Kokain-Haufen
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„Im Kilo wird es billiger“ soll der Dealer sein Kokain angepriesen haben

Schwunghafter Handel mit Kokain und Marihuana in der Innenstadt

Freisinger Dealer-Pärchen muss zwei Jahre in den Knast

Einen schwunghaften Handel mit Kokain und Marihuana trieb ein Dealer-Pärchen in der Freisinger Innenstadt. Jetzt müssen beide in den Knast.

Landkreis - Eine „schwierige persönliche Situation“ hatten zwei Drogendealer am Montag vor dem Amtsgericht als Entschuldigung für ihr Handeln mit Kokain und Marihuana angebracht. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Lederhofer zeigte sich aber streng: „Das durchleben auch andere Menschen und die fangen trotzdem nicht gleich das Dealen an.“ Etwa 21 Gramm Kokain sowie rund 79 Gramm Marihuana hatte das Paar aus Freising im vergangenen Jahr an verschiedene Kunden in der Freisinger Innenstadt verkauft. Jeder der beiden hatte dabei seine eigene Aufgabe: Die 23-Jährige verkaufte die Drogen und ihr Freund (36) hatte die entsprechenden Verbindungen und schaffte den Stoff herbei.

„In Freising gibt es genug Stoff auf der Straße“

In Freising sei das ohnehin kein Problem, sagte der Arbeiter vor Gericht: „Da gibt´s genug auf der Straße.“ Laut Ermittler waren sowohl Kokain als auch Marihuana „von herausragender Qualität“ verkauft worden. Die beiden Angeklagten hatten sich bereits während des Ermittlungsverfahrens geständig gezeigt. Die erhofften Bewährungsstrafen blieben allerdings aus. Die Verkäuferin erhielt wegen unerlaubten vorsätzlichen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in sieben Fällen und unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen sowie Drogenbesitzes eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten.

Es gab ein „vollumfängliches“ Geständnis

Der 36-Jährige wurde wegen unerlaubten vorsätzlichen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in fünf Fällen und unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Die von Staatsanwalt Thomas Kunze vertretene Anklage wurde über die Statements der Verteidiger „vollumfänglich eingeräumt“, wie vor Gericht betont wurde. Zum Motiv hieß es bei beiden, man habe mit dem Verkauf der Drogen den eigenen Drogenkonsum finanzieren wollen. Sie habe zu der Zeit zehn bis 15 Joints am Tag geraucht und keinen Job gehabt, gab die 23-Jährige vor Gericht an. Und noch ein Aspekt kam dazu: Als ihr Vater den Drogenkonsum entdeckt habe, habe er sie von zuhause rausgeworfen.

Das Gleiche geschah ihrem 36-jährigen Freund: Ihm gab seine Ex den Laufpass. Kurz darauf sei ihm auch noch seine Arbeit gekündigt worden, sagte der Angeklagte. Er sei „voll am Ende“ gewesen. „Ich hatte nicht mal mehr einen Fernseher.“ Beide Angeklagten beteuerten, durch die U-Haft endlich vom Drogenkonsum losgekommen zu sein. Beide haben auch wieder ein festes Arbeitsverhältnis. In das Sichtfeld der Kriminalpolizei war das Paar durch die belastende Aussage eines Freisingers geraten, der gerade selbst im Fokus der Justiz stand. Es folgten verschiedene Observierungsmaßnahmen. Letztendlich wurde eine verdeckte Ermittlerin angesetzt. Diese kaufte ein Mal Marihuana, ein anderes Mal Kokain bei der Angeklagten.

„Im Kilo wird es billiger“

Beim zweiten Geschäft war auch der 36-Jährige anwesend. Im Kilo würde es billiger werden, sagte er da zu der Beamtin. Ein drittes Treffen wurde vereinbart, das dem Ermittlungsführer zufolge „abenteuerlich“ verlief: Der Lockvogel sei über einen Handy-Anruf im Kreis gelotst worden und habe „sehr forsche“ Anweisungen erhalten.

Am Treffpunkt sei die Beamtin dann durchsucht worden, ob sie verkabelt sei. Dies zeige, so Staatsanwalt Kunze in seinem Plädoyer, dass das Paar doch mit einer „hohen kriminellen Energie“ agiert habe. Es liege aber vor allem an den großen Mengen mit hohem Wirkstoffgehalt, dass er es „mathematisch nicht schaffe“, auf Gesamtfreiheitsstrafen im bewährungsfähigen Bereich zu kommen.

Kunze beantragte letztlich für die 23-Jährige eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren, für den Freund eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Die Verteidiger waren mit Verweisen auf die eigene Abhängigkeit der Angeklagten von niedrigeren Einzelstrafen ausgegangen und hatte unisono eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten beantragt. Doch das Schöffengericht folgte den Ausführungen Kunzes. Die Haftbefehle blieben bestehen.  

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