Impflinge warten vor den Empfangstischen in der Realschule Freising.
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Bestens organisiert war auch der zweite Teil der Reihenimpfung für Lehrer und Kindergarten-Personal: An den zwölf Stationen gab es kaum Wartezeiten.

Reihenimpfung für Lehrer und Erzieher

XXL-Impfaktion in Freising: 150 Pädagogen fehlen unentschuldigt

2400 Lehrer und Erzieher waren es, die sich im März im Rahmen einer XXL-Aktion impfen haben lassen. Am Samstag nun folgte in Freising der zweite Teil - mit weit weniger Pädagogen.

Freising – Es war Teil zwei der groß angelegten Impfaktion von BRK und Johannitern: Am Samstag erhielten die Grundschule-Lehrer und das Kindergarten-Personal in der Realschule „Gute Änger“ in Freising ihren zweiten Pieks.

Corona-Impfaktion in Freising: 900 Menschen weniger bei zweiter Reihenimpfung - Organisation punktgenau geplant

Ließen sich im März noch 2400 Menschen eine Impfung verabreichen, waren es beim Wiedersehen am Samstag rund 900 Leute weniger. Dennoch war die zweite Reihenimpfung laut den Verantwortlichen ein großer Erfolg – und die nötige Weichenstellung zur Normalität in Beruf und Leben.

Wie bereits im März war auch dieses Mal die Organisation von BRK und Johanniter punktgenau durchgeplant. Heißt im Klartext: Vor der Schule bildeten sich höchstens kleine Gruppen statt langen Warteschlangen – und auch das Durchschleusen der Impfwilligen funktionierte wie am Schnürchen.

An zwölf Empfangstischen wurde zügig das pädagogische Personal mit den nötigen Dokumenten versehen, mit denen sie dann auch ohne große Verzögerungen zu den jeweils zuständigen Impf-Ärzten weitergeschickt wurden. Und auch dort stand bereits die Tür offen für Aufklärungen und Fragen und den sehnsüchtig erwarteten zweiten Stich.

Moderna-Impfaktion in Freising: 60 Ehrenamtliche meistern Großeinsatz

Um die 60 Mitarbeiter der beiden Hilfsorganisationen waren bereits seit 7 Uhr morgens im Dauereinsatz, um diese strategische Glanzleistung auf die Beine zu stellen. Schon zur Halbzeit zeigte sich BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl, der an diesem Tag „Mädchen für alles“ war, äußerst zufrieden. Interessant, so Söhl, werde es erst zum Schluss hin werden.

Denn: Bei der Reihenimpfung am Samstag wurde ausschließlich „Moderna“ verimpft – und dieses Vakzin muss aufgetaut werden. Bereits zwischen 15 und 16 Uhr zeichnete sich allerdings ab, dass einige Einbestellungen wohl nicht auftauchen werden – aus unbekannten Gründen. Vielleicht, so mutmaßte Söhl, sind sie im Urlaub, oder es liegt am schönen Wetter – oder sie wollen einfach kein Moderna haben.

Impf-Aktion: Erzieherin will nicht mit Moderna geimpft werden - zu wenig Informationen

Auf keinen Fall mit Moderna geimpft werden wollte beispielsweise eine Erzieherin aus Eching, die sich im Vorfeld an das FT gewandt hat. Sie beklagt: Bei den Vorinformationen zur Reihenimpfung sei der falsche Eindruck erweckt worden, dass eine Wahl zwischen Biontech und Moderna möglich wäre – und dass es über Moderna noch zu wenig Informationen gäbe. Da ein freies Auswahlverfahren nicht der Fall gewesen wäre, hätte sie die Schule in Lerchenfeld ohne Zweit-Impfung verlassen.

Im Dauereinsatz war die Medizinische Fachangestellte Olivia Lönnert (l.) am Samstag: Sie impfte den ganzen Tag über Lehrer, Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen.

Diese Skepsis gegenüber Moderna kann jedoch weder Söhl noch der Versorgungsarzt Dr. Mark Bardenheuer nachvollziehen. Biontech wie auch Moderna, so Bardenheuer, sind mRNA-Impfstoffe – beide seien gleich stark in der Wirkung und der Verträglichkeit. Seine Erfahrung im improvisierten Arztzimmer: „Die Leute sind sehr, sehr dankbar dafür, endlich die zweite Impfung zu bekommen.“

Freising: Impfaktion mit Moderna - Arzt kann Skepsis gegen Impfstoff nicht nachvollziehen

Und auch vom großen Engagement des medizinischen Personals, ohne das es ja nicht ginge, war Bardenheuer begeistert – wie auch von den Ärzten in Pension, die während der Corona-Krise nochmal aktiv geworden waren. Überhaupt habe Freising die aktuelle Situation vorbildlich im Griff und sei in vielen Dingen „vorneweg“.

An die 20 Moderna-Dosen konnte Bardenheuer pro Stunde verimpfen, schwere Reaktionen habe er auch am Samstag glücklicherweise nicht erlebt. Auch Söhl bestätigte die gute Verträglichkeit, und dass nur bei zwei, drei frisch Geimpften ein wenig der Kreislauf nachgelassen habe – aber das, so Söhl, lag vermutlich am schwülen Wetter.

Corona in Freising: Kaum Ängste vor Impfreaktionen - Menschen froh über zweite Impfdosis

Auch das eingefangene Stimmungsbild vor Ort zeigte: Die Menschen sind froh, endlich ihre zweite Dosis zu bekommen. Im Überwachungsraum waren deshalb auch die Gespräche der bis zu 50 frisch geimpften Wartenden hoffnungsvoll gefärbt. Froh, dass er endlich den vollen Impfschutz hat, war Thomas Kronthaler, Hausmeister an der Grundschule Vötting. Er habe Corona-bedingt wenig Kontakt zu den Kindern gehabt, jetzt sei ihm schon wohler.

Eine hohe Ansteckungsgefahr hingegen begegnet tagtäglich Sarah Mooser von der BRK-Krippe Tausendfüßler in Neufahrn im Umgang mit Kindern von einem bis drei Jahren. Die Kinder können halt keine Masken tragen, deshalb sei die pädagogische Kraft oft sehr nahe an einem möglichen Infektionsgeschehen und jetzt mit der zweiten Impfung gut dagegen geschützt. Nach der ersten Dosis mit AstraZeneca habe sie keinerlei Beschwerden gehabt, deshalb hat sie auch dieses Mal keine Angst vor Impfreaktionen.

Zwei Tage krank mit Fieber hingegen waren Nicole Mörwald und Sabine Huber vom Katholischen Kinderhaus St. Johannes in Mauern nach dem ersten Piks – allerdings habe sie das auf keinen Fall aufgehalten, den vollen Impfschutz bekommen zu wollen. Beide freuen sich jetzt auf ein Stück Normalität und den einfachen Dingen, die lange Zeit nicht möglich waren – wie beispielsweise auf Konzerte gehen.

XXL-Impfaktion in Freising: 150 Pädagogen fehlen unentschuldigt - 25 Dosen intern verimpft

Söhl hingegen freute sich um 21 Uhr, dass sie „alles losgebracht haben“. Die Schlussrechnung: Von den 2400 Erstgeimpften wurden 1660 für Samstag für die zweite Dosis vorgesehen. Die Differenz habe sich laut Söhl vermutlich unter anderem bei den Hausärzten impfen lassen – zahlreiche hatten auch früh genug abgesagt.

Von diesen Erstgeimpften sind dann 1510 in der Realschule erschienen. Um die 150 Pädagogen haben allerdings das BRK- und Johanniter-Team im Regen stehen lassen – ohne Nennung von Gründen. 25 Dosen, die aufgetaut sonst verworfen hätten werden müssen, wurden deshalb beispielsweise an Mitarbeiter des BRK verimpft, die noch gefrorenen Dosen gehen zurück ins Impfzentrum, erklärte Söhl.

Richard Lorenz

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