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Die Zwei vom Organisationsteam: Kristina Kluge-Raschke (Caritas, l.) und Stiftungs-Direktorin Dr. Claudia Pfrang (Bildungszentrum der Erzdiözese). Foto: Stiftung bildungszentrum

Woche der psychischen Gesundheit

Die unheilvolle Beschleunigung des Lebens

Mit der „Woche der psychischen Gesundheit“, die ab dem 29. Januar im Kardinal-Döpfner-Haus stattfindet, wollen die Veranstalter Caritas und Stiftung Bildungszentrum auf dieses wichtige Thema und die Situation von Betroffenen aufmerksam machen.

Freising– Längst sind psychische Erkrankungen kein gesellschaftliches Randphänomen mehr: Rein statistisch ist jeder Dritte betroffen, und der Prozentsatz der Krankmeldungen mit Diagnosen aus diesem Bereich ist seit den Siebzigerjahren von zwei auf 15 gestiegen – das bedeutet mehr als 53 Millionen Krankheitstage pro Jahr. „Viele der Gründe dafür liegen in gesellschaftlichen Entwicklungen“, unterstreicht Claudia Pfrang, Direktorin des Bildungszentrums: So würde Heiner Keupp, emeritierter Sozialpsychologe an der LMU München, von einer Beschleunigungsdynamik des modernen Lebens sprechen, die unaufhaltsam auf einen Erschöpfungszustand und ein Scheitern zuläuft.

Obwohl viele Betroffene oder auch Angehörige sich immer noch schwertun, über psychische Erkrankungen zu sprechen, versuchen die Organisatoren der Woche der psychischen Gesundheit, gerade die Normalität zu unterstreichen, die dieses Thema gewonnen hat, etwa im Film „Silver Linings“, zu sehen beim Filmabend am Montag, 29. Januar 19 Uhr. Darauf folgt „Verrückt? Na und!“, ein Workshop am Camerloher Gymnasium zur seelischen Gesundheit an der Schule (geschlossene Veranstaltung), der von einem offenen Elternabend ergänzt wird (Dienstag, 30. Januar, 19.30 Uhr). Eine andere Facette psychischer Erkrankungen betont Kristina Kluge-Raschke vom Caritas-Zentrum Freising – dass auf dem Weg ihrer Überwindung oftmals große Kreativität freigesetzt wird. Das zeigt die Ausstellung der Malgruppe Courage (im KDH vom 29. Januar bis 16. Februar, Vernissage am 31. Januar, 18.30 Uhr) genauso wie die musikalische Lesung „Psycho-Tisch“ mit Text-Projekten, die in „trialogischen“ Gruppen aus Betroffenen, Angehörigen und Experten entstanden sind. Zu erleben am 31. Januar um 19 Uhr.

Auch die Orte der Heilung öffnen ihre Pforten: Am Donnerstag, 1. Februar ab 16.30 Uhr finden in der Psychosomatischen Tagesklinik im Klinikum Freising Führungen statt. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wird noch einmal die gesellschaftliche Dimension psychischer Gesundheit zum Thema. Unter dem Titel „Über den Druck, glücklich zu sein“ diskutieren nach einem Impulsvortrag von Heiner Keupp Wissenschaftler, Mediziner und Aktive aus Therapie und Prävention: am Freitag, 2. Februar, um 17 Uhr.

Alle Programmpunkte sind bei freiem Eintritt für jedermann zugänglich; das Gesamtprogramm ist auf der www.bildungszentrum-freising online. Wer das Gespräch sucht, kann sich bei jeder der Veranstaltungen an Mitarbeiter des Caritasverbands wenden.

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