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So ein Polizeiauto ist schon etwas Cooles: Koray mit Polizeihauptkommissar Josef Demmel.

Großer Andrang zum 20. Geburtstag der Messe

Freisinger Autoschau 2017: Eine Branche unter Hochspannung

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Lohnt es sich, jetzt einen Hybrid zu kaufen? Sollte man beim E-Auto noch warten? Und: Wie lange hält sich der Diesel noch? Spannende Fragen, die bei der 20. Freisinger Autoschau lebhaft diskutiert wurden. Die Jubiläumsschau war trotz durchwachsenem Wetter bestens besucht. Schließlich gab es viele echte Traumautos zu bestaunen: PS-Boliden, Stromprotze – und Wohnmobile.

Freising– OB Tobias Eschenbacher hatte zum Auftakt am Samstag den Veranstaltern zur Jubiläumsschau gratuliert: Die „kleine Schwester“ der Frankfurter Automobilausstellung habe über all die Jahre „Kontinuität“ gezeigt und sei für Händler wie Kunden wichtiger denn je. „Heutzutage tut man sich beim Autokauf schwer“, sagte Eschenbacher, „man weiß ja gar nicht, welches Auto man in Zukunft noch fahren darf“. Da sei es gut, kompetente Fachleute vor Ort zu haben – und die Autoschau sei ein perfektes Schaufenster der Branche.

Ja, und welches Auto soll’s denn nun sein? Selten war beim anschließenden Rundgang mit dem Oberbürgermeister so leidenschaftlich diskutiert worden wie am Samstag. „Lohnt sich denn ein Hybridauto noch?“, fragte Eschenbacher, „oder warte ich lieber noch ein paar Jahre, bis die E-Autos perfekt sind und ich spare mir die ganze Geschichte mit dem Benzinmotor?“ Für Experten wie Christian Schowalter vom gleichnamigen Audi/VW-Autohaus oder Marco Cervoni (BMW Spaett) war klar: Das macht schon Sinn, vor allem, wenn man den Hybrid richtig nutzt, mit Strombetrieb in der Stadt und Sprit auf langen Strecken.

Video: Spaziergang über Freisinger Autoschau 2017

Lebhafte Debatten gab’s auch zum Thema Car-Sharing und anderen innovativen Mobilitätskonzepten. „Gut möglich, dass sich eines Tages sechs Leute einen A6 teilen“, blickte etwa Christian Schowalter in die Zukunft. Und Michael Müller vom gleichnamigen Autohaus – ein echter E-Auto-Pionier im Landkreis – glaubt sogar, dass die Zukunft in individuellen Mobilitätsverträgen liege, die man abschließe wie einen Handy-Vertrag. So würden bald Autos von vielen gemeinsam genutzt – standortunabhängig und nur noch bei Bedarf. Marco Cervoni betonte allerdings, dass die „Masse“ der Kunden schon noch konservativ gestrickt sei: Die meisten wollten nach wie vor ihren eigenen Wagen.

Und die E-Autos des Jahres 2017? Sind Sie noch Ladenhüter oder kommt der Absatz in Schwung? Michael Müller elektrisiert diese Frage regelrecht: Seine angebotenen Stromer, berichtete Müller, fänden schon reißenden Absatz: „Es geht richtig los. Ich verkaufe jede Woche zehn Stück – nach ganz Deutschland und sogar ins Ausland“. Vieles laufe dabei online – über eine internet-affine Klientel: „Die fliegen nach München, kaufen ein E-Auto und fahren damit heim“.

Allenthalben war bei den Besuchern der Autoschau aber auch der Wunsch nach größerer Reichweite, schnellerer Ladezeit, dichterem Ladenetz und günstigeren Preisen der E-Autos zu hören. Das alles konnte am Samstag und Sonntag (noch) kein Händler bieten – dafür war eine E-Luxuskarosse der Marke Lexus mit umgerechnet 700 PS (für 130.000 Euro) zu bestaunen: „Den Wagen fährt man zwar nicht dauerhaft sehr schnell“, erklärte der Fachmann vor Ort, da sinke nämlich die Reichweite rapide ab. Aber man könne, falls es einen mal im Gasfuß juckt, „auch einen Porsche überholen“. 

Ja, die PS-Boliden der herkömmlichen Machart gab es auch auf der Autoschau. Vor einem BMW 760 Li – Preis 190.000 Euro – staute sich die staunende Kundschaft ebenso wie vor dem Audi-Rennwagen für gut 200.000 Euro. „Diejenigen, die das Geld dafür haben, sind schon zu alt für den Spaß“, meinte eine ältere Dame mit Blick auf die extrem beengten Sitzverhältnisse.

Ganz anders schaut es dagegen in einem modernen Wohnmobil aus – mit breiten Betten, Dusche, Toilette, Kleiderschrank und Sitzecke. Wer einmal Platz genommen hatte in dem fahrenden Appartment, der wollte gar nicht mehr aussteigen. Mobile Homes – einer der ganz großen Trends. Eine Nische bedient dagegen der Anbieter eines Traumwagens für Jäger – mit einer elektrischen Seilwinde, mit der sich auch ganz gewichtiges Wildbret flott in den Pickup ziehen lässt.

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