Nach der Wahl: Die Vorstandschaft des Kreis-Seniorenbeirats (v. l.): stellvertretende Vorsitzende Christiane Oldenburg-Balden, Vorsitzende Rita Schwaiger und Schriftführerin Beate Frommhold-Buhl.
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Nach der Wahl: Die Vorstandschaft des Kreis-Seniorenbeirats (v. l.): stellvertretende Vorsitzende Christiane Oldenburg-Balden, Vorsitzende Rita Schwaiger und Schriftführerin Beate Frommhold-Buhl.

Kreis-Seniorenbeirat blickt in die Zukunft

Wohnen im Alter: Alternativen im Kreis Freising ausbauen - vor allem auf dem Land muss nachgebessert werden

Wohnen im Alter ist das große Thema, das den Freisinger Kreis-Seniorenbeirat umtreibt. Das größte Problem derzeit: Im ländlichen Raum fehlen Angebote für betreutes Wohnen.

Landkreis – Betreutes Wohnen, Mehrgenerationenhäuser oder Mobilität – die 24 Kommunen des Landkreises Freising stehen in der Zukunft vor großen und vielseitigen Aufgaben, wenn es um das Thema „Älter werden im Landkreis“ geht. Gerade die Seniorenbeauftragten der einzelnen Gemeinden leisten diesbezüglich wertvollste Arbeit, um als Schnittstelle zum Kreis die verschiedensten kommunalen Projekte anzustoßen. In der ersten Sitzung des Kreis-Seniorenbeirats seit 2019 wurden aber nicht nur Probleme und Wünsche der Seniorenbeauftragten formuliert, sondern auch ein neuer Vorstand gewählt.

Die Wahl

Die Wahl des Vorsitzenden des Kreis-Seniorenbeirats ging dann allerdings sehr schnell über die Bühne, denn Rita Schwaiger, die Vorsitzende des Beirats seit dessen Gründung im Jahr 2015, stellte sich auch für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung – obwohl sie mit dem Weitermachen gehadert hatte. Landrat Helmut Petz war über ihre Entscheidung überaus glücklich: „Lange hat es ja so ausgeschaut, dass Sie nicht weitermachen wollen – aber es freut mich jetzt sehr, dass es weitergeht.“

Neu allerdings ist ihre Stellvertretung: Anstelle Elmar Ziegler wird nun Christiane Oldenburg-Balden aus Hallbergmoos an Schwaigers Seite stehen. Ebenso einstimmig wurde als Schriftführerin Beate Frommhold-Buhl gewählt. „Ich habe das Gefühl“, so Schwaiger, „auf einem guten Weg für die Senioren zu sein.“ Zwar würden jetzt weitere drei Jahre Arbeit auf sie warten, aber: „Das mach’ ich gerne!“

Ein Resümee

Viele Punkte des Sozialpolitischen Gesamtkonzepts aus dem Jahr 2012 konnten laut Schwaiger gut umgesetzt werden – bedürften aber laut Petz einer überarbeiteten Fortschreibung. Was allerdings zu bemerken sei: Die Nachfrage in den Gemeinden nach Mehrgenerationenhäusern und betreutem Wohnen steige stetig. Oftmals, so Schwaiger, würden ältere Menschen in viel zu großen Häusern wohnen. Ihrer Erfahrung nach würden zahlreiche von ihnen gerne das Eigentum verkaufen und dafür beispielsweise betreutes Wohnen in Anspruch nehmen. Einziges Problem: Es mangelt an Angeboten.

Auch die 15 anwesenden Seniorenbeauftragten bestätigten die fehlenden Alternativen im ländlichen Raum zwischen Wohnen daheim und Seniorenwohnheim. Allerdings würde die Begrifflichkeit „Betreutes Wohnen“ oftmals zu Missverständnissen führen, wie Monika Mühl aus Kranzberg schilderte. „Das hat ja nichts mit einem Altersheim zu tun“, betonte Mühl und wünscht sich deshalb eine andere Bezeichnung wie etwa „begleitetes Wohnen“.

Im Vordergrund stehe nämlich eigentlich die Möglichkeit, in einer Gemeinschaft trotz separater Wohnung zu leben. Auch Schwaiger bestätigte: Pflege sei beim betreuten Wohnen nicht dabei, Zusatzangebote wie Hilfe beim Putzen müssten von den Senioren organisiert und bezahlt werden. Natürlich könnte bei Bedarf ein ambulanter Pflegedienst vorbeikommen. Werde die Pflege allerdings aufwendiger, ginge das aber in einem betreuten Wohnverhältnis nicht mehr. Da diese Wohn-Alternative aber als Zwischenschritt dennoch außerordentlich wichtig sei, wünschen sich viele Seniorenbeauftragte betreutes Wohnen auch für ihre Kommune – ebenso wie Mehrgenerationenhäuser.

Die Kommunen

Während dies in Gemeinden wie Kranzberg längst Realität ist, fehlen beispielsweise in Zolling dafür noch geeignete Grundstücke. Was zudem oftmals ein Problem für Senioren im Landkreis sei: Die Busverbindungen ließen sehr zu wünschen übrig – wie beispielsweise in Kirchdorf. Hier wünschten sich sämtliche Seniorenbeauftragte eine zügige Lösung, denn die mancherorts installierten Mitfahrbänke würden überhaupt nicht angenommen werden. Eine Lösungsmöglichkeit: der Rufbus. Diesbezüglich sei bereits ein politischer Prozess im Gange, ließ Petz wissen.

Gerade die Corona-Pandemie habe die Arbeit mit Senioren erschwert. Um dennoch in Kontakt bleiben zu können, hat sich Langenbach etwas Besonderes einfallen lassen: „Online Zammableibn“. Dafür wurden einige Tablets für Senioren angeschafft, die sich bis dato mit der digitalen Welt nicht auseinandergesetzt hatten. Nach einer Anleitung könnten sie jetzt beispielsweise Arzttermine online buchen, wie der Vorsitzende des Senioren-Netzwerks Frieda & Ben, Elmar Ziegler, berichtete.

In der Gemeinde Hörgertshausen hingegen sei die Wunschbaum-Aktion für Senioren ein voller Erfolg gewesen: Dort konnten Wünsche an einen Baum geheftet werden. Es gibt viele „wunderschöne Ansätze“, betonte Rota Schwaiger, die sich auf drei weitere Jahre mit einem sehr engagierten Kreis-Seniorenbeirat freut.

Richard Lorenz

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