Weihbischof Bernhard Haßlberger vor der Wieskirche in Freising
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Nach 26 Jahren als Weihbischof wird Bernhard Haßlberger neuer Wieskurat vor den Toren Freisings. Er wird dort, wie sein Vorgänger Walter Brugger, auch wohnen

Weihbischof will die Kuratie wiederbeleben

Nachfolge von Brugger geklärt: Bernhard Haßlberger wird Wieskurat

Jetzt ist es offiziell: Weihbischof Bernhard Haßlberger wird als Nachfolger von Walter Brugger Wieskurat in Freising. Für sein neues Amt hat er bereits Pläne.

Freising – Lange war es unklar, wer die Nachfolge des Prälaten Walter Brugger als Kurat der Freisinger Wieskirche antreten wird. Jetzt allerdings sind die Weichen gestellt: Weihbischof Bernhard Haßlberger will zum Ende des Jahres die beliebte kleine Kirche aus dem Winterschlaf holen.

Haßlberger machte es kurz und knapp auf die FT-Nachfrage: „Das ist offiziell.“ Ergeben hätte sich das Ganze laut des Weihbischofs nach einem Gespräch mit dem Kardinal, und abgeneigt wäre er ja sowieso von vornherein nicht gewesen. Außerdem: Ende Oktober, so der geborene Ruhpoldinger, werde ich dann 75 Jahre alt und gehe in Pension. Zwar bleibe der Status seiner Weihe bestehen, allerdings fallen nach der Emeritierung alle Aufgaben „von Amtswegen weg“.

Weihbischof will Wallfahrtskirche wiederbeleben

Firmungen wolle er dennoch weiter durchführen – wenn auch reduziert. Allein schon, um seinem Nachfolger, der bis dato noch nicht benannt ist, unter die Arme zu greifen: „Der wird froh sein, wenn ihm jemand hilft.“ Am wichtigsten ist dem Weihbischof auf jeden Fall, die Wallfahrtskirche vor den Toren der Stadt wiederzubeleben: „Man muss schauen, dass es keine Museumskirche wird.“

Prälat Walter Brugger habe die Latte dort draußen sehr hoch gehängt, betont der Weihbischof. „Das werde ich alles so nicht machen können.“ Traditionelles aber wie etwa „Pfingsten in der Wies“ bleibe so bestehen, wie es Brugger in seine 25 Jahren Wirkungszeit etabliert habe.

Haßlberger wünscht sich mehr Hochzeiten in der Wies

Haßlberger ist es aber auch wichtig, die Wieskirche nicht separat zu sehen, sondern als Teil der Freisinger Kirchengemeinschaft. Außerdem würde es der Geistliche sehr begrüßen, wenn in der Kirche „Zum Gegeißelten Heiland“ wieder mehr geheiratet werden würde. Auf jeden Fall freue er sich schon sehr auf das neue Aufgabengebiet, sozusagen als Weihbischof a. D.

Und auch ein Ortswechsel steht dem Geistlichen bevor: Ende des Jahres verlässt Bernhard Haßlberger sein bisheriges Domizil am Domberg und zieht in die Räume des ehemaligen Augustinerklosters der Wieskirche, das bis dahin auch noch hergerichtet wird.

Stationen

■  Geboren wurde Bernhard Haßlberger 1946 in Ruhpolding, bis 1976 studierte er katholische Theologie und Philosophie in München, wo er als Doktor der Theologie promovierte.

■  1977 empfing er im Freisinger Dom durch Erzbischof Joseph Ratzinger die Priesterweihe.

■  Von 1987 bis 1994 war Haßlberger der Direktor des Kardinal-Döpfner-Hauses der Domstadt.

■  1994 ernannte ihn Papst Johannis Paul II zum Weihbischof im Erzbistum München und Freising

■   2003 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

■  Seit 2013 ist er Haßlberger Dompropst des Münchner Metropolitankapitels.

Richard Lorenz

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