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Mit Waffengewalt erzwang sich ein Freisinger (28) die Vorfahrt. Dafür muss er jetzt für neun Monate ins Gefängnis. : 

Verstörender Fall

Weil er die Vorfahrt wollte: Mann bedroht Autofahrerin mit Waffe

Zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung wurde ein 28-jähriger Freisinger verurteilt. Er hatte einer entgegenkommenden Autofahrerin eine Pistole gezeigt – und somit die Vorfahrt erzwungen. Das Amtsgericht urteilte bewusst hart, um dem Rowdytum auf den Straßen entgegenzuwirken.

Freising Die verängstigte Frau hatte die Pistole für eine „scharfe“ Waffe gehalten und nachgegeben. Dieser nicht alltägliche Vorfall ereignete sich in der Angermaierstraße in Freising. Aufgrund dort am Straßenrand geparkter Fahrzeuge musste der Angeklagte mit seinem Fahrzeug auf die Fahrspur der entgegenkommenden Frau wechseln. Zunächst versuchte der 28-Jährige, die Autofahrerin durch Handbewegungen zum Räumen der Fahrbahn zu bewegen. Nachdem die jedoch weiterhin auf ihrer Vorfahrt bestand, ließ der Angeklagte das Seitenfenster herunter und hielt eine mitgeführte Schreckschusspistole aus dem Fenster des Fahrzeuges. Das Vorzeigen der Waffe diente, so das Gericht, ausschließlich dazu, die Zeugin einzuschüchtern und diese dazu zu bringen, die Fahrbahn zu räumen. Damit hatte der Angeklagte zunächst Erfolg: Die Zeugin fuhr zurück. Sie erstatte jedoch Anzeige. Aufgrund der Personen- und Fahrzeugbeschreibung konnte die Polizei schließlich den Angeklagten ermitteln.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde unter anderem die Pistole gefunden. Durch einen Sachverständigen wurde festgestellt, dass der Angeklagte versucht hat, die Schreckschusspistole durch Manipulationen am Lauf zu einer scharfen Waffe umzubauen. Bei der Durchsuchung fanden die Polizeibeamten auch ein illegal importiertes Gewehr und Kartuschenmunition. Einige dieser Patronen wurden vom Angeklagten verändert und so zu tödlichen Geschossen gemacht.

Der Angeklagte räumte die Taten zwar ein. Reue oder Schuldeinsicht konnte das Gericht jedoch nicht feststellen. Er empfand es als „unmenschlich“, dass die Frau von ihm erwartet hat, rückwärts zu fahren. Obwohl der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, wurde ihm keine Bewährung zugesprochen, da das Gericht durch die drastische Strafe dem zunehmenden Rowdytum auf den Straßen entgegenwirken wollte.

Die rechtstreue Bevölkerung würde in Kenntnis aller für und gegen den Täter sprechenden Umstände eine Strafaussetzung nicht verstehen. Durch eine Strafaussetzung zur Bewährung würde diese in ihrem Rechtsgefühl verletzt und in ihrer Rechtstreue ernstlich beeinträchtigt werden, so die Begründung des Richters. Der Angeklagte hat Rechtsmittel eingelegt.

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