Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

Beate Uhse stellt Insolvenzantrag
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Die Geschäftswelt in Freising und der Region lehnt eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf 22 Uhr kategorisch ab. afo

Freisinger Geschäftswelt lehnt Ausweitung der Ladenöffungszeiten auf 22 Uhr ab

„Das ist ein Unding“

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Die Geschäftsleute im Landkreis schütteln den Kopf: MdL Michael Piazolo (Freie Wähler) fordert für den Freistaat die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr. Was sonst in ganz Deutschland gilt, wird vom Einzelhandel in der Region mit einem klaren „Nein“ quittiert.

Landkreis – „Das ist nicht umzusetzen“, kommentiert Sabrina Bock. Die Vorsitzende des „Neufahrner Schaufensters“, der Vertretung der dortigen Geschäftswelt, hält nichts vom Vorstoß des FW-Landtagsabgeordneten Michael Piazolo: „Das ist den Geschäftsleuten kaum zuzumuten“, meint Sabrina Bock: „So eine Ausweitung wäre sehr personal- und kostenintensiv.“ Außerdem sei so etwas den Angestellten nicht zuzumuten „Schließlich hat jeder noch ein Privatleben.“ Und über die Ausnahmeregelung für den Heiligabend, der heuer auf einen Sonntag fällt, und an dem Blumenhändler oder Tannenbaumverkäufer sowie Discounter öffnen dürfen, kann Bock nur den Kopf schütteln: „Es ist ein Unding, dass man über sowas überhaupt sprechen muss. Außerdem entspricht das nicht unserer Kultur und sozialen Struktur.“

Mit einem knappen „Nein“ quittiert Josef Stegschuster vom gleichnamigen Textilhaus in Neufahrn den Vorschlag des Münchner-FW-Politikers: „Das ist einfach nicht machbar. Und seine Frau Rosa ergänzt: „Wir stehen ohnehin schon beinahe rund um die Uhr im Geschäft“.

„Wir hier in Freising sind jetzt gerade dabei, mal Kernöffnungszeiten auf die Reihe zu bekommen“, bestätigen City-Managerin Julia Bönig und der Vorsitzende der Aktiven City Freising, Max Kirchmaier: „Über 22 Uhr brauchen wir da wohl derzeit nicht sprechen.“

Julia Bönig hat in punkto „lange Ladenöffnungszeiten Erfahrungen in Hamburg gemacht: „Da gibt es die Ausweitung auf 22 Uhr seit Jahren. Aber auch da haben die Geschäfte unterschiedlich geöffnet – und kaum eins bis 22 Uhr. „Diese langen Zeiten sind in kleineren Städten einfach nicht zu stemmen“, ergänzt Aktive City-Vorsitzender Max Kirchmaier: „Die Geschäftsleute stoßen ja schon bei der jetzt möglichen 20-Uhr-Regelung an ihre Grenzen. Das alles muss ja finanzierbar sein.“

In der Domstadt hat man zudem derzeit einen Plan, der Kunden und Ladeninhabern die Vorweihnachtszeit versüßen soll: Zusammen mit der Freisinger Geschäftswelt wird laut Max Kirchmaier daran gefeilt, dass an den Adventssamstagen die Geschäfte in der Altstadt „bis minimum 18 Uhr“ geöffnet haben“, verriet Kirchmaier: „Das ist wichtiger als irgendeine Initiative.“

„Diese Ausweitungs-Tendenzen sind familienunfreundliche Strömungen, die wir nicht unterstützen.“ Brigitte Grimm, Mitinhaberin von Haushaltswaren Grimm in Freising, sieht nichts Gutes im Piazolo-Plan: „Vor allem müssen wir das Wohl des Personals beachten. Jeder hat schließlich ein Privatleben!“

„Solche Regelungen sind meiner Meinung nach nur etwas für Supermärkte“, bewertet Christoph Hübner von der „Marketing Moosburg“ den Vorstoß. „Für inhabergeführte Geschäfte ist das nicht praktikabel“, meint er: „Außerdem bringt das für die Attraktivität einer Innenstadt relativ wenig“. Effektiver wären da mehrere verkaufsoffene Sonntage. Doch die seien mit einem Wust von Genehmigungskriterien überzogen. Und sie müssen vor allem „anlassbezogen“ sein – wie in der Dreirosenstadt der Mittelalter- und der Herbstmarkt oder in Freising die Palm- und Kirchweihdult: „Wenn man da Genehmigungshürden abbauen würde, wäre das ein Gewinn für Kunden, Geschäftsleute und die Attraktivität der Innenstädte.“

„Bei uns setzen die Kunden auf Beratung, und dazu ist geschultes Personal notwendig. Anders geht’s nicht“, erklärt Franz Pichler Chef des gleichnamigen Raumausstattungs- und Inneneinrichtungsgeschäfts in Moosburg. Es sei einfach nicht machbar, die Belegschaft quasi rund um die Uhr zu fordern. Und mit Aushilfskräften die man „zusätzlich einstellt“ sei nun wirklich keinem gedient.

Nichts Neues hingegen ist die 22-Uhr-Regelung für den Kaufland-Konzern, die auch eine Filiale im Fachmarktzentrum in Attaching hat. „Wir kennen das aus den anderen Bundesländern“, meint Pressesprecherin Anna Münzing, Sollte dereinst auch in Bayern länger aufgesperrt werden dürfen wird individuell entschieden „Wir sehen uns die Kundenfrequenz der jeweiligen Filiale an und entscheiden dann über die Öffnungszeiten. In Attaching gilt im übrigen bereits jetzt die 20-Uhr-Marke.

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