Wald
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Warten auf Niederschlag: Laut dem Leiter des Forstbetriebs Freisings sind die Wasserspeicher in seinem Zuständigkeitsbereich nur halb gefüllt.

Immerhin ist die Borkenkäfer-Gefahr gebannt

„Wenn es nicht regnet, hilft alles nix“: Freisings Waldbauern und Landwirte fürchten trockenen Sommer

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Während die Landwirte im Kreis Freising mit dem Winterwetter zufrieden waren, hoffen die Waldbauern auf regelmäßigen Niederschlag. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Landkreis – Trotz einiger Schnee-Tage war der Winter im Kreis Freising nicht besonders niederschlagsreich. Dafür gibt es für Alfred Fuchs, den Leiter des Forstbetriebs Freising, und seine Kollegen ein eindeutiges Indiz: „Weil es relativ trocken war, konnten wir viel im Wald arbeiten“, erklärt er. Fuchs vermutet daher, dass der Wasserspeicher im Boden nur etwa halb gefüllt sei. „Normalerweise füllt sich dieser Tank über den Winter und entleert sich dann allmählich während der Vegetationszeit.“ Das sei in den vergangenen Jahrzehnten der Fall gewesen. Dazu sammle die Waldklimastation im Kranzberger Forst verlässlich Daten.

Ganze Buchenwälder vertrocknet

Doch mit zunehmendem Fortschreiten des Klimawandels fülle sich der Speicher in der kalten Jahreszeit oft nicht mehr wie gewohnt. In Kombination mit heißen, trockenen Sommern kann das verheerende Folgen haben, wie auch der aktuelle Waldbericht aufzeigt. „Gerade in Nordbayern und Hessen hat das zu brutalen Schäden geführt. Dort sind ganze Buchenwälder vertrocknet“, berichtet der Leiter des Forstbetriebs Freising.

Dagegen sei sein Zuständigkeitsbereich glimpflich davongekommen. „Eigentlich trat genau das ein, was ich gehofft hatte: Auch im Sommer gab es etwa einmal pro Woche Niederschlag. Wir waren hochzufrieden, denn unsere Bäume haben den Sommer vollkommen unbeschadet überstanden.“ Fuchs betont jedoch: „Das ist die große Ausnahme!“

Hilfreich dabei sei der lehmhaltige und dadurch saugfähige Boden und die Tatsache, dass man in Freising auf gemischte Wälder mit unterschiedlich tief wurzelnden Bäumen setze. „So können wir die verschiedenen Stockwerke des Wasserspeichers optimal ausnutzen.“ Doch das Wichtigste, damit der Wald auch heuer keine gravierenden Schäden nimmt, ist der Niederschlag. „Denn wenn es nicht regnet, hilft das alles nix.“

Borkenkäfer-Befall deutlich gedrückt

Eine gute Nachricht aus dem Freisinger Forst: Der Borkenkäfer dürfte heuer nicht zum Problem werden. „Im Staatswald haben wir die Befallsmenge in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach unten drücken können. Das lag an einer Kombination aus günstigem Wetter und entschiedenem Handeln“, sagt Fuchs. „Im letzten Jahr hatten wir nicht einmal zehn Prozent der Menge wie vor fünf Jahren.“ Dass sich der große Ausbruch diesen Sommer wiederholt, sei daher nicht zu erwarten. „Aber wir müssen wachsam bleiben, Herde suchen und gegebenenfalls sofort entfernen. Denn das Vermehrungspotenzial der Borkenkäfer ist enorm.“

Während der Winter für die Waldbauern ausbaufähig gewesen sei, ist Gerhard Stock, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands im Kreis Freising, recht zufrieden. Die Mischung aus Schnee, Niederschlag und Frost sei gut gewesen. Problematisch wäre jedoch, wenn die zwei frühlingshaften Februarwochen der Vorgeschmack auf die Temperaturen in den künftigen Monaten gewesen wäre. „Das war verdammt warm. Es ist bedenklich, wenn man im Februar schon Fahrrad fahren kann.“

Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum hätte die Episode jedoch nicht gehabt. „Dass Wintergerste, Winterweizen und Winterraps, die im Herbst angebaut wurden, jetzt langsam anfangen zu sprießen, ist normal.“ Damit die Pflanzen gut mit den für das Wachstum notwendigen Grundnährstoffen Stickstoff, Phosphat und Kali versorgt werden, hätten die Landwirte bereits die ersten Düngemaßnahmen durchgeführt.

Arbeiten im Hopfenbau gestartet

Langsam würden die Felder bestellt: „Los geht’s mit Mitte, Ende März mit dem Hafer, dann kommt Gerste, dann Kartoffeln und Mais.“ Im Hopfenbau seien die ersten Arbeiten bereits gestartet. „Dafür kommen bald wieder die ersten Saisonarbeitskräfte“, berichtet Stock.

Das ideale Wetter für die nächsten Wochen wäre daher eine gute Mischung aus Regen und Sonnenschein. „Die trockenen Phasen brauchen wir, um die Saaten auszubringen“, sagt Stock. „Damit sie dann wachsen können, ist aber auch Niederschlag wichtig – und das nicht zu wenig.“ Darin sind sich der Kreisgeschäftsführer des Bauernverbands und Alfred Fuchs, der Leiter des Freisinger Forstbetriebs, einig: „Ohne Wasser hilft die beste Technik nix.“

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising hat am Samstag die 100er-Marke überschritten. Daher wird nun die „Notbremse“ gezogen.

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