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Im Landkreis Freising gibt es die ersten Coronavirus-Todesfälle.

„Rasche Zunahme an Schwererkrankten“

Erste Todesfälle im Kreis Freising: Zwei Corona-Patienten tot - „Es geht relativ schnell“

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Das Klinikum Freising meldet nun erste Fälle im Landkreis, in denen Patienten am Coronavirus gestorben sind. Die Ärzte berichten von „rasanten“ Krankheitsverläufen.

  • Im Landkreis Freising gibt es erstmals Tote durch das Coronavirus.
  • Die Ärzte berichten von rasanten Krankheitsverläufen.
  • Das Klinikum Freising hat seine Kapazitäten für die Infizierten verdoppelt.
  • Die Entwicklung wirkt sich auf den Krankenhaus-Betrieb aus.
  • Alle aktuellen Infos zum Coronavirus in der Region im Liveticker.

Freising – Im Klinikum Freising sind am Donnerstag zwei Patienten gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Das meldete Dr. Markus Neumaier, der ärztliche Direktor des Krankenhauses, im Rahmen einer Pressekonferenz. Bei den beiden Verstorbenen handelt es sich um eine 80-jährige Frau und einen 87-jährigen Mann. Es sind die ersten beiden Corona-Toten aus dem Landkreis Freising.

Neumaier sprach von einem „rasanten“ Krankheitsverlauf. „Wenn Patienten schwer erkranken, geht es relativ schnell. Wir haben Fälle, die kommen in die Notaufnahme, husten ein bisschen und werden relativ zeitnah, nach ein paar Stunden oder einem Tag beatmungspflichtig. Deshalb brauchen wir freie Intensivkapazitäten und freie Beatmungskapazitäten.“

Klinikum Freising: Sechs Corona-Patienten an der Beatmungsmaschine

Nach Angaben des ärztlichen Direktors hat das Klinikum seine Kapazitäten für Corona-Patienten verdoppelt. Inzwischen ist der komplette vierte Stock des Krankenhauses für Patienten eingerichtet, die sich mit dem Virus angesteckt haben oder unter dringendem Infektionsverdacht stehen. Dazu zählt eine Intensivstation, die allein schwer kranken Corona-Patienten zur Verfügung steht und mit Beatmungsgeräten ausgestattet ist.

Stand Donnerstagnachmittag befanden sich 32 Patienten im Klinikum, die an einer Infektion der oberen Atemwege leiden. „Bei 14 hat sich der Corona-Verdacht bestätigt, 18 sind in Abklärung“, erläuterte Neumaier. Von den 14 bestätigten Fällen lägen acht auf der Intensivstation, sechs von ihnen müssten beatmet werden.

Rasche Zunahme von Schwererkrankten durch Coronavirus im Kreis Freising

„Wir verzeichnen eine rasche Zunahme an Schwererkrankten“, sagte der ärztliche Direktor und betonte: „Wenn es uns gelingt, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, dann schaffen wir es mit unseren Kapazitäten. Wenn dies aber nicht gelingt, werden wir bald ausweichen müssen.“ Entsprechende Konzepte dazu seien bereits weitestgehend ausgearbeitet.

Bereits jetzt wurden Eingriffe, die nicht lebensnotwendig sind, abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. „Ansonsten laufen der Regelbetrieb und die Grundversorgung natürlich weiter“, stellte Neumaier klar. Oberschenkelbrüche oder Blinddarmentzündungen etwa würden selbstverständlich nach wie vor im Klinikum behandelt. Zudem gebe es eine zweite Intensivstation für alle Fälle, die nichts mit dem Virus zu tun haben. Auch im Bereich der Notaufnahme bestehe eine strikte Trennung von Corona-Fällen und anderen Patienten.

Klinikbesuche nur in wenigen Ausnahmen erlaubt

Wie berichtet, besteht seit Dienstag ein Besuchsverbot am Klinikum. Dies werde nur in absoluten Ausnahmesituationen aufgehoben, wie der ärztliche Direktor erklärte: „Bei Sterbenden, bei Patienten auf der Palliativstation und bei Kindern.“

Wie Christine Setzepfandt, Leiterin des Gesundheitsamtes am Donnerstag mitteilte, gibt es derzeit im Landkreis 145 Infizierte. 47 davon sind vom Gesundheitsamt selbst detektiert worden. Der Rest sei von Ärzten positiv getestet worden. Wie Georg Miedl, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbands mitteilte, würden von rund 100 praktizierenden Allgemeinärzten im Landkreis Freising etwa die Hälfte Rachenabstriche vornehmen. Miedls düstere Prognose: „Jetzt beginnt die exponentielle Steigerung. Wir sind erst am Anfang.“

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