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Polizei gibt Tipps: So können Autofahrer Wildunfälle vermeiden

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Vorsicht: Wenn Rehe über die Straße gehen, folgen oft noch weitere Tiere. © picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte

In den kommenden Wochen sorgen Wildwechsel wieder vermehrt für Unfallgefahr. Was tun, wenn plötzlich ein Reh im Scheinwerferkegel auftaucht? Die Polizei gibt Tipps für Autofahrer.

Landkreis – In diesen Tagen wachsen und ranken an den Drähten der Hopfengärten die jungen Pflanzen in die Höhe. Ihre Triebe schmecken vor allem Rehen gut. Daher schützen Landwirte die Gärten oft mit einem Wildschutzzaun. Das ist allerdings für Wildtiere ein Einschnitt in ihren Lebensraum. Sie überqueren die Straße oft an anderen Stellen – und gefährden so sich selbst und die Verkehrsteilnehmer.

Vor allem Rehe und Wildschweine können nicht ihre gewohnten Wechsel nutzen. Sie werden durch die Zäune gezwungen, an anderen Stellen auch Straßen zu überqueren. Diese Bereiche sind für Autofahrer oft unübersichtlich. Die für den nördlichen Landkreis Freising und damit Teile der Hallertau zuständige Polizei Moosburg bestätigt eine jahreszeitlich bedingt höhere Zahl an Wildunfällen.

Wildunfälle: Größte Gefahr in der Dämmerung

Gefährlich seien vor allem die frühen Morgenstunden und die Abenddämmerung. Aber auch in der Nacht sei Wild aktiv. Nach Aussage von Hauptkommissar Stefan Seidinger sind die Unfälle für die beteiligten Autofahrer bislang glimpflich ausgegangen, abgesehen von Sachschäden an Fahrzeugen. Doch besonders tragisch ist es, wenn eine trächtige Rehgeiß von einem Auto erfasst und getötet wird. Mit ihr sterben ihre ungeborenen Kitze. In den kommenden Wochen werden die meisten Rehkitze geboren und folgen sehr bald ihren Müttern. An den Straßen, die durch Feld und Wald führen, ist daher umso mehr Aufmerksamkeit geboten, appelliert Seidinger.

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Die Gefahr von Wildunfällen steigt in den kommenden Wochen: Viele neue Rehkitze werden geboren. © dpa

Die Kitze seien noch nicht so flink und wüssten die Gefahr eines heranbrausenden Autos nicht einzuschätzen. Wenn also ein Reh oder Wildschwein plötzlich über die Straße läuft, müsse der Autofahrer damit rechnen, dass noch andere folgen. Die Tipps des Experten: Der Fahrer sollte sofort das Licht abblenden und kontrolliert bremsen. Leider sei ein Zusammenstoß nicht immer zu verhindern.

Wildwechsel: Unkontrollierte Ausweichmanöver vermeiden

Daher empfiehlt Hauptkommissar Seidinger, das Lenkrad unbedingt gerade zu halten und keinesfalls unkontrollierte Ausweichmanöver vorzunehmen. Konnte ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden, müsse der Fahrer die Unfallstelle sichern und markieren. Zudem habe er den Wildunfall der Polizei zu melden. Diese benachrichtigt den örtlichen Jäger.

Damit ein Wildunfall gar nicht erst geschieht, ist es ratsam, in Bereichen von Hopfengärten, in Wäldern, entlang von Hecken, Wiesen oder Raps- und Maisfeldern den Fuß vom Gas zu nehmen und mit vorausschauender Aufmerksamkeit zu fahren. Wildwechselschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen haben ihren Sinn und sollten nicht missachtet werden.

Unfallverhütung: Jäger sehr aktiv

Die Jäger im Landkreis sind seit vielen Jahren sehr aktiv bei der Wildunfallverhütung. Von ihnen montierte Wildwarnreflektoren oder akustische Wildwarner, das Ausbringen von für das Wild unangenehm riechenden Vergrämungsmitteln oder auch Abschüsse in unweit von Straßen gelegenen Bereichen helfen, das Risiko von Wildunfällen zu reduzieren. Letztlich müsse aber jeder Einzelne dazu beitragen, betont der Hauptkommissar. Denn es möchte wohl kein Fahrer vor einem Wildtier und dessen Nachwuchs stehen, die vom eigenen Auto getötet wurden. 

Gerettet wurde vor wenigen Wochen ein Reh von der Feuerwehr Freising. Das Tier hatte sich in ein umzäuntes Areal nahe eines Kindergartens verirrt

Dirk Waltmann

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