62 Stunden mehr Sonne als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre genossen auch die Hopfenkulturen in der Hallertau. Der Juli und der August waren für die Pflanzen nahezu ideal. Die Folge war eine ertragreiche Ernte.Lehmann

Wetterrückblick

Das war der Sommer 2016 in Freising

Freising - Mit dem Sommerwetter im Monat August kann man heuer nach der meist zu kühlen ersten Monatshälfte eigentlich ganz zufrieden sein. So war der August im Vergleich zu den Freisinger Durchschnittswerten um knapp ein Grad zu warm. Und der Sommer generell? Mit 2015 kann er nicht mithalten, aber es war ein schöner Sommer mit viel, viel Sonne.

An 13 Tagen wurde die 25-Grad-Marke überschritten und an drei Tagen stiegen die Temperaturen auf mehr als 30 Grad. Diese Anzahl von so genannten Sommertagen und heißen Tagen ist für Freising ziemlich normal, verblasst allerdings gegenüber dem ungewöhnlich heißen August vor einem Jahr, als an 15 Tagen die Temperaturen mehr als 30 Grad erreichten. Mit insgesamt nur 59 Millimeter Regen war der August heuer deutlich zu trocken. Er verfehlte den langjährigen Durchschnitt um rund ein Drittel. Eine stabile Hochdruckwetterlage im letzten Monatsdrittel brachte reichlichen Sonnenschein, so dass der gesamte Monat mit insgesamt 275 Sonnenstunden um 27 Prozent sonniger war als normal. Sonnig und zunehmend sommerlich warm zeigte sich der August gleich zu Beginn, so stiegen die Tagestemperaturen am 3. und 4. auf 29 bis 30 Grad. Dann sorgte allerdings eine Kaltfront zum 4. für einen Temperatursturz auf 16 Grad. Der Tiefausläufer brachte durch den Dauerregen von insgesamt 36 Millimeter mehr als die Hälfte der im vergangenen Monat gemessenen Niederschlagsmengen. Auch an den Folgetagen blieb es ziemlich wechselhaft mit einem auf und ab der Temperaturen und gelegentlichen Regenfällen. So präsentierte sich der August zwischen dem 9. und 12. ganz und gar nicht sommerlich mit Tagestemperaturen zwischen 16 und 19 Grad. Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein um die Monatsmitte ließ dann aber die Temperaturen auf angenehme 24 bis 27 Grad steigen. Nur vorübergehend brachte ein Tiefausläufer zum 21. wieder eine leichte Abkühlung mit gewittrigen Regenfällen bevor eine stabile Hochdruckwetterlage eine sommerliche Wärmeperiode einläutete. So schien die Sonne ab dem 23. von einem weitgehend wolkenlosen Himmel bei Temperaturen um 30 Grad. So gab es am 28. mit 31,4 Grad den heißesten Tag des vergangenen Monats. In der darauffolgenden Nacht beendete eine Gewitterfront die kurze Hitzewelle. Der Monat verabschiedete sich dann wieder mit viel Sonnenschein aber gemäßigten Temperaturen um 24 Grad. Zieht man eine Bilanz des vergangenen Sommers, so kann er mit dem Hitzesommer 2015 natürlich nicht mithalten. Wie im Jahr 2003 erlebten wir im Jahr 2015 eher einen Ausnahmesommer. Heuer war jeder der Monate Juni bis August etwas zu warm, so dass der Sommer 2016 um ein Grad wärmer ausgefallen ist als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Der Juni zeigte sich zwar deutlich zu nass, die zu trockenen Monate Juli und August ließen den vergangenen Sommer in der Gesamtbilanz mit insgesamt 250 Millimeter um 35 Millimeter zu trocken ausfallen. Der Juni brachte zwar zu wenig Sonnenschein, der Juli und besonders der August zeigten sich sehr sonnig, so dass der Sommer 2016 in der Gesamtbilanz um 62 Stunden (zehn Prozent) mehr Sonnenschein brachte als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

Dieter Buchwald

Diplom-Meteorologe

Deutscher Wetterdienst Weihenstephan

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