+
Touristische Leuchttürme: Der Domberg ist der größte Besuchermagnet in Freising. Die Gästen sind für die Stadt ein einträgliches Geschäft.

IHK-Regionalausschuss

Freisinger Handel profitiert von Tourismus enorm

  • schließen

Die IHK hat den Tourismus als großen Wirtschaftsfaktor in Freising gewürdigt. Doch um das florierende Geschäft nicht zu gefährden, müssen große Herausforderungen bewältigt werden.

Freising – Die Touristenzahlen in Freising steigen und steigen. Das berichteten die beiden Tourismusreferenten Ingo Bartha (Stadt) und Martina Mayer (Landkreis) bei einem Treffen der Industrie- und Handelskammer (IHK). Zentrale Botschaft bei dem IHK-Regionalausschuss Erding-Freising im Bayerischen Hof: Von florierendem Tourismus profitieren nicht nur Hotels, sondern auch viele andere Branchen und die Bevölkerung. IHK-Vorsitzender Otto Heinz sprach von einem „großen Wirtschaftsfaktor“.

Übernachtungen schießen nach oben

Seit neun Jahren gehen die Gästezahlen in Freising ununterbrochen nach oben. 2018 wurden in der Stadt rund 405 000 Übernachtungen (plus 7 Prozent zum Vorjahr) gezählt. „Statistiken zufolge geben Touristen pro Tag 100 bis 150 Euro aus“, berichtete Bartha. „Das bedeutet auf das Jahr gerechnet einen Umsatz von 40 bis 60 Millionen Euro.“ Zwei Drittel davon würden auf Übernachtungskosten entfallen. Rund ein Drittel aber, also bis zu 20 Millionen Euro, gingen an andere Branchen: etwa an Gastronomie, Einzelhandel und Transportdienste. Im Landkreis wurde 2018 gar erstmalig die Eine-Millionen-Marke bei den Übernachtungen geknackt – mit entsprechenden Umsatzmöglichkeiten für die lokal angesiedelten Firmen und Unternehmen.

„Der Handel ist sich des enormen Potenzials, das der Tourismus bietet, nicht bewusst“: Marc Sielhöfer (l.), Leiter des Bayerischen Hofs in Freising, und IHK-Regionalvorsitzender Otto Heinz.

„Es ist wichtig, dass diese nicht auf den ersten Blick mit Tourismus in Verbindung stehenden Branchen ein Gefühl dafür bekommen, welches Gewicht dieser Sektor für sie hat“, betonte Marc Sielhöfer, Inhaber des Bayerischen Hofs. Das sehe er allein an den Verpackungen, die er tagtäglich entsorge. „Selbst wenn unsere Gäste nur eine Nacht hier sind – die gehen die Hauptstraße einmal rauf und runter und kaufen nicht zu knapp.“ Er glaube, dass sich gerade der Handel des enormen Potenzials, das der Tourismus biete, nicht bewusst sei. „Generell sehen die Auswärtigen Freising positiver als die Freisinger selbst – nämlich als sichere, gut gelegene und gut organisierte Einkaufsstadt.“

Martina Mayer vom Landratsamt betonte, dass zudem auch die Bevölkerung vom Fremdenverkehr profitiere. „Dort, wo Tourismus als Wirtschaftsfaktor relevant ist, steigt vor Ort die Lebensqualität.“ Ausdruck davon seien viele heimatnahe Arbeitsplätze, ein besseres kulturelles Angebot, ein gepflegtes Landschaftsbild und eine gut ausgebaute Infrastruktur.

„Infrastrukturelle Probleme ohne Ende“

Gerade an Letzterem mangelt es allerdings in der Region, wie Günther Pech betonte. Der Leiter des Stadtmarketings Erding appellierte an die IHK, die Region bei entsprechenden Projekten zu unterstützen. „Denn wir haben infrastrukturelle Probleme ohne Ende“, betonte er. „Wir ersticken im Verkehr.“ Otto Heinz erklärte, dass dieses Thema auch der Kammer ein großes Anliegen sei. „Da sind wir dran.“

Um weiter positive Gästezahlen zu schreiben, muss sich die Region allerdings einer anderen großen Herausforderung ebenfalls stellen: der Digitalisierung. Martin Drognitz von der IHK bezeichnete 2018 als denkwürdiges Jahr. „Erstmals haben Reisende mehr digital gebucht als analog.“ 

Digitalisierung auch nach der Reise wichtig

Die Digitalisierung umfasse alle Reisephasen. Wer profitieren wolle, müsse im Internet präsent sein, um bei der Buchungsentscheidung des Touristen eine Rolle zu spielen. Er müsse den Gast aber im Anschluss auch zu positiven Beurteilungen im Netz anleiten. Wie wichtig das ist, betonte Sielhöfer. Sein Hotel erhalte die besten Noten im Umland. „Unsere größte Währung sind Bewertungen im Internet.“

Ebenfalls interessant

Vollsperrung nach Lkw-Unfall in der Hallertau - Fahrer hatte großes Glück und Schuss auf Regionalexpress bei Freising: Kripo hat Verdacht - und sucht einen ganz bestimmten Zeugen

Lesen Sie weiter

Die Hallertau im Miniaturformat

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Feuer-Drama in Freising: Zwei Studenten kommen ums Leben  - Ermittler nennen mögliche Ursache
Im Fall des Freisinger Mehrfamilienhaus-Brands ist nach einem 20-Jährigen nun auch sein Freund (19) gestorben. Die Ermittler gehen derweil einem ersten Verdacht nach.
Feuer-Drama in Freising: Zwei Studenten kommen ums Leben  - Ermittler nennen mögliche Ursache
Letzter großer Sport-Einzelhändler in Freising verrät sein Erfolgsgeheimnis
Viele haben Wolfgang Haslberger zwei Jahre gegeben, als der ein Sportgeschäft in Attaching eröffnete. Jetzt ist der 62-Jährige so etwas wie der letzte Mohikaner.
Letzter großer Sport-Einzelhändler in Freising verrät sein Erfolgsgeheimnis
Rassismus-Eklat bei C-Jugend-Spiel: Kinder von Zuschauern übel beschimpft - Gegner wehrt Vorwürfe ab
Bei einem Spiel der C-Junioren des SE Freising ist es zu einem Rassismus-Eklat gekommen. Die Spieler wurden von Zuschauern und Gegnern übelst beschimpft. Die streiten …
Rassismus-Eklat bei C-Jugend-Spiel: Kinder von Zuschauern übel beschimpft - Gegner wehrt Vorwürfe ab
Malachit-Skandal: Unschuldiger Fischzüchter siegt vor Gericht gegen Behörden
Gleich zweimal hat der Freisinger Fischzüchter Peter Baumgartner im Malachit-Skandal vor Gericht gegen die Behörden gewonnen. Grund zum Jubeln hat er dennoch nicht.
Malachit-Skandal: Unschuldiger Fischzüchter siegt vor Gericht gegen Behörden

Kommentare