Wagenladungen: Im Zentrallager, das bei „Wein und Bar“ in Lerchenfeld eingerichtet worden war, sammelten Alexandra Pöller und Vincent Kammerloher die Päckchen.
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Wagenladungen: Im Zentrallager, das bei „Wein und Bar“ in Lerchenfeld eingerichtet worden war, sammelten Alexandra Pöller und Vincent Kammerloher die Päckchen.

„Der Landkreis war aktiv wie nie“

Über 800 Mal Weihnachtsfreude: Päckchenaktion für bedürftige Menschen im Kreis Freising war ein voller Erfolg

Der Landkreis Freising war aktiv wie nie: Die Weihnachtspäckchen-Aktion für bedürftige Senioren war ein voller Erfolg. Die Organisatoren sind überwältigt.

Landkreis – Trotz Pandemie sollte die Päckchenaktion nicht ruhen: Nach 2018 und 2019 wollte Vincent Kammerloher heuer zusammen mit Freisings Seniorenbeauftragter Alexandra Pöller und der Unterstützung mehrerer Helfer den Senioren im Kreis Freising etwas Gutes tun. Die Landkreisbürger ließen sich nicht lange bitten: Zahlreiche Weihnachtspäckchen wurden abgegeben, um den Menschen, die durch Corona noch einsamer geworden sind, eine Weihnachtsfreude zu machen – unter dem Motto #Ausderheimatfürdieheimat. Das Fazit der Organisatoren: „Der Landkreis war aktiv wie nie.“

50 Päckchen in Kranzberg, 70 in Zolling - und zwar schon nach einer Woche

Nachdem Vincent Kammerloher und Alexandra Pöller bei Heimen und ambulanten Diensten angefragt hatten, wer sich über ein Weihnachtsgeschenk freuen würde, sei eine erschreckend hohe Zahl zusammengekommen. „Zu viele, das schaffen wir nicht, habe ich mir anfangs gedacht“, berichtet Kammerloher.

Aber dem war nicht so: Zeitgleich meldeten die Inhaber der sieben Päckchen-Annahmestellen im Landkreis nämlich ungleich höhere Zahlen an. Nach der ersten Woche seien in Kranzberg schon 50, in Zolling sogar 70 Packerl abgegeben worden. Vielleicht wurde heuer gerade wegen Corona ein solcher Eifer an den Tag gelegt, mutmaßen die Verantwortlichen. Zum Schluss, Stichtag war der 15. Dezember, standen den benötigten 450 Päckchen mehr als 800 abgegebene gegenüber – große, kleine, schwere und leichte, mit Schleife, Karte in allen Farben und Formen.

Weihnachtsbote: Carlo Sette, Inhaber des „Portofino“ in Attaching, liefert die Päckchen auf seinem Roller.

Dank vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die zum Teil bereits im vergangenen Jahr ihre Unterstützung angeboten hatten, ging das Einsammeln der Pakete schnell und unkompliziert. Bis zum späten Nachmittag waren alle Pakete in Freising im Zentrallager in Lerchenfeld angekommen. Auf mehr als zehn Rollwagen, mit denen sonst die Tragerl durch den Getränkefachhandel „Wein und Bar“ transportiert werden, lagerten die vielen Pakete. „Ein wahr gewordener Weihnachtstraum, der dann in viele kleinere – immer noch große – Weihnachtsträumchen aufgeteilt und sortiert wurde“, berichten die Organisatoren. Schnell war absehbar, dass man jeder Einrichtung mehr Pakete geben konnte, als anfangs geplant.

Päckchen-Auslieferung quer durch den Landkreis

Eine Woche vor Heiligabend begann die Auslieferung: Zwölf Senioren- und Pflegeeinrichtungen galt es zu versorgen, dazu drei ambulante Pflegedienste, die die Geschenke auf ihren Touren zu den Menschen bringen sollten. Mit kleinen und großen Autos, darunter ein Fahrzeug, das die Stadt Freising den Weihnachtsboten kostenfrei zur Verfügung stellte, ging es dann bis zum 23. Dezember quer durch den Landkreis in die Einrichtungen.

„Staunen, die Freude in den Gesichtern der Pflegedienstmitarbeiter, offene Münder und Händeklatschen bei der Übergabe war etwas, was allen gleich war“, erzählt Vincent Kammerloher. „Eine tiefe und ehrliche Dankbarkeit darüber, dass an die schwächsten in der Gesellschaft gedacht wird.“

Chefarzt Christoph von Schilling nahm die Geschenke für die Onkologie-Station am Klinikum Freising an.

Durch die zahlreichen Spenden konnten schließlich auch noch andere Einrichtungen bedacht werden: So gingen 15 weitere Geschenke an das Juliane-Maier-Haus der Lebenshilfe Freising in Moosburg, das schwerbehinderten Menschen im Alter ein umsorgtes und liebevolles Zuhause bietet. Und nach einem Tipp aus der Bevölkerung und einem kurzen Anruf nahm Carlo Sette, Inhaber des der Gaststätte Portofino in Attaching, weitere 40 Pakete an, um diese auszuteilen. Weitere Päckchen bekamen die Patienten der Onkologie im Klinikum Freising. Auch eine Familie aus Moosburg wurde beschenkt, die durch eine wiederholte Krebserkrankung in Schieflage geraten ist.

„Das sind Werte, wegen derer es sich lohnt, hier zu wohnen und zu leben“

Vincent Kammerloher und Alexandra Pöller sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und Empathie, die die Landkreisbürger auch in diesen schweren Zeiten zeige. „Das sind Werte, wegen denen es sich lohnt, hier zu wohnen und zu leben“, sind sich die beiden Organisatoren einig. Ein großes Dankeschön gehe daher an alle, die sich in irgendeiner Form an der Aktion beteiligt haben. „Wir hoffen, dass wir dem Christkind heuer ein wenig Arbeit abnehmen und ein paar Menschen glücklich machen konnten.“ ft

Endlich: Am Sonntag wurden die ersten Bürger des Landkreises Freising geimpft. Ein historischer Augenblick. Jetzt ist aber erst einmal Geduld gefragt.

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