Auf diesem rund 16.000 Quadratmeter großen FMG-Grundstück, auf dem sich einst das Gut Kammermüllerhof befunden hat, soll das geplante Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum entstehen. Noch aber gibt es da ein baurechtliches Problem.
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Auf diesem rund 16.000 Quadratmeter großen FMG-Grundstück, auf dem sich einst das Gut Kammermüllerhof befunden hat, soll das geplante Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum entstehen. Noch aber gibt es da ein baurechtliches Problem.

Westlich des Flughafens

Neuer Trainingsplatz: Zentrum für Feuerwehr und Katastrophenschutz auf FMG-Areal geplant

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Für Übungen muss die Freisinger Feuerwehr bislang auf den Landkreis-Bauhof nach Zolling ausweichen. Jetzt soll ein neues Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum entstehen.

Freising – Wenn sich die Floriansjünger aus dem Landkreis Freising für Einsätze fit machen wollen, wenn sie üben und Ausbildungen absolvieren wollen, dann fahren sie bisher zur Übungsanlage auf dem Areal des Landkreis-Bauhofs in Zolling. Doch dort ist der Platz beengt, manche Lehrgänge können gar nicht mehr stattfinden. Die Lösung: ein neues, modernes Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum. Aber wo? Wohl auf dem Areal des ehemaligen Kammermüllerhofs westlich des Flughafens. Die Stadt Freising als Genehmigungsbehörde hat dafür jetzt grundsätzlich Grünes Licht gegeben.

„Wichtige Geschichte für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises“

Zehn Tagesordnungspunkte lang musste Kreisbrandrat Manfred Danner am Mittwoch im Planungsausschuss der Stadt abwarten, bis die „wichtige Geschichte für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises“ aufgerufen wurde, wie es Stadtdirektor Gerhard Koch formulierte. Schon seit Längerem, so Koch in seinem Sachbericht, laufe die Suche nach einem geeigneten Standort für die Umsiedelung des Feuerwehrausbildungszentrums (FAZ) und Katastrophenschutzzentrums (KatsZ). Die Anforderungen: zentral gelegen, ausreichend Platz für den Brandübungscontainer und die Errichtung eines zweistöckigen Verwaltungsgebäudes sowie einer Übungs- und Fahrzeughalle. Nun sei man also fündig geworden, sagte Koch.

Das rund 16 000 Quadratmeter große Areal, auf dem sich früher das Gut Kammermüllerhof befunden habe, sei für das Vorhaben geeignet. Die FMG, in deren Besitz das Grundstück sei, stehe dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, berichtete Koch von ersten Abstimmungsgesprächen. Schließlich könnte die Einrichtung von der Flughafenfeuerwehr mitbenutzt werden. Auch Deutsche Flugsicherung, das Staatliche Bauamt, die Polizeiinspektion am Flughafen, das Wirtschaftsministerium und das Landratsamt hätten keine gravierenden Einwände.

Bebauungsplan muss geändert werden

Dennoch gibt es ein Problem, das aus der Welt geschafft werden muss, wie Koch weiter berichtete. Das Grundstück liege im Umgriff des Bebauungsplans 88. Und der sei von zentraler Bedeutung dafür, dass Flughafen und Stadt Freising nicht zusammenwachsen. Die Flächen seien für Natur und Landschaft sowie für landwirtschaftliche Nutzung freizuhalten. Dem widerspreche also das Vorhaben eines solchen Feuerwehrausbildungs- und Katastrophenschutzzentrums. Um das unbestritten wichtige Projekt trotzdem verwirklichen zu können, müsse also der Bebauungsplan geändert werden, erklärte Koch.

Der Stadtdirektor hält das für machbar, weil es sich um ein ganz spezielles Vorhaben und eine Sondernutzung handele. Man würde dadurch nicht automatisch weiteren Projekten Tür und Tor öffnen, die dann doch zu einem Zusammenwachsen von Airport und Stadt führten. Unter der Bedingung, dass dies tatsächlich gewährleistet sei, stimmten auch Hans Hölzl (FSM) und Werner Habermeyer (Grüne) im Planungsausschuss zu.

Gefährlicher Löschschaum wird nicht mehr verwendet

Das Ziel des B-Plans dürfe nicht „scheibchenweise“ aufgeweicht werden, forderte Hölzl. Man müsse sicherstellen, dass es bei dieser einen Maßnahme bleibe, so Habermeyer. Anton Frankl, FSM-Stadtrat und Ex-Stadtbrandinspektor, konnte auch Manfred Drobny (Grüne) beruhigen: Löschschaum, der für das Grundwasser gefährlich werden könne, werde schon lange nicht mehr verwendet – und in der Übungsanlage erst recht nicht. Die Beauftragung der Verwaltung, unter diesen Vorgaben die weiteren Schritte zur Bebauungsplanänderung einzuleiten und dem Projekt so den Weg zu ebnen, erfolgte einstimmig. Das Warten hatte sich für Danner also gelohnt.

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