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Westtangente: Projektleiter rechnet mit stressigen Tagen vor Freigabe - und wendet sich an die Anwohner

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Von: Andreas Beschorner

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Menschen im Vöttinger Tunnel
Noch auf Schusters Rappen führten Franz Piller und seine Nachfolgerin als Projektleiterin und künftige Tunnelmanagerin, Christine Huber, die Pressevertreter durch die gewundene Röhre unter Vötting hindurch. © Lehmann

Am 10. Januar wird die Westtangente für den Verkehr freigegeben. Zuvor rechnet der Projektleiter noch mit stressigen Tagen - und wendet sich an die Anwohner.

Freising - Es wird denkbar unspektakulär ablaufen, wenn am späten Nachmittag des kommenden Montags die Freisinger Westtangente für den Verkehr freigegeben wird. Denn wenn die letzten Prüfungen abgeschlossen sind, erhält der Bauhof einen Anruf, macht sich auf die Socken und räumt die Absperrungen am Kreisel im Norden und an den Tunneleingängen weg. Das war’s. So wird nach mehr als fünf Jahrzehnten das Mammutprojekt abgeschlossen.

Noch auf Schusters Rappen also geleiteten am Dienstag Franz Piller und seine Nachfolgerin als Projektleiterin und künftige Tunnelmanagerin, Christine Huber, die Pressevertreter durch die Röhre unter Vötting hindurch. Mit im Gepäck: ein Zettel, auf dem die Chronologie des Baus der Westtangente seit dem Start im November 2014 aufgelistet war. Nach ersten Ausgleichsmaßnahmen habe im Mai 2015 der tatsächliche Baubeginn stattgefunden –mit den Brücken über den Geh- und Radweg an der Schlüterallee und am Galgenbach. Am 5. Dezember 2016 habe man mit den Arbeiten für den 705 Meter langen Tunnel begonnen, ab Juli 2020 sei der Kreisverkehr an der Thalhauser Straße hergestellt worden – so weitere wichtige Daten.

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Jetzt fehlt es nur noch an Kleinigkeiten, die nächsten Tage bis zur Eröffnung werde es noch einmal „stressig“ für Christine Huber, wusste Piller. Was da noch zu erledigen sei, reiche vom Einbau der Schließanlage im Kontrollbereich bis hin zum Auswechseln einer Computermaus. Am Ende der Bauarbeiten dankte Piller den Politikern („Es war mit Sicherheit nicht einfach.“), seinen Kollegen, den Behörden und Ämtern, vor allem aber auch den Bürgern von Vötting, die in den vergangenen Jahren durch die Bauarbeiten „arg malträtiert“ worden seien.

Tunnelmanager Franz Piller und seine Nachfolgerin Christine Huber
Stabübergabe: Nach Franz Piller, der in Ruhestand geht, wird Christine Huber Tunnelmanagerin sein. © Lehmann

Schließlich habe man den Teil des Tunnels, der bergmännisch hergestellt wurde, im 24-Stunden-Modus vorangetrieben. Zwei Familien mussten sogar vorübergehend abgesiedelt werden, weil die Lärmentwicklung und die Erschütterungen in der Nacht einfach zu viel waren. Und manch ein Hund sei deswegen auch „die ganze Nacht aktiv“ gewesen, wie es Piller beschrieb.

Anwohner erleiden Hausschäden durch den Tunnelbau

Momentan wisse er von zehn Häusern, an denen Schäden aufgetreten seien. Das reiche von Rissen in Badfliesen bis hin zu Absenkungen, die allerdings sehr moderat seien: Bei Häusern handle es sich maximal um eine Absenkung von zwei Millimeter, das Eck einer Garage habe sich um 20 Millimeter gesenkt.

Nordportal des Tangenten-Tunnels
Noch gesperrt ist das Nordportal des Tangenten-Tunnels. Am Montagnachmittag wird „aufgemacht“. © Lehmann

Beim Gang durch den Tunnel erläuterten Piller und Huber das Sicherheitskonzept, das selbstverständlich auf dem neuesten Stand sei: Notrufkabinen da, Anschlüsse für Löschwasser dort, Kameras da, Entrauchungsanlagen dort, Notausgänge & Co. sowieso. Ab 10. Januar kann man also das größte und mit 139 Millionen Euro Gesamtkosten teuerste Tiefbauprojekt der Freisinger Stadthistorie nutzen.

Höchstgeschwindigkeiten auf der Tangente stehen fest

Auch die Frage, wie schnell man auf der Kreisstraße fahren darf, ist inzwischen geklärt: Auf dem kurzen Stück zwischen dem Kreisel an der Thalhauser Straße und dem nördlichen Tunnelportal sind 60 km/h erlaubt, im Tunnel gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Auf der freien Strecke außerorts darf man mit 80 „Sachen“ über die Westtangente Richtung ehemaliger B 11 brausen. Bahn frei!

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