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Jedes Schmuckstück wird der Freisinger Juwelier und Goldschmiedemeister Benjamin Boretzky vor der Übergabe an die Kundendesinfizieren. Mundschutz gehört jetzt dazu – auf beiden Seiten der Ladentheke

Öffnung am Montag

Freisinger Geschäfte: Die Aufholjagd beginnt

Die Freisinger Geschäfte stehen in den Startlöchern. Am Montag geht‘s wieder los  und man ist gerüstet.

Landkreis– Am heutigen Montag beginnt für viele Geschäfte im Landkreis wieder der Einstieg in die Normalität: Läden unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche dürfen wieder öffnen – unter Auflagen. Die Vorbereitungen sind in der vergangenen Woche auf Hochtouren gelaufen. Die mehrwöchige Zwangspause haben einige Geschäftsleute auch kreativ genutzt.


Mit Plexiglas undMasken gut gerüstet

Mit seinen 790 Quadratmetern ist das Hauswaltswarengeschäft Grimm in Freising heute auch „dabei“. Inhaber Richard Grimm ist nach der Zwangspause gut gerüstet: Die Kassen sind mit Plexiglaswänden umstellt, Masken für Mitarbeiter und – falls nötig – Kunden beschafft und auch Desinfektionsmittel steht bereit. Grimm hofft, dass sich die Kunden jetzt besonnen verhalten, damit die Lockerungen nicht gleich wieder zurückgefahren werden müssen. Dass Bau- und Gartenmärkte eine Woche früher öffnen durften, entziehe sich zwar jeder Logik, so Grimm. Der Geschäftsmann will aber nicht nachtarocken: „Ist ist, wie es ist.“ Er ist froh, dass es wieder losgeht. Sein Umsatz sei in den vergangenen Wochen doch fast komplett eingebrochen.

Reparaturen stattSchmuckverkauf

Nach vier Wochen Zwangspause ohne Umsatz steht auch das Team von Juwelier Benjamin Boretzky hochmotiviert in den Startlöchern: „Wir werden mit Handschuhen und Mundschutz arbeiten und jedes Schmuckstück vor der Übergabe an die Kunden desinfizieren“, kündigt Boretzky an, der während der Schließung immerhin allein in der Werkstatt arbeiten konnte. Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Jetzt ist er „heilfroh, dass es wieder losgeht. Ein paar Wochen hätte er noch durchgehalten“, berichtet Boretzky, der noch Filialen in Olching und Unterschleißheim betreibt, „dann hätten wir uns aber etwas überlegen müssen.“

Eine Art Notdienst durften Augenoptiker einrichten. „Brillenmacher“ Markus Kleindienst hatte zunächst von 10 bis 16 Uhr, nach dem Lockdown dann nur noch von 10 bis 13 Uhr geöffnet und in der Zeit vor allem wichtige Reparaturen durchgeführt. Verkauft habe man kaum etwas, berichtet Kleindienst, dessen vier festangestellte Vollzeitkräfte sich bis zum heutigen Montag in Kurzarbeit befinden. Kleindienst hat etwa 20 Prozent des Umsatzes retten können – und freut sich auf den Normalbetrieb ab heute – natürlich unter strengen Hygieneauflagen und Abstandsbeschränkungen.

„Wir haben fleißigausgeliefert“

Gut über die Runden gekommen sind in den vergangenen Wochen Amelie und Marie-Luise Burglechner. Das breite Sortiment ihres Geschäfts „Form+Spiel“ in Eching, das von Wohnaccessoires über Geschenkartikel bis zu Kinderspielsachen reicht, haben die Schwestern auch über Facebook und Instagram angeboten – und verkauft. „Wir haben fleißig ausgeliefert“, berichtet Amelie Burglechner – „haben aber auch ganz tolle Kunden, die uns jetzt nicht im Stich gelassen haben.“ Mit Mundschutz und Desinfektionsmittel wird ab heute auch wieder im Laden verkauft. Auf den hundert Quadratmetern könne man den Sicherheitsabstand gut einhalten, betont Amelie Burglechner. Bis zu fünf Kunden dürfen sich gemeinsam im Laden an der Danzinger Straße aufhalten. Für besonders vorsichtige Kunden will man aber den Lieferservice auch künftig beibehalten.

Nochmal Mundschutznachbestellt

„Gespannt auf den Montag“ ist nach der Zwangspause auch Thomas Gerlsbeck. Seine Schuh- und Sportgeschäft ist für die nötigen Auflagen gerüstet. Nachdem aus dem Maskengebot ein Maskenzwang wurde, hat Gerlsbeck nochmal den Schutz nachbestellt. Jetzt kann’s als losgehen – hoffentlich ohne weiteren Shutdown.

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