Samuel Fosso initiierte den Integrationsbeirat.
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Samuel Fosso initiierte den Integrationsbeirat.

Kreisausschuss diskutiert die Zusammensetzung

Wichtiges Sprachrohr für Migranten: Integrationsbeirat in Freising kommt

Der Integrationsbeirat soll den interkulturellen Dialog im Landkreis Freising besetzen. Um die Zusammensetzung des Gremiums wurde bis zuletzt gerungen.

Freising – Bereits im November vorigen Jahres stand der Integrationsbeirat auf der Tagesliste des Kreisausschusses – doch bei einer der Gruppen, aus denen der Beirat bestehen soll, konnte man sich damals nicht so recht einig werden. Mit dem Wunsch auf eine weitere Alternative wurde das Thema bei der jüngsten Sitzung erneut besprochen.

Der Beirat soll Raum für den integrationspolitischen und interkulturellen Dialog in der Kommune schaffen. Er setzt sich somit ein für ein von gegenseitiger Wertschätzung getragenes Verhältnis aller im Landkreis lebender Bevölkerungsgruppen und sorgt damit für ein harmonisches Miteinander von Migranten und einheimischen Bürgern. Plan: Der Integrationsbeirat soll mit seinen vier Gruppen zu einem Sprachrohr für die Migranten im Landkreis Freising werden.

Integrationsbeirat setzt sich aus vier Gruppen zusammen

Die Aufgaben sind klar definiert: Beratung der Kreisgremien und der Landkreisverwaltung zu allen Fragen, die Menschen mit Migrationshintergrund betreffen. Heißt: Der Beirat hat ein Antrags- und Informationsrecht, aber keine Entscheidungsbefugnisse. Details müssen allerdings erst noch in einer Satzung herausgeschält werden.

Der Integrationsbeirat setzt sich aus vier Gruppen zusammen: Die Gruppe eins besteht aus Personen mit Migrationshintergrund, die zweite aus Vertretern von Fachstellen, Behörden und Initiativen. Politische Verantwortungsträger finden sich in der dritten Gruppe, die vierte besteht aus Jugendvertretern. Kein Diskussionsbedarf im Gremium gab es bei der Besetzung der Gruppen zwei bis vier.

In der Gruppe zwei soll es sieben Vertreter geben mit Mitgliedern etwa aus dem Landratsamt Freising, dem Asylhelferkreis oder dem Jobcenter. Wie diese Gruppe dann genau zusammengesetzt wird, entscheiden die Gruppen eins, drei und vier. Der Landrat und je ein Fraktionsvertreter, maximal sind davon sieben Personen stimmberechtigt, besetzen die Gruppe drei. Vertreter aus dem Jugendkreistag, mit oder ohne Migrationshintergrund, sitzen in der vierten Gruppe.

Beirat soll Anfang 2022 die Arbeit aufnehmen

Die Überraschung: Im November empfahl der Ausschuss für demografische und soziale Fragen für die Gruppe eins jene Variante, in der zehn stimmberechtigte Personen aus West- und Nordeuropa, Südost-Europa, Osteuropa, Spanien, Portugal und Lateinamerika, Italien, Griechenland, Türkei, Naher Osten einschließlich Nordafrika, Afrika, Subsahara und Asien zu Wort kommen sollten. Einigen Räten war dieser Vorschlag allerdings mit zu vielen Vertretern aus der Europäischen Union besetzt. Deshalb gab es eine Vertagung und einen Alternativ-Vorschlag, der es aber dann doch nicht schaffte. Mit neun zu drei Stimmen entschieden sich die Räte für die empfohlene Variante von 2020.

Rund 180 000 Einwohner hat der Landkreis Freising, davon stammen um die 20 000 aus dem EU-Ausland. Aus anderen Staaten kommen hingegen um die 15 000 Personen. Um ihre Zugehörigkeit und Akzeptanz im Landkreis zu stärken, wurde der Integrationsbeirat auf Initiative von Samuel Fosso (FSM) ins Leben gerufen. Losgehen mit der Arbeit soll es dann wohl Anfang 2022.

Richard Lorenz

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