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Einige Aufreger gab es bei der zentralen Bürgerversammlung in Freising.

Zentrale Bürgerversammlung

Freisinger Baustellen: Bürger werden ungeduldig

Vom „Kino-Klotz“ bis zu den Campus-Komplexen reichten die Themen bei der Zentralen Bürgerversammlung in Freising. Die vorherrschende Stimmung im Rathaus-Saal: Ungeduld.

Freising – Flanieren durch die Fußgängerzone zwischen Amtsgerichtsgasse und Bahnhofstraße, dem Plätschern der Moosach lauschen im verkehrsberuhigten Bereich in der Oberen Altstadt und die kurzen Wege in die Innenstadt von Lerchenfeld über den Isarsteg Süd genießen. Die Innenstadtkonzeption, die bis 2023 abgeschlossen sein soll, war nur ein Thema, das bei der zentralen Bürgerversammlung am Donnerstag im Großen Sitzungssaal im Rathaus diskutiert wurde. Denn auch andere Baustellen brannten den rund 60 Zuhörern unter den Nägeln: die für das neue Kino an den Schlüterhallen etwa, die Neugestaltung des Dombergs und die Hochwassersituation bei Starkregen an der Thalhauser Straße.

„Wie kann man ein Kino nur so blöd hinbauen?“, wollte eine Freisingerin wissen. Einen so großen „Klotz“ vor die Schlütertürme zu stellen. Das schöne Industriedenkmal sei so „gar nicht mehr zu sehen“. Hätte man nicht den niedrigeren Komplex des Neubaus – die Erweiterung des Fachmarktzentrums – vorne an die Straße legen können. Der gewohnte Blick auf die Schlütertürme an der südlichen Stadtgrenze fehle ihr. „Das ist mindestens genauso schlimm, wie wenn das Oktogon am Diözesanmuseum weg ist.“

Apropos Domberg: Warum das alles so viel Zeit in Anspruch nehme, wollte eine weitere Frau wissen. Die Dombibliothek so lange zu schließen, sei nicht nachzuvollziehen, machte die Besucherin ihrem Unmut Luft: „Das dauert, dauert, dauert.“

Ein existenzielles Problem schilderte ein Anwohner der Thalhauser Straße. Bei Starkregen mutiere der Thalhauser Graben zur Rennstrecke für das Wasser. Der Einzugsbereich des Oberflächenwassers ziehe sich bis Eberspoint in der Gemeinde Kranzberg. Beim letzten Hochwasserereignis im Jahr 2013 sei man „fast abgesoffen“. Ein Auffangrechen sei auf Höhe des früheren Firmengeländes von Reifen Schwarz installiert worden. Doch an der Stelle bringe der nicht viel, meinte der Mann. Effektiver wäre er auf Höhe der Landtechnik.

Auch in der Innenstadt macht den Bürgern das Hochwasser zu schaffen

Und noch etwas kritisierte der Anlieger: Die massive Flächenversiegelung durch den Ausbau der Forschungszentren am Campus in Weihenstephan habe viel zur Verschlechterung der Hochwassersituationen beigetragen. „Warum denn kein Vertreter bei der Bürgerversammlung anwesend sei?“, monierte er. Er regte an, einen Damm auf Höhe vom Staatsgut Dürnast zu bauen. Kosten müsse der Staat tragen. Das sei auch im Hinblick auf die Unterlieger an Garten- und Fabrikstraße wünschenswert.

Das Wasser, das in der Innenstadt nicht abgeleitet werden kann, macht den Anliegern der Heiliggeistgasse, der Weizengasse und entlang der Hauptstraße zu schaffen. Was diesbezüglich geplant sei, wollte der Freisinger Geschäftsmann Wolfgang Schnell wissen. Man habe schon in Erwägung gezogen, die Wasser- und Abwasserversorgung am Wörth vom bestehenden Netz abzukoppeln, verriet Eschenbacher. Doch eine Garantie sei das nicht. „Überschwemmungen im ganzen Innenstadtbereich sind auch künftig nicht auszuschließen.“

Maria Martin

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