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„Wissen um die Umstände“: Schulleiterinnen im Kreis Freising werben für den Übertritt - trotz Corona-Hürden

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Von: Magdalena Höcherl, Andrea Hermann

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Übertrittszeugnis
Keine Angst vorm Übertritt: Die Schulleiterinnen der Gymnasien im Landkreis Freising freuen sich auf die neuen Fünftklässler. Symbolbild © dpa

Nächste Woche findet die Anmeldung an den Gymnasien statt. Die Schulleiterinnen im Kreis Freising werben für den Übertritt. Wegen Corona müsse sich niemand Sorgen machen.

Landkreis – Die Übertrittszeugnisse sind geschrieben, und nun stellt sich für die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen die Frage: Mittelschule, Realschule oder doch Gymnasium? Die Corona-Pandemie mit dem eingeschränkten Präsenzunterricht verunsichert viele Familien, ob man den Ansprüchen einer höheren Schule auch wirklich gewachsen ist. In den fünf Gymnasien im Landkreis kennt man die Sorgen der Eltern und Schüler. Trotzdem ist man entspannt – und gut vorbereitet.

Theumer: „Keine Sondersituation“

Claudia Theumer, Rektorin des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums in Moosburg, weiß um die „belastende Situation für alle Schüler“. Trotzdem ist sie mit Blick auf den Übertritt überzeugt: „Es braucht keinen besonderen Mut, die Kinder aufs Gymnasium zu schicken.“ Für sie bestehe „keine Sondersituation“. Zum einen hätte es für die vierten Klassen viel Präsenzunterricht gegeben, zum anderen seien die Gymnasien gut vorbereitet. So habe es schon vor der Corona-Pandemie gute Angebote gegeben – etwa den Kurs „Lernen lernen“ für Schüler und Eltern, aber auch Intensivierungsstunden in geteilten Gruppen. Hinzu käme nun der Förderkurs „Sprachlich fit“ für die Fächer Deutsch und Englisch. Theumer: „Ich kann die Eltern nur ermutigen, den Schritt ans Gymnasium zu tun – wenn das Kind die gymnasiale Eignung hat.“ Und sie ist sich sicher: „Die werden einen guten Start haben.“

Räde: „Wir erwarten nicht viel Vorwissen“

Auch Susanna Räde, Schulleiterin am Freisinger Josef-Hofmiller-Gymnasium, „glaubt nicht, dass es durch Corona schwieriger ist. Die Kinder hatten ja Unterricht.“ Zumal: „Wir erwarten gar nicht so viel Vorwissen aus der Grundschule“, sagt sie. Im Fach Englisch würde man von vorne anfangen, und auch in Fächern wie Geografie und „Natur und Technik“ würde man neu starten. Was die Kinder mitbringen sollten, sei „Interesse, Intelligenz und Freude an der Schule“. Susanna Räde ist „entspannt“ und hofft, „dass viele Schüler zu uns kommen“. Und sie appelliert an die Eltern, „sich nicht abschrecken zu lassen, weil man meint, schlechter vorbereitet zu sein“.

Bliese: „Wir bekommen das hin“

Trotz Corona ist für Andrea Bliese, Schulleiterin des Camerloher-Gymnasiums in Freising, „rein theoretisch nichts anders als sonst“. Trotzdem weiß sie um die „außergewöhnlichen Bedingungen“ für die Kinder. Und ihr ist bewusst, „dass wir Kinder mit anderen Voraussetzungen übernehmen“. Deshalb sei sie mit ihren Kollegen ständig im Gespräch, wie man die Situation meistern kann: „Wir haben das auf dem Schirm, dass wir flexibel sein müssen“, sagt Bliese. Und natürlich werde es auch Förderangebote geben. „Ich sehe das entspannt“, sagt die Schulleiterin. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob es auch die Eltern sind.“ Vor allem die persönlichen Gespräche fehlten, in denen man die Sorgen ansprechen könnte – da seien Online-Beratungsangebote nur ein schwacher Ersatz. Aber mit Blick auf den Schulstart sagt sie: „Wir bekommen das hin.“

Röder: „Braucht besonderen Umgang“

„Die Situation in dieser Ausprägung haben wir heuer erstmals“, räumt Manfred Röder, Schulleiter des Freisinger Dom-Gymnasiums ein. Was aber bekannt sei: Die Prognosen aus der Grundschule, sprich das Übertrittszeugnis, hätten eine extrem hohe Zuverlässigkeit. „Die Grundschullehrer haben ihre Kinder auf einem langen Weg begleitet. Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass die Einschätzung der Grundschule zusammen mit der der Eltern auch heuer wieder sehr aussagekräftig sein wird“, betont Röder. Umgekehrt wisse man am Gymnasium natürlich um die ungewohnten Umstände – und stelle sich darauf ein. „Uns allen ist bewusst, dass es einen besonderen Umgang braucht – aber das ist gut handlebar.“

Stubenrauch-Böhme: „Keine Angst haben“

Dieser Ansicht ist auch Juliane Stubenrauch-Böhme. „Niemand braucht sich Sorgen machen oder gar Angst haben. Wer gymnasial geeignet ist, soll den Schritt auf jeden Fall machen“, sagt die Schulleiterin des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums in Neufahrn. Das OMG stehe in engem Austausch mit den Eltern und biete ein breites Unterstützungs- und Förderangebot – „ohne die Schüler zu überfordern“. Zudem wüssten die Lehrkräfte um die besonderen Rahmenbedingungen. „Allen ist bewusst, dass es sich um ein eher ungewöhnliches Schuljahr handelt. Aber alle befinden sich in derselben Lage“, sagt Stubenrauch-Böhme. Verunsicherten Eltern möchte die Schulleiterin in Erinnerung rufen, dass der Distanzunterricht keinesfalls mit Unterrichtsausfall gleichzusetzen sei. „Wir sehen ja, dass die Kinder weiterhin gelernt haben. Es ist nicht so, als hätten sie die vergangenen fünf Monate nichts gemacht.“ Sie betont: „Wir freuen uns auf die neuen Fünftklässler.“

Gut zu wissen

An den Gymnasien im Landkreis Freising findet in der Woche von Montag, 10., bis Freitag, 14. Mai, die Anmeldung statt. Alles Wissenswerte rund um die Einschreibung gibt’s auf den Internetseiten der Schulen.

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