten der Erzdiözese. „Der Etat in unserem Arbeitslosenfonds ist zur einen Hälfte für Einzelfallhilfen gedacht und zur anderen Hälfte für die Förderung von Projekten wie dem Buchcafé“, erklärte Martin Schopp vom Ordinariat München.

Es gebe viele Angebote, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, so der Tenor der Anwesenden. Oftmals fehle jedoch das Netzwerk, das Betroffene und Ansprechpartner zusammenführt. Darum wollen sich die Verantwortlichen künftig noch stärker bemühen. mh

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