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Für den Asamchor mit Dirigent Gunther Brennich war die h-moll Messe von Bach eine außergewöhnliche Herausforderung, die bravourös gemeistert wurde. Auch das Münchner Orchester „La Banda“ – bestehend aus Musikern der „alten Musikszene“ – glänzte in der Stadtpfarrkirche. 

Gunther Brennich und der Asamchor

Zum Abschied stehende Ovationen

Was für ein Abschiedsgeschenk: Mit der h-moll Messe von Johann Sebastian Bach hat sich Gunther Brennich am Samstag Abend als Dirigent und Leiter des Asamchores von seinem Chor und dem Publikum verabschiedet.

Freising Das Monumentalwerk war ein wundervoll selbstbewusstes „Dankeschön“, das der Ausnahmemusiker den Sängern und seinen Zuhörern zukommen ließ: die rund dreihundert Konzertbesucher in der vollbesetzten St. Georgs Kirche riss es zu stehenden Ovationen von den Kirchenbänken.

Über 25 Jahre hinweg hat Johann Sebastian Bach an seinem visionären Meisterwerk gearbeitet. Die h-Moll-Messe führt all das zusammen, wofür sich auch Gunther Brennich in den 15 Jahren, in denen er den Asamchor Freising leitete, eingesetzt hat: stilistische Vielfalt, die Pflege der sinfonischen Chormusik sowie die Suche und die Neugierde nach der Musik hinter den Noten. Was wäre also besser prädestiniert, den besonderen Anlass mit diesem Hauptwerk Bachs zu würdigen.

Die ganz besonderen Anforderungen, die die h-moll-Messe an die Sänger stellt, wurden bravourös gemeistert. Unglaublich vielseitig ist das Werk nämlich vom Stil her. Satzart und Stimmung wechseln schnell: mal sind es weihevoll getragene Sätze, mal konzertante Passagen, die an opernhafte Arien erinnern. Die Solisten Katharina Heißenhuber (Sopran), Lilli Jordan (Sopran), Benedikt Eder (Bass), Alex Potter (Alt) und Robert Sellier (Tenor) stellten sich diesen Herausforderungen souverän. Den wichtigsten Platz hatte an diesem Abend jedoch zweifelsohne der Chor. Erstaunlich, wie es Gunther Brennich gelang, die rund hundert Sänger in diese Vielfalt der Klänge einzuarbeiten und sie so nahe an die komplexe Musik heran zu führen. Immerhin mussten unzählige Passagen in Obertönen bewältigt werden. Weitgespannte Koloraturen, Taktwechsel und komplizierte Intervallsprünge wurden bewältigt, ohne dass die Gesamtheit des Werkes an Spannung verlor.

Sichtlich ergriffen lauschten die Konzertbesucher diesem Universum des Gotteslobes, das nach zwei Stunden unaufhaltsam auf drei kleine Schluss Worte zusteuerte: Dona nobis pacem! Gib und Frieden! Eine schlichte Bitte, die aktueller ist , als je. Ein tröstliches Konzert und ein emotionaler Schlusspunkt des musikalischen Weges von Chor und Dirigent. Das Publikum spendete den stürmischen und außergewöhnlich lang anhaltenden Applaus im Stehen.

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