Im Stile einer höfischen Freiluft-Serenade entführte das Kammerensemble Freising die Zuhörer am Samstag im Amtsgerichtsgarten.
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Im Stile einer höfischen Freiluft-Serenade entführte das Kammerensemble Freising die Zuhörer am Samstag im Amtsgerichtsgarten.

Stimmungsvolle Freiluft-Serenade

Wiener Klassik par excellence: Christoph Eglhuber verzaubert Publikum

Tiefgründig, lebhaft und anrührend – an diesem Abend wurde beim Sommerwunder im Freisinger Amtsgerichtsgarten nichts langweilig.

Freising - Im Stile einer höfischen Freiluft-Serenade entführte das Kammerensemble Freising die Zuhörer am Samstagabend beim Sommerwunder im Amtsgerichtsgarten in die Welt der Wiener Klassik: eine Besonderheit, ein Juwel – wie sich das im Laufe des Konzertes herausstellte.

Christoph Eglhuber, Leiter des Kammerorchesters Freising, ist bekannt für die Aufführung von nicht alltäglichen Konzerten. Unter erschwerten Probenbedingungen hat es der Musiker erneut geschafft, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die ihresgleichen suchte. Weil aktuell größere musikalische Besetzungen schwierig auf die Bühne zu bringen sind, sei die Wiederentdeckung von kleineren Formaten nicht nur eine Not, sondern auch eine willkommene Tugend, erklärte Eglhuber.

Schmetternde Hornklänge eröffnen das Konzert

Ausgehend vom Kern des Kammerensembles Freising, der Familienmusik Eglhuber mit Christoph, Friederike, Clara, Katharina und Lorenz, erweiterte er die Besetzung mit den Studienkollegen der Eglhuber-Sprößlinge zu einem „Miniorchester“, wie es der Musikus formulierte. Dass da ausschließlich hervorragende Interpreten am Werk waren, das wurde schnell deutlich.

Mit einer Partita aus der Oper „Germanico in Germania“ von Nicola Antonio Porpora, einem neapolitanischen Opernkomponisten, der in seiner Wiener Zeit als Lehrer Joseph Haydns wirkte, eröffneten schmetternde Hornklänge den Serenadenabend. Was im Anschluss so schlicht wirkte, forderte hohe musikalische Erfahrung von der jungen Solistin. Clara Eglhuber arbeitetet in Joseph Haydns Konzert D-Dur für Violoncello und Orchester kleinste Nuancen und Details hervor.

Sehr schweres Stück wird filigran bewältigt

An technischen Herausforderungen fehlte es nicht. Rasante Läufe gingen in Doppelgriff-Passagen über. Die Sechzehntel und Doppelgriffe mussten zum Teil in sehr hoher Lage bewältigt werden. Ein sehr schweres Stück, das die Cellistin filigran und offen „rüberbrachte“. Eine großartige Leistung, die vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Wunderschön zum Leben erweckt wurde nach der Pause das Concertante B-Dur für Oboe, Fagott, Violine, Violoncello und Orchester von Joseph Haydn. Von den jungen Musikern an den Soloinstrumenten wird man sicher noch öfter hören: Lorenz Eglhuber (Oboe), Tadija Mincic (Fagott), Louis Vandory (Violine) und Jonathan Drißner (Violoncello). Leise und dezent begann der erste Satz im Tutti, aus dem die Solostimmen nach und nach herauswuchsen.

Das Ensemble erntet stürmischen Applaus

Wie ein Sänger antwortete Louis Vandory zu Beginn des dritten Satzes „Allegro con spirito“ an der Violine auf das Unisono des Orchesters mit einem solistischen Rezitativ. Die zarten Klänge von Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie A-Dur durfte das Publikum zum Ausklang des Konzertes genießen. Ein wunderbares Ensemble, das vom Publikum mit stürmischen Applaus bedacht wurde. (Maria Martin)

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