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Beeindruckend: Ohne Proben lieferten Schülerinnen der zehnten Jahrgangsstufe des Camerloher-Gymnasiums einen starken Auftritt im Café de Paris hin.

Freisinger Camerloher-Schüler laden ins Café de Paris

Chapeau!

Seit zehn Jahren pflegen die Französisch-Klassen des Camerloher-Gymnasiums die deutsch-französische Freundschaft mit bunten Abenden. Jetzt ließen die Schüler die kulturelle Vielfalt der Grand Nation wieder aufleben – mit viel Musik, kleinen witzigen und informativen selbst produzierten Filmen und französischen Köstlichkeiten.

Freising – Französisch-Lehrerin Silvia Betz und Musiklehrer Rodolphe Haimann hatten vor zehn Jahren die Idee zum Café de Paris. Beide hätten nie daran gedacht, dass es zu einer festen Einrichtung am Camerloher-Gymnasium werden könnte. Hintergrund für das Projekt der Élysée-Vertrag, der vor über 50 Jahren am 22. Januar 1963 vom damaligen deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle unterzeichnet wurde. Die Feindschaft zwischen den beiden Ländern wurde damit offiziell beendet, neue Beziehungen zwischen den beiden Nationen begannen.

Auch beim zehnten Geburtstag präsentierten die Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 in einem bunten Programm die Grand Nation. Sie hatten nicht nur zahlreiche musikalische Beiträge vorbereitet, sondern beispielsweise auch einen Film produziert, in dem sie Menschen in Straßburg und Freising gefragt hatten, was sie von Frankreich halten. Für einige der Befragten ist Europa sehr wichtig. Der Europagedanke müsse aber reformiert werden, weil er in die Krise geraten sei. Andere kannten nicht einmal den Begriff „Brexit“.

Rodolphe Haimann hat sich in der Vergangenheit nicht nur einen Namen als Komponist gemacht, sondern er ist jetzt auch unter die Schriftsteller gegangen. Aus seiner sehr amüsanten Geschichte „Die Glühbirne oder Rudis Suche nach dem Einfall“, die sehr viel mit Frankreich zu tun hat, las er einen Ausschnitt vor.

Dass das Café de Paris aus dem Schulleben des Camerloher nicht mehr wegzudenken ist, zeigt allein der enorme Publikumszuspruch. Französisch-Fachbetreuerin Veronika Eckl sieht das Café de Paris auch als Beitrag für Europa. Darüber hinaus ist es für die drei FranzösischLehrkräfte am Camerloher-Gymnasium, Andrea Bliese, Silvia Betz und Veronika Eckl, sehr wichtig, Französisch nicht nur mit Schulbüchern zu pauken, sondern sich mit der Sprache und dem Land spielerisch auseinanderzusetzen. „Es verdient hohe Anerkennung, wie es den Schülern trotz Prüfungsstresses jedes Jahr wieder gelinge, ein so informatives und unterhaltsames Programm auf die Beine zu stellen, betonte Veronika Eckl. „Zeit für große Proben ist nicht vorhanden. Vieles muss improvisiert werden. Aber genau das macht auch den Charme unseres Café de Paris aus.“                                                                                                                                                               Peter Spanrad

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