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Sprachrohr für Migranten im Landkreis Freising: Integrationsbeirat ernennt seine Repräsentanten

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Freisinger Integrationsbeirat
Sie sollen künftig denen eine Stimme geben, deren Mitspracherecht eingeschränkt ist: der Integrationsbeirat, um dessen Gründung sich die Integrationsbeauftragte Nathalie von Pressentin (l.) „hingebungsvoll gekümmert hat“, wie Landrat Helmut Petz bei der konstituierenden Sitzung betonte. © Lorenz

Nach zwei Jahren Findungsphase ist es nun endlich soweit: Der Integrationsbeirat des Landkreises Freising hat seine Repräsentanten ernannt.

Freising – Gut Ding will Weile haben – ein Sprichwort, das auf den Integrationsbeirat Freising zutrifft. Nach gut zwei Jahren Findungsphase wurde kürzlich im Rahmen einer konstituierenden Sitzung der erste Integrationsbeirat des Landkreises nun ganz offiziell mit der Ernennung der Mitglieder und dem Beschluss der Geschäftsordnung gegründet.

„Der Integrationsbeirat soll in erster Linie ein Sprachrohr für Migranten im Landkreis Freising sein“, sagte Landrat Helmut Petz einleitend, der als Leiter des Beirats auch gleich ein wichtiges Projekt anstieß: die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem Klinikum Freising, um interkulturelle Fachkräfte am Krankenhaus willkommen zu heißen.

Ein großes Lob gab es gleich zu Anfang von Petz an die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Nathalie von Pressentin: „Sie haben sich sehr hingebungsvoll gekümmert.“ Nach zwei vorkonstituierenden Sitzungen standen am vergangenen Freitag nun die Namen des ersten Integrationsbeirats des Landkreises fest – insgesamt 26 Personen, aufgeteilt in vier Gruppen.

Tag der Ernennung hat Symbolkraft

An vorderster Linie steht die Gruppe 1, Menschen mit Migrationshintergrund, als direktes Sprachrohr. Sie setzt sich zusammen aus Laura Akkaya, Muhibullah Amiry, Valentina Backhaus Sánchez, Maria Gabriela Chacón-Röber, Anita Katharina Funk, Joel-Armel Njinga Njinga, Srdan Pedljo, Jason Reed, Amoy Henrietta Philipps und Xinwen Yang. Die Gruppe 2 besteht aus Fachstellen, die Gruppe 3 aus Politikern und die Gruppe 4 aus Jugendvertretern. Stimmberechtigt ist hier die Gruppe 1 mit der Gruppe 4, nur beratend tätig bleiben die anderen beiden Gruppen. Heißt im Klartext: Es gibt 13 Stimmberechtigte und 13 Beratende, die den Integrationsbeirat bilden.

Das Datum der Ernennung der Mitglieder zum 30. September sei laut Petz ganz bewusst gewählt worden, da dieser Tag im Rahmen der Interkulturellen Woche in Freising auch Tag des Flüchtlings sei und deshalb eine starke Symbolkraft ausstrahle. Was Petz auch fundamental wichtig ist: „Egal, wo auch immer Schutzsuchende herkommen, sie sind alle Menschen, und wir haben die Verpflichtung, sie alle gleich zu behandeln.“ Was der Integrationsbeirat aber auf keinen Fall leiste: „Wir entscheiden nicht über das Ausländerrecht.“

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Der Integrationsbeirat sei laut Petz in erster Linie das Sprachrohr für all jene, die beispielsweise aufgrund ihrer Herkunft kein Wahlrecht in Deutschland genießen und somit beim Mitspracherecht eingeschränkt seien. Für Pressentin ist der neu gegründete Beirat vor allem eines: „Ein Herzensprojekt, bei dem es jetzt um die inhaltliche Arbeit geht.“ Die Aufgaben seien laut Pressentin ganz klar in der Satzung definiert – unter anderem die Vertretung aller Belange und Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund im Landkreis Freising unter Berücksichtigung ihrer Vielfalt und die Beratung des Kreistages samt seinen Ausschüssen und der Verwaltung in allen Fragen, welche die Integrationspolitik betreffen.

Klinikum will auf den Beirat zurückgreifen

„Es war eine sehr weise Entscheidung, diesen Beirat zu gründen, es ist eine Investition in die Zukunft“, betonte auch Mitra Sharifi von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten und Integrationsbeiräte Bayern. Ihr dringlicher Wunsch an die Gruppe 1: „Bleiben Sie sichtbar und seien Sie mutig, denn Sie sind die Stimme der Migranten im Landkreis. Kämpfen Sie dafür, dass Kinder nicht mehr diskriminiert werden!“

Eine wichtige Funktion soll der Integrationsbeirat laut Petz nun aber auch in einer Arbeitsgruppe erhalten, die zusammen mit dem Klinikum Freising auf die Beine gestellt wird. Da das Krankenhaus ausländische Fachkräfte ans Haus holen und auch binden möchte, soll der Beirat zusammen mit dem Klinikum demnächst ein Konzept erstellen, beispielsweise wie dieses interkulturelle Fachpersonal willkommen geheißen werden kann, um eine schnellstmögliche Integration zu ermöglichen.

Die ersten offiziellen Auftritte hat der Integrationsbeirat schon absolviert: Bei der langen Nacht der Demokratie stellten sich die Mitglieder in Freising und Moosburg einem interessierten Publikum vor und konnten dort auch schon die ersten Fragen beantworten. Was demnächst auch ansteht: der Dreh eines Image-Films, um die Arbeit des Beirats für eine breite Öffentlichkeit transparent zu machen. „Was wir wollen“, so Pressentin abschließend, „ist eine harmonische und fruchtbare Zusammenarbeit mit der politischen und der zivilen Gesellschaft.“
Richard Lorenz

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